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Was für ein „wilder“ zweiter Tag auf unserem Oregon Coast Trail. Dabei fing alles so ruhig an. Morgens ging es entspannt...
06/17/2025

Was für ein „wilder“ zweiter Tag auf unserem Oregon Coast Trail.

Dabei fing alles so ruhig an. Morgens ging es entspannt durch Seaside bis zum Ende des Dorfes. Den Blick auf unserer Etappe hatten wir dabei immer vor uns. Er war nicht zu übersehen, da der Clarks Mountain mit 382 m Höhe direkt am Strand zwischen uns und dem Ziel Cannon Beach lag .

Der Aufstieg war recht schweißtreibend, da es von der Seite Seaside aus in Serpentinen direkt nach oben führt.

Der Wald wurde von Clark nach seiner Expedition Anfang des 19. Jahrhunderts als grandios, abwechslungsreich und vielfältig beschrieben.

Und das war auch wirklich. Überall wachsen Himbeeren, Heidelbeeren, und andere Büsche. Die Bäume sind mächtig und riesig. Der Wald ist ein fast unberührter Urwald. Alte Bäume liegen abgestorben am Boden, während neuer über sie hinweg wachsen. Lediglich der Trail wurde frei geschnitten, wobei frei eine relative Aussage ist. Oftmals konnte man den Weg gar nicht erkennen, sondern nur erahnen und musste sich durch wildes Dickicht den Weg bahnen. Die Sonne sieht man auf diesem Abschnitt selten und erst wenn man den Gipfel erreicht hat, kann man einen Blick auf dem Pazifik erahnen. Auch hier ist die Sicht durch den dichten Wald eher beschränkt. Die Vegetation reicht bis an die Abbruchkante des Berges heran.

Vom Gipfel ging es dann etwas weniger steil in Richtung Indian Beach weiter. Diese Strandabschnitt ist aus zahlreichen Filmen Hollywood bekannt, sei es der Kindergarten Cop, Point Break, die Goonies oder Vampirfilmen.

Es war auf jeden Fall überraschend aus dem dichten Wald heraus zu treten und dann einen herrlichen Blick auf diesen Strand zu bekommen. Es ging quasi die Sonne auf.

Nach dem Indian Beach ging es über die circa 5 km lange Zufahrtsstraße weiter Richtung Canon Beach, dass wir am Abend erreichten.

Eigentlich war geplant, von hier aus mit dem Bus zurück nach Sascha zu fahren doch leider fuhr dieser nicht wie laut Fahrplan geplant. Auch der Versuch ein Uber Taxi zu bekommen. Wir befinden uns gerade noch außerhalb der Saison, die erst nächste Woche beginnt.

Nach langem Suchenschaften wir es endlich eine Telefonnummer aufzutreiben, die uns mit einer so genannten Taxizentrale verband. Da auch Taxis in dieser Region eher spärlich vorhanden sind, wurde ich schließlich nach über 1 Stunde eingesammelt, durfte erst einmal noch 15 Meilen nach Süden fahren, bevor das Taxi umdrehte und den Rest unserer Familie einsammelte.

Glücklich, aber erschöpft kamen wir endlich wieder um 9 Uhr abends in Seaside an.

20 km geschafft und zusätzlich 500 Höhenmeter. Morgen ist erst einmal Ruhetag.

Unseren nächsten großen Trail haben wir heute gestartet.Vor zwei Tagen sind wir von New York City nach Portland in Orego...
06/15/2025

Unseren nächsten großen Trail haben wir heute gestartet.

Vor zwei Tagen sind wir von New York City nach Portland in Oregon geflogen, und haben erst mal eine Ruhetag in Portland verbracht. Hayden Island inmitten des Columbia Rivers ist wirklich eine hübsche kleine Insel und das Holiday Inn dort in direkter Flughafen Nähe ist wirklich zu empfehlen.

Danach ging es dann weiter nach Seaside in Oregon, wo wir für die ersten Tage Station beziehen werden.

Leider überraschte uns nicht wirklich gutes Wetter. Ausgerechnet am Samstag, an dem wir mit unserem ThruHike starten wollten, sollte es regnen. Wir hatten jedoch Glück und die Regenwolken geblieben über dem Bundesstaat Washington hängen und überquerten nicht den Columbia River. Lediglich die Tageshöchsttemperaturen während des Hikes von 12 °C Verbunden mit einem strammen Nordwind aus Alaska waren recht frisch. Niemand hatte uns gewarnt, dass man selbst im Sommer Handschuhe brauchen würde. Dringende Empfehlung: Habt auf jedem Fall Handschuhe mit im Gepäck.

Nachdem wir den Stevens State Park gereicht hatten, bestiegen wir die kleine Aussichtsplattform, die aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse allerdings keinen wirklich weiten Blick bot. Normalerweise kann man von dort wunderbar bis nach Astoria hinüber blicken und die berühmte Brücke aus dem Film die Goonies sehen.

Vom Stevens State Park Ging es durch kleines, verwunschenes Wäldchen Runter an den Strand, dem man nach einer kleinen Kletterei über große Felsblöcke erreichte.

