25/04/2026
Ablongieren. Mal ordentlich Energie raus lassen, bevor es in die konzentrierte Arbeit mit dem Menschen geht? Mit meinem Jungpferd Candela versuche ich Bocken und Rennen an der Longe oder frei im Roundpen zu vermeiden (Spoiler: klappt nicht immer, aber lässt sich schnell deeskalieren). Zumindest nutze ich die Arbeit an der Longe nicht zum Austoben für das Pferd. Meine Pferde haben 24 Stunden am Tag freie Bewegung in einem großzügigen Aktivstall mit Trail. Die Zeit mit mir benötigen sie also nicht zwangsläufig zum Bewegungsausgleich oder um überschüssige Energie los zu werden. Oft ist in solchen Fällen das "Austoben" ein konditioniertes hausgemachtes Problem.
Über positive Verstärkung und klar abzugrenzende Signale konditioniere ich das Angehen, Antraben und Angaloppieren sowie den Stop, bringe es quasi unter "Signalkontrolle". So hat Candela das Vorwärts positiv verknüpft. Oft wird beim Treiben des Pferdes das Loben der Reaktion des Pferdes vergessen. Das Treiben erfolgt dann allein durch negative Verstärkung. Viele Lektionen, wie Einparken an der Aufstiegshilfe, Gewicht verlagern, Kruppeherein, Anheben einzelner Beine und viele mehr, werden oft positiv verstärkt. Das Vorwärts wird oft vergessen, soll selbstversrändlich sein und wird dann zum Konfliktpunkt, wenn es zu viel oder zu wenig vom Pferd angeboten wird.
Über diesen Weg hat sich Candela sehr schnell eine ausgeglichene Energie in den Gangarten an der Longe angewöhnt und läuft dabei erstaunlich ausbalanciert und stabil auf ihrer Spur.