07/09/2026
Können wir bitte aufhören, Hunde zu vermenschlichen?
Ganz ehrlich: Nur weil wir finden, dass ein Hund nach Vanille, Blumen oder „frischer Wäsche“ riechen soll, heißt das noch lange nicht, dass das für den Hund irgendeinen Sinn ergibt.
Hunde erleben ihre Umwelt zu einem riesigen Teil über ihre Nase. Gerüche sind für sie nicht einfach „angenehm“ oder „unangenehm“ – sie sind Information.
Wenn ein Hund an einem anderen Hund schnuppert, kann er über dessen individuellen Geruch unglaublich viel wahrnehmen:
Wer ist das? Kenne ich den? Welches Geschlecht hat er? Ist er fortpflanzungsbereit? Wie aufgeregt oder angespannt ist er?
Auch Urin, Haut, Fell und Drüsensekrete hinterlassen für Hunde eine Art olfaktorische Visitenkarte.
Und dann kommen wir Menschen und denken:
„Der Hund riecht mir zu sehr nach Hund. Da muss Parfum drauf.“
Sorry, aber das ist für mich wieder ein perfektes Beispiel für Vermenschlichung.
Ein Hund darf nach Hund riechen.
Noch dazu ist die Hundenase um ein Vielfaches leistungsfähiger als unsere.
Ein Mensch besitzt ungefähr 5 Millionen Riechzellen bzw. olfaktorische Rezeptorneuronen. Beim Hund sind es – je nach Rasse – etwa 125 bis 300 Millionen.
Also weniger Vermenschlichung und mehr Verständnis dafür, wie Hunde ihre Welt tatsächlich wahrnehmen. 🐾