31/03/2026
„Tokyo Drift“ (8C/V15) war nie nur ein Projekt unter vielen.
Als sich das Problem zum ersten Mal vornimmt, befindet sie sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere: Die einzelnen Züge gelingen ihr schon beim ersten Versuch, doch als sie diese miteinander verbinden will, zeigt sich schnell, wie komplex die Route tatsächlich ist.
Dann kommt die Verletzung – monatelanger Ausfall, eine langsame Genesung und wachsende Zweifel daran, ob eine Rückkehr auf dieses Niveau überhaupt möglich sein würde. „Psychisch hat mich das hart getroffen. Die Genesung kam mir endlos vor, und eine Zeit lang zweifelte ich daran, ob ich jemals wieder auf diesem Niveau klettern könnte.“
Das Comeback beginnt mit einer veränderten Einstellung: ohne Druck klettern, auf das Volumen konzentrieren und Leistungen akzeptieren, die hinter den Erwartungen zurückbleiben. Langsam kehrt das Selbstvertrauen zurück – und mit ihm die Motivation, wieder an die Spitze zu streben.
Am 28. März schliesst sich in Holštejn der Kreis mit der Erstbegehung von „Tokyo Drift“ (8C/V15), und Jane wird zur ersten Frau überhaupt, die zweimal ein 8C-Boulderproblem erschlossen hat.
„Tokyo Drift“ ist eine lange und extrem intensive Route, die sich gerade durch einen steilen 60-Grad-Überhang schlängelt, mit einer Schlüsselstelle gleich zu Beginn und einem anspruchsvollen Ausstieg. Nach drei herzzerreißenden Stürzen am Ausstieg gelingt schließlich der Durchstieg.
Nicht nur ein Schwierigkeitsgrad, sondern ein Meilenstein, der auf Geduld, Achtsamkeit und Entschlossenheit basiert – und einen entscheidenden Moment in der Geschichte des weiblichen Boulderns markiert.
Manche Entscheidungen fallen nicht von heute auf morgen. Sie reifen mit der Zeit, basieren auf Vertrauen und werden von einer gemeinsamen Vision der Berge geprägt.
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