Stal Berendijk

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29/08/2025
09/08/2025
23/06/2025
20/12/2024

„Vor Jahrzehnten hatte man im Reitsport, vor Allem für den Dressursport, ganz "normale" Pferde zur Verfügung. Diese wurden nach der klassischen, deutschen Reitlehre, den überlieferten Grundsätzen ausgebildet.
An diese Richtlinien, an eine rote Linie und an diese überlieferten Grundsätze haben sich Reiter wie auch Trainer, vor allem in Deutschland und in der Schweiz, gehalten.

Das mussten sie schon deswegen, weil sie oft aus "einer Klamotte" ein "Pferd" machen mussten, denn manche Dressurpferde von damals waren vor der Ausbildung "graue, unscheinbare Klamotten" und erst durch diese langjährige Ausbildung wurden sie zu "Pferden" (diese Definierung stammt nicht von mir, ein berühmter, deutscher Ausbilder hat das vor Jahrzehnten so erklärt).

Durch diese Ausbildung und langjährige Arbeit wurden auch die Gänge der Pferde verbessert und sie gewannen an Ausdruck und Schönheit, wurden zu Athleten so, dass sie auch fähig waren eine harmonische Passage und Piaffe zu zeigen.

Heute wird vielerorts anders geritten. Oft wird da der Ausdruck "modernes Dressurreiten" verwendet. Dieses "Anders" hat sich im Laufe der letzten Jahre entwickelt auf Grund der gezielten "Dressurpferdezucht". Es gibt kaum noch "Klamotten" im Dressursport. Heute werden gezielt Dressurpferde gezüchtet und diese bringen von Natur aus all das mit, was früher von den Reitern "herangeritten" und "gebildet" werden musste.
Man versuchte damals die Mängel im "Pferdegebäude" mit viel seriöser Arbeit auszugleichen. Bis ein Pferd nur schon imstande war zum Beispiel einen korrekten und schönen starken Trab zu gehen mussten durch die seriöse, lange Ausbildung die Muskeln und Gelenke so gekräftigt werden, dass überhaupt von einem starken Trab gesprochen werden konnte. Und selbst dann tat sich manches Pferd mehr oder weniger schwer.

Die Grundlage, auf welchem die ganze Ausbildung eines Pferdes bis zur höchsten Stufe basierte, waren damals das A und das O.
Sozusagen ging es um das ABC oder um das Einmaleins, dem Fundament in der Ausbildung von Reiter und Pferd.
Es sind heute ganz andere Pferde wie wir im Vergleich auf Fotos und Filmen von damals und von heute ganz deutlich sehen können. Da muss man gar nicht lange aufzählen was heute anders ist, es ist augenfällig. Die Pferde verfügen heute über ein korrektes Exterieur welches kaum zu wünschen übrig lässt.
Bewegungen in Schritt, Trab und Galopp die man sich früher nicht hätte vorstellen können und sich auch nicht vorgestellt hat. Zwei- und dreijährige Pferde sehen heute aus wie gerittene Fünfjährige und bewegen sich auch so. Das "A" und das "B" (im ABC) sind diesen Pferden heute angeboren und so wird oft, ja sogar meistens, bei Reiter und auch bei Pferd auf "AB" verzichtet und man glaubt, gleich zu "C" kommen zu können.

Die Versuchung ist heute auch groß, gleich nach dem Anreiten eines Superpferdes zu testen, ob da auch Talent für Piaffe vorhanden sei.
Die Gänge der hohen Schule wie Passage und Piaffe sollten aber nicht bei "C" beginnen sondern Piaffe und Passage müssen sich aus "A" und "B" allmählich entwickeln können. Oft wird jedoch keine Zeit genommen für dieses "Sich-Entwickeln".
Meistens deshalb weil die Pferde heute so Vieles von Natur aus mitbringen und von sich aus anbieten. Oder weil man den Anschluss nicht verpassen oder auch möglichst schnell zur Spitze dazu gehören will.
So werden dem Pferd denn auch viele Lektionen andressiert und angelernt anstatt, dass diese aus dem Ausbilden, aus der Einwirkung des Reiters und der damit verbundenen richtigen Hilfengebung sich entwickelt haben.
Es darf kein "früheres" und kein "heutiges, modernes" Dressurreiten geben wenn wir diesen Sport erhalten und Freude an ihm haben wollen.

Das Rad lässt sich nicht zurückdrehen und das ist auch gut so. Aber dort, wo das Rad im Eifer sich selber überholen will muss es mit Kompetenz, Konsequenz, einheitlich, mit Sachverstand und mit einer roten Linie aufgehalten werden.
Dies vor Allem von den Richtern.“

Marianne Fankhauser-Gossweiler, Schweiz - R-haltenswert

Silbermedaille Mannschaft Olympische Spiele 1964 Tokio
Bronzemedaille Mannschaft Olympische Spiele 1968 Mexiko
Silbermedaille Mannschaft Weltmeisterschaft 1966 Bern
Silbermedaille Mannschaft Europameisterschaft 1965 Kopenhagen
Bronzemedaille Mannschaft Europameisterschaft 1967 Aachen
Schweizer Meisterin Einzel 1961, 1962, 1963, 1965 und 1966

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