Yoga stimmt

„Keine Macht für Niemand.“Ton Steine Scherben, 1972.Wir sind hier auf der Welt, um Vielfalt zu erleben.Um einander zu be...
08/09/2026

„Keine Macht für Niemand.“

Ton Steine Scherben, 1972.

Wir sind hier auf der Welt, um Vielfalt zu erleben.

Um einander zu begegnen in all den unterschiedlichen Formen, in denen Menschsein möglich ist. Frei, gleichwertig und mit derselben unverhandelbaren Würde.

Dafür stehe ich.

Und meine Offenheit hat eine sehr klare Grenze: dort, wo Menschen abgewertet, ausgegrenzt und ihrer Gleichwertigkeit beraubt werden.

Rassismus ist keine Meinung.
Faschismus ist keine Meinung.
Menschenfeindlichkeit ist keine Meinung.

Under the Rainbow. 🌈

Hier ist verdammt viel Platz.

Für Faschos keiner.

Heute habe ich zehn Stunden gearbeitet und elf Menschen therapeutisch begleitet.Die Jüngste war vier Jahre alt, der Älte...
07/09/2026

Heute habe ich zehn Stunden gearbeitet und elf Menschen therapeutisch begleitet.

Die Jüngste war vier Jahre alt, der Älteste 84.

Dazwischen lagen ganze Lebenswelten.

Unterschiedliche Herkunft, unterschiedliche Geschichten, unterschiedliche Körper und Nervensysteme, unterschiedliche Arten zu denken, zu fühlen, zu sprechen, zu kommunizieren und durch diese Welt zu gehen.

Ich arbeite mit Menschen in meiner Praxis und bei ihnen zu Hause. Ich betrete ihre Räume, höre ihre Geschichten, sehe Familien, Beziehungen, Lebensentwürfe, Schwierigkeiten, Eigenheiten, Humor, Verletzlichkeit und Stärke.

Und immer wieder merke ich, wie sehr mir genau das hilft, wenn ich selbst verzage:

Neugierig bleiben.

Mich öffnen für die Menschen und für die Welt.

Mich daran erinnern, wie unfassbar komplex und vielschichtig dieses Leben ist. Wie wenig davon sich in einfache Antworten, richtige Wege oder allgemeingültige Wahrheiten pressen lässt.

Vielleicht ist das eine der Erfahrungen, die mich auch in meiner Spiritualität am tiefsten geprägt haben:

Das Göttliche, wenn wir es so nennen wollen, begegnet uns in Tausenden und Abertausenden Formen.

In vierjährigen Kindern und 84-jährigen Männern.
In fremden Wohnzimmern.
In Sprache und Sprachlosigkeit.
In Chaos, Eigenwilligkeit, Schönheit, Krankheit, Entwicklung, Alter, Unterschiedlichkeit.
In all diesen vollkommen verschiedenen Arten, Mensch zu sein.

Die Welt wird größer, sobald ich wieder neugierig auf sie werde.

Und meine eigenen Sorgen werden darin manchmal ein kleines bisschen leiser.

04/09/2026

Wie viel von dir kannst du halten?

Deine Wut. Deine Trauer. Deine Lust. Deine Sehnsucht. Deine ganze Lebendigkeit.

Feel all the feelings.

„Würdevoll weiblich“ startet nächste Woche. Ein Platz ist noch frei, online oder im Studio.

Schreib mir „WÜRDE“ als DM oder Kommentar.

Im nichtdualen Ta**ra ist der Körper Ausdruck von Śakti. Bewusstsein nimmt Form an. Es wird sichtbar, fühlbar, lebendig....
03/09/2026

Im nichtdualen Ta**ra ist der Körper Ausdruck von Śakti. Bewusstsein nimmt Form an. Es wird sichtbar, fühlbar, lebendig.

Auch als ich.

Und manchmal schaue ich mich an und empfinde genau darüber ein tiefes Staunen.

Dieses Gesicht ist meines.
Dieser Körper trägt mich durch mein Leben.
Er verändert sich. Er altert. Er begehrt. Er fühlt Lust und Schmerz. Er bewegt sich, erschöpft sich, wird wieder kraftvoll.

Ich bin hier.

Verkörpert. Sichtbar. Lebendig.

Mich schön zu finden bedeutet für mich, die Frage nach einem äußeren Ideal für einen Moment loszulassen.

Es bedeutet, von meiner eigenen Verkörperung berührt zu sein.

Mich selbst anzuschauen und Schönheit auch in dieser einen ganz konkreten Erscheinungsform des Lebens zu erkennen, die ich selbst bin.

Für mich ist genau das eine Form des Wiedererkennens (Pratyabhijñā).

Eine Erinnerung daran, dass auch ich Ausdruck dieser lebendigen, schöpferischen Kraft bin.

„Das Selbst ist der Schauspieler.“nartaka ātmāŚiva Sūtra 3.9Ich bin vor vielen Jahren in einer meiner Yogalehrer-Ausbild...
03/09/2026

„Das Selbst ist der Schauspieler.“

nartaka ātmā
Śiva Sūtra 3.9

Ich bin vor vielen Jahren in einer meiner Yogalehrer-Ausbildungen zum ersten Mal den Śiva Sūtras begegnet. Und gerade ist ein Gedanke daraus wieder sehr lebendig für mich geworden:

Das Leben als Bühne. Und wir mittendrin.

In den Śiva Sūtras 3.9–3.11 wird dieses Bild erstaunlich konkret:

Das Selbst ist der Schauspieler.
Das innere Selbst ist die Bühne.
Die Sinne sind die Zuschauer.

Spannend wird es, wenn wir die Kommentartradition dazunehmen.

Bhāskara beschreibt zu 3.9 einen erfahrenen Schauspieler, der die verschiedenen rasa und bhāva, Stimmungen, Empfindungen und emotionalen Zustände, kennt und sich ganz in sie hineinbegibt. Er spielt seine Rolle und verkörpert, was diese Rolle verlangt.

Und dabei vergisst er seine Identität nicht.

Kṣemarāja greift ebenfalls das Spiel mit Verhüllung und unterschiedlichen Rollen auf. Das eigene Wesen kann sich verhüllen, Formen annehmen, Rollen spielen.

Für mich liegt genau hier ein unglaublich spannender Gedanke tantrischer Philosophie:

Bewusstsein bedeutet nicht, das menschliche Leben zu überwinden.

Ich bin hier.

In diesem Körper.
In dieser Zeit.
In meinen Beziehungen.
In Lust und Liebe.
In Schmerz und Verlust.
In Erfolg, Chaos, Sehnsucht, Angst und Schönheit.

Ich spiele meine Rollen.

Und spirituelle Praxis macht mich nicht zur Regisseurin des gesamten Universums.

Ich halte wenig von einer Spiritualität, die uns erzählt, wir müssten nur unsere Energie richtig ausrichten, positiv genug denken, genügend heilen und unsere Frequenz erhöhen, dann ließe sich das Leben irgendwann vollständig beherrschen.

Und noch weniger halte ich von der Schuld, die daraus entsteht, wenn das Leben sich nicht daran hält.

Bewusstsein ist für mich etwas anderes.

Mitten im Stück zu stehen und mich zu erinnern.

Ich kann vollkommen in eine Rolle hineingehen. Ich kann lieben, kämpfen, scheitern, genießen, trauern, erschaffen, begehren.

Und ich kann gleichzeitig wissen:

Keine einzelne dieser Rollen ist die Gesamtheit dessen, was ich bin.

Weiter in den Kommentaren.

Ich saß heulend im Auto