21/05/2024
Gib niemals auf! Denn du weißt nicht, was als nächstes passiert!
Rennbericht Czech Kart Open - Cheb:
Wir reisten bereits am Donnerstag Abend an, der Platz war voll. Im letzten Eck fand sich dennoch ein guter Platz für unser Zelt. Am Freitag liefen die Trainings gut, das Reifenbild war super, das Chassis lag wie eine Eins, der Motor zog wie eine Rakete. Es war ein guter Start. Der Samstag konnte kommen.
Und er kam... dieser Samstag, der uns einfach niederschmettern wollte. Aber wir liessen es nicht zu!
Im Freien Training und Warm up standen wir auf Position 1.
Dann kam der Schlag: das Qualifying. Das A und O für jeden Rennfahrer. Wir bekamen keine einzige gewertete Runde. Der Rennmotor liess uns in der ersten Runde im Stich, nachdem er uns bis dahin so erfolgreich ganz vorn mitfahren liess. Es war ein Rückschlag, denn schon im Rennen in Ampfing ist uns das gleiche passiert.
Zum Glück hatten wir einen weiteren Motor dabei, allerdings war der neu, nicht eingefahren und ein Kistenmotor ohne Bearbeitung.
Doch wir wussten, es gibt keine andere Chance. Wir motivierten Sven , dass alles drin sei, er ein grandioser Fahrer ist und alles schaffen kann. Und so startete er im ersten Heat von ganz hinten mit aller Stärke, die wir noch hatten.
Doch es endete bereits in der 2. Kurve. Chassisschäden die es nicht mehr fahrbar machten da ein Konkurrent ihm über die komplette vordere rechte Seite fuhr. Spurstange, Achsschenkel, Lenksäule, Bolzen..krumm. Ein weiterer Ausfall in der ersten Runde. Und das bei einem Meisterschaftslauf.
Ich konnte nur noch sagen: "Ok, kein Problem, morgen sind noch 2 Läufe. Alles ist schaffbar! Immerhin haben wir nun noch Reifen, die wie neu sind. Fahr im 2. Lauf morgen von hinten auf 7 vor und wir haben noch eine Chance."
Wir reparierten das Chassis, wir gingen abends entspannt spazieren , aßen Streetfood auf einem schönen Fest bei Livemusik und Sonnenschein und ich sagte mir: Wir werden hier getestet. Und wir geben nicht auf! Er kann das!
Und so kam es!
Der Sonntag empfing uns mit Regen und Sonne im Wechsel, beste Bedingungen. Puls auf der Tribüne: 136!
Es ging los, das Vorfinale musste nun sitzen! Und es saß! Runde für Runde kämpfte sich Sven weiter und weiter nach vorn. Brillante Fahrmomente zeigten, was er an Erfahrung in den vielen Trainings und Rennen mitgenommen hatte. Er verblüffte uns erneut mit aller Härte. Und fuhr auf Platz 4 über die Ziellinie!
Ich ballte die Fäuste im Jubel und schaute gen Himmel und sagte: Wir geben nie auf!
Und so wurden Punkte zusammengerechnet und die Startpositionen für das Superfinale ermittelt. Wir starteten von 12, nach Rückschlägen und Wetterchaos, mit Kistenmotor und wenig Schlaf, aber immerhin mit guten Reifen 😉
Die Einführungsrunde dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Und dann standen sie da, und allen raste der Puls. Die Lichter gingen an, eins nach dem anderen... Und LOS! Und erneut fuhr er als ginge es um sein Leben. Wir durften nicht viel Zeit verlieren am Anfang und mit viel Bedacht und überlegten Manövern ging es Platz um Platz nach vorn. Nach der ersten Runde lagen wir bereits auf Platz 6. Unglaublich. Ab hier hieß es schlau sein und taktieren.
13 Runden insgesamt. Bitte keinen Unfall, bitte keinen technischen Defekt, bitte einfach ankommen!
Er fuhr als gäbe es nichts anderes... und kam auf Platz 2 ins Ziel. Bei der tschechischen Meisterschaft.
Ich weinte vor Stolz und Erleichterung eine heimliche Träne, rannte zum Parc Fermé und nahm ihn fest in den Arm! Wir haben es geschafft, wir geben nicht auf. Die Fahrer gratulierten sich gegenseitig und ich wusste: Er hatte einen Frühstart. Und so wurde es bei der Siegerehrung der dritte Platz, ein dritter Platz über den wir uns riesig freuten. Denn er bedeutete soviel mehr für uns! Gebt niemals auf! dieser Sport verzeiht nicht, er lässt nicht locker. Du musst kämpfen und stark sein. Du musst durchhalten und alles geben.
In diesem Sinne: HALTET DURCH!!
-Sophie-
Foto: pokorná