Am Strand begrüßt uns dann auf einem Schild sitzend, ein Weisskopf Seesadler. Das War eine nette Willkommensbegrüssung für unseren langen Hike.

Die nächsten 20 km sollten dann eine reine Strandspaziergang werden. Der Sand ist hier perfekt zum wandern geeignet, da er nicht zu weich ist wie in Rhode Island. Durch den strammen Nordwind bekommt man zu dem auf dem Southbound Hike zusätzliche Unterstützung.

Man wandert immer mit Blick auf die Berge, die bei Cannon Beach beginnen.

Wenn man das Wrack, der Peter Iredale erreicht, Wird es etwas voller. Es ist erlaubt, auf diesem Strandabschnitt mit dem Auto zu fahren, was viele Amerikaner auch nutzen, um mit ihren Kindern bei diesem Schiffsfrack zu spielen. Das Schiff strandete hier im Jahr 1906 und ist seitdem eine touristische Attraktion.

Die ganze Region ist auch als Schiffsfriedhof bekannt, da der Columbia River vor allem während der Schneeschmelze im Frühjahr mehr Wasser führen kann, als der Mississippi. Dies führt aufgrund des Süßwassereintrags an der Mündung zu unkontrollierten Strömungen, die charmanten Schiff zum Verhängnis geworden sind. Aber nicht nur diesen: Auch Wale und Robben können den Strömungen zum Opfer fallen. Auf unserer Wanderung haben wir am Strand einen toten Wal gesehen und zwei tote Robben, Relativ dicht beieinander. Sie scheinen hier von der Strömung an Land gespült worden und dort verendet zu sein.

Nach knapp 20 km Und hinter dem Militärcamp, das zuweilen bei Truppenübungen zu einer Sperrung des Strandes führen kann, erreicht man dann ersten Ort, Gearhart.

Hier haben wir uns ein Restaurant gesucht und sind vom Hike abgewichen. Leider haben am Samstag viele Restaurants geschlossen, aber ein chinesisches Restaurant The Great Wall hatte noch geöffnet. Die Qualität war nicht überragend, aber nach 25 km kam uns das Essen dennoch recht.

Morgen soll das Wetter dann besser werden, und wir machen uns daran, die Berge von Seaside nach Cannon Beach Zu überwinden. Immerhin fast 500 Höhenmeter.

Übernachtet haben wir im International Seaside Hostel. Die Familienzimmer sind für vier Personen und einen Hund recht eng. Für Solowanderer aber dennoch zu empfehlen.

Morgen geht's los,  endlich sind Ferien! Die Vorbereitungen für unseren ersten echten Thru Hike laufen. Wir haben zwar 2...
06/10/2025

Morgen geht's los, endlich sind Ferien!

Die Vorbereitungen für unseren ersten echten Thru Hike laufen. Wir haben zwar 2020 in der Coronapandemie ganz Deutschland mit dem Rad durchquert und während unseres Sabbaticals von 2021 bis 2022 die Küste von Kalifornien und Connecticut erwandert, einen echten Thru Hike haben wir aber bisher noch nicht gewagt, wenn man von dem relativ kurzen Themsepfad im letzten Jahr in England absieht.

Jedes Jahr 3000km zu wandern ist eine Sache, am Stück aber einen echten Langstrecken Hike durchzuführen ist etwas ganz Anderes.

Natürlich könnte man sich gleich an die ganz großen Namen machen, wie dem Appalachian Trail, den wir zumindest tagesweise angetestet haben, oder den Northern Country Trail. Die Frage für uns ist immer: Ist er auch für Kinder geeignet und möchte man den ganzen Trail entlang campen, oder nicht ab und zu auch andere Möglichkeiten haben?

Als Einstieg bietet sich der Oregon Coast Trail an, der über mehr als 400 Meilen entlang der gesamten Küste von Oregon führt. Im Norden ist er eher touristisch erschlossen, im Süden in Richtung Kalifornien ist er noch wild und fast unberührt.

Aufgrund der vorherrschenden Windrichtungen im Sommer sollte man den Hike Southbound durchführen, was wir auch so geplant haben.

Der Flug nach Portland ist bereits von JFK abgehend gebucht, die erste Unterkunft in Astoria - dem Handlungsort des Films "Die Goonies" - ebenfalls. Danach schauen wir weiter.

Auf unserem Weg werden uns diesmal drei Apps begleiten: Wie sonst auch ist es "Komoot", zum detaillierten planen der Strecke und "Far Out". Letztere App bietet weitere Informationen zum Trail und stellt exakter den Verlauf dar.

Große Teile des Trails sind keine Wege, sondern Strandwanderungen. Hierbei muss die Gezeiten beachten, da manche Passagen nur bei Ebbe passierbar sind. Daher haben wir auch eine App geladen, die uns die exakten Zeitpunkte von Ebbe und Flut benennen kann.

Die Kinder fanden die Tatsache spannend, dass es entlang des Trails aufgrund der tektonischen Platten in dieser Region zu Erdbeben kommen kann und sogar zu Tsunamis, weshalb entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden sollten. Dazu schreibe ich später noch mehr.

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