15/08/2022
Inspirationsbild👍
Geisterfahrerin. Normalerweise liegt es mir nicht besonders mich hinzustellen, mit dem Finger auf andere zu zeigen und sie zu demontieren. Aber anlässlich der neuesten Ergebnisse im Dressursport sowie der öffentlichen Begeisterung über die Höchstpunktzahlen bin ich schwer irritiert, enttäuscht und deprimiert. Ich hatte den Eindruck, dass sich im Bewusstsein der Leute in Bezug auf eine pferdegemäße und die Natur respektierende Dressurausbildung etwas tut. Dass die aufklärenden Aktivitäten vieler meiner Kollegen den öffentlichen Blick auf die positive Kultivierung der naturgemäßen Gänge und einer gesunderhaltenden Körperschulung gelenkt haben. Aber stattdessen werden völlig unnatürlich forcierte Bewegungsabläufe - besonders in den Schulgängen wie Piaffe und Passage - mit Höchstnoten und großem Jubel belohnt.
Ich fühle mich wie eine Geisterfahrerin, die davon überzeugt ist, dass all die anderen in die falsche Richtung fahren. Aber kann das sein? Fahre ich in die richtige Richtung? Habe ich die falsche Perspektive? Sind meine Bestrebungen mich um pferdegerechte Ausbildung und entsprechende Aufklärung zu bemühen sinnlos oder gar überflüssig? Mir ist vollkommen klar, dass der Mensch die Wahrheit nicht erkennen kann, auch wenn es sie gibt. Diese Frage beschäftigt die Menschheit von je her. Es geht mir also nicht um die Wahrheit. Aber es geht mir darum, dass es an lebenden Wesen messbare Kriterien gibt, an denen man sich orientieren kann. Es gibt eine Tradition der Reiterei, die heutzutage durch viele wissenschaftliche Möglichkeiten gestützt wird und die nicht mehr beachtet wird. Aber anscheinend ist es doch nur eine kleine Minderheit, die sich um diese von ethischen Gesichtspunkten geleitete und die Kreatur förderende Thematik bemüht. Ehrlich gesagt bin ich traurig und ratlos. Ich habe nur noch das Bedürfnis mich auf meiner kleinen Insel zu verkriechen. 😔
Wie geht es Euch?
----------------------
Ghost driver. Normally, I'm not too keen on standing up and pointing my finger at others and dismantling them. But on the occasion of the latest results in dressage sport as well as the public enthusiasm about the top scores, I am severely irritated, disappointed and depressed. I had the impression that something was happening in people's consciousness with regard to dressage training that is appropriate for horses and respects nature. That the enlightening activities of many of my colleagues have directed the public gaze towards the positive cultivation of natural gaits and healthy body training. But instead, completely unnatural forced movements - especially in the school-gaits such as piaffe and passage - are rewarded with top marks and great cheers.
I feel like a wrong-way driver, convinced that all the others are going in the wrong direction. But can that be? Am I going in the right direction? Do I have the wrong perspective? Are my efforts to educate and train horses pointless or even superfluous? I am fully aware that man cannot recognise the truth, even if it exists. This question has occupied mankind since time immemorial. So I am not concerned with the truth. But my point is that there are measurable criteria in living beings that can be used as a guide. There is a tradition of horsemanship, which is nowadays supported by many scientific possibilities and which is no longer respected. But apparently it is only a small minority who are concerned about this issue, which is guided by ethical considerations and promotes the creature. To be honest, I am sad and at a loss. I just feel the need to hole up on my little island. 😔
How are you?