29/11/2018
IV - 16.06.2018 - (K)ein Tag wie jeder andere!
Nach dreijähriger Abstinenz sollte das erste Turnier für die Mannschaft der United Freibier Fußballer in Hamm am Rhein stattfinden. Gute Erinnerungen hat man an die kleine Gemeinde im schönen Rheinhessen seit jeher. Unvergessen bleibt der bis heute völlig überraschende Turniersieg im Jahr der Gründung 2013. Damals konnte man als Neuling mit dem Spielglück auf eigener Seite das Turnier gewinnen. Dieses Jahr, nachdem sich UFF ein Stück weit neu erfand, reiste man ebenfalls ohne die ganz großen Erwartungen nach Hamm. Aber beginnen wir die Ereignisse von Anfang an zu erzählen:
Am 16.06.2018 sollte Helios mal wieder seinen Sonnenwagen über den Himmel lenken – Perfektes Fußballwetter. Alles war angerichtet, dachte man. Wie so oft verschob sich der Turnierbeginn um fast eine ganze Stunde, da es einige angemeldete Mannschaften wohl nicht für nötig hielten, die Reise nach Hamm anzutreten, geschweige denn abzusagen. Also wurden kurzerhand die Gruppen neu sortiert, sodass eine davon komplett entfiel. Gruppengegner sollten somit ACBB, Stolpertrupp und die Schulte Allstars sein.
Doch nicht nur bei der Turnierleitung kam man vor Turnierbeginn ins Schwitzen, auch in den Reihen des eigenen Teams. Aufgrund des Fernbleibens einzelner Spieler geriet man bezüglich der Aufstellung nur kurz außer Tritt. Schnell war das vorhandene Spielermaterial eingeschworen mit der Einstellung, das Beste aus der Situation zu machen.
Allerdings funktionierte dies im ersten Gruppenspiel noch nicht so ganz wie zuvor besprochen. Fast planlos und ohne jegliche Ordnung im Spiel verlor man knapp, aber verdient. Es hieß „Nachjustieren“. Doch aufgrund einer herausragenden Teammoral steckte man die Köpfe nicht sofort in den Sand. Das Motto lautete: „Jetzt erst recht!“ Also versuchte man im kommenden Gruppenspiel aus einer sicheren stabilen Defensive heraus, das Spiel zu gestalten, was sofort Früchte trug. Den Schwung aus dem Sieg im zweiten Gruppenspiel wollte man selbstverständlich mit in das letzte entscheidende Duell mitnehmen. Aufgrund der Niederlage zum Turnierauftakt ging es in der letzten Partie um alles – Weiterkommen oder das frühe Aus? Man konnte sich zwar nur mit einem 1:0 gegen die Schulte Allstars durchsetzen, aber bekanntlich gewinnt diejenige Mannschaft die Meisterschaft, die am Ende die meisten Zähler auf dem Konto hat. Die United Freibier Fußballer standen im Viertelfinale.
Die KO-Phase. Endlich begann für die Mannschaft diejenige Zeit im Turnier, in der sie sich am wohlsten fühlt. Bei nicht wenigen von uns begann wieder dieses Kribbeln von wegen „Heute geht was“. Grund genug, vor den KO-Spielen nochmals auf dem Transfermarkt tätig zu werden und Erik Reil (18) zu verpflichten. Aufgrund der Verwandtschaft zu unserem Mittelfeldregisseur Stefan Wieland dauerten die Verhandlungen nur wenige Minuten und schon konnte man den Deal als fix vermelden. Absoluter Transferhammer!
Das Viertelfinalspiel sollte gegen den „Stolpertrupp“ steigen. Der Gegner gespickt mit Hammer Urgesteinen, alle ausgestattet mit jahrelanger Erfahrung aus der C-Klasse Worms. Das Spiel konnte souverän gewonnen werden, nicht zuletzt aufgrund unserer neuen Sturmspitze Erik. Viel aufregender als das Spiel waren die Ereignisse rund um J.E.. Als hätte es im ersten Gruppenspiel nicht schon gereicht, dass er sich die Geschehnisse des letzten Abends nochmals gründlich durch den Kopf gehen lassen hatte, kugelte er sich im Viertelfinale doch glatt die Schulter aus. „Ich muss kurz raus“, rief er noch. Ohne Eisspray oder sonstige medizinische Versorgung kugelte man sich die Schulter wieder ein. Ganz selbstverständlich, als wäre es die normalste Sache der Welt. Daran erkennt man jedoch den unbezwingbaren Willen innerhalb der Mannschaft.
Nach kurzer Regenerationszeit für das Team, vor allem für die Verletzten, stand schon das Halbfinale vor der Tür. Gegner war „Huwoye Worms“.
Die Mannschaft der United Freibier Fußballer erkannte schnell, was zu tun ist: Manndeckung des gegnerischen Stürmers durch Jonathan Eickhoff. Letzterer machte das in diesem Spiel dermaßen grandios, indem er dem Gegenspieler in jeder Situation die Lust am Fußball nahm, er verfolgte ihn auf Schritt und Tritt und schaltete ihn somit aus. Nicht zuletzt aufgrund dieser herausragenden Einzelleistung entschied man die Partie mit 1:0 zu unseren Gunsten. Unglaublich aber wahr: UFF stand im Finale des Hammer Freizeitturnieres in Hamm am Rhein!
Und schon ging es wieder los. „Jetzt war der Größenwahn nämlich da!“ (Zitat Garde). Unser, an diesem Tag ausgeliehene, Torwart Nicolas Sebastian wollte schon längst auf einem Geburtstag abseits der Turnieres verweilen, allerdings nimmt man ein solches Finale natürlich mit. Mittlerweile wollte es jeder Einzelne im Team, sogar Stefan Wieland, der Pessimist im Team schlechthin. Doch galt es, vor dem ganz großen Finale ruhig zu bleiben. Selbstverständlich schossen dem ein oder anderen Routinier noch die Bilder vom damaligen Finale 2013 in den Kopf. Allerdings konnten wir uns damit nichts kaufen. Zumal sich der Gegner im Finale als „Die Titelverteidiger“ betitelte. Bis heute ist es nicht geklärt, ob dieser Name zu Recht zustande kam oder es nur als Mittel zur Abschreckung des Gegners diente. Egal wie, spätestens wir als United Freibier Fußballer wollten dafür sorgen, dass in Hamm am Rhein nur eine Mannschaft den Titel verteidigen wird – wir selbst.
Dann begannen die letzten Minuten vor dem großen Endspiel. Wie hätte es auch anders sein sollen, ließ die Ansetzung des Schiedsrichters sehr zu wünschen übrig. Schiedsrichter der Partie sollte Manfred „Manni“ Sauer sein. Doch davon ließen wir uns nicht abschrecken. Ruhig bleiben, sodass der Schiri nicht gegen uns pfeift. Ebenfalls sollten die Trikots der beiden Mannschaften schwarz sein. Das erste Duell verloren wir, denn wir mussten die Leibchen anziehen.
Anpfiff! Ein frühes Tor für die United Freibier Fußballer durch Erik Reil! Mehr als wichtig! Zumal der Gegner das Spiel total unter seiner Kontrolle hatte. Nicht verwunderlich, wenn man beachtet, in welch hohen Ligen die Spieler des Gegners gewöhnlich die Murmel zirkulieren lassen. Doch machte sich auch so langsam das stundenlange Beer Pong spielen im Verlaufe des Turniers beim Gegner bemerkbar, was sich nicht zuletzt auf deren Chancenverwertung auswirkte. Trotz des hohen Drucks der gegnerischen Mannschaft stehen die Mannen der United Freibier Fußballer dem stand. Man versuchte sogar noch richtig zu zaubern, indem sich Erik Reil aus heiterem Himmel mal so eben einen Fallrückzieher gönnte. Dass dieser nur um Haaresbereite das Tor verfehlte, bedauerte wohl selbst der Gegner. Das wäre wohl der berühmte Sonntagsschuss gewesen.
Doch der Schlusspfiff ertönt.
Gewonnen? Schon wieder gewonnen?
Um in stolzer Ronaldo Manier darauf zu antworten: „Siiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!“
Zwar konnten es die wenigsten von uns sofort begreifen, dass wir gleich den Pott in unseren Händen halten würden, doch die Stimmung war sofort nach oben geschraubt. Nach dem schon damals völlig überraschenden Sieg 2013 verteidigt man den Titel 2018 mindestens genauso überraschend. „Unfassbar“ / „Unglaublich“ waren die an diesem Tag am häufigsten benutzten Wörter. Dass der weitere Verlauf des Abends feuchtfröhlich vonstattengegangen ist, versteht sich wohl von selbst. Immerhin soll man Feste so feiern, wie sie fallen.
Übrigens, die einzigen Titelverteidiger schimpfen sich „United Freibier Fußballer“.
Ein herzliches Dankeschön in das weite Oval aus der Sprecherkabine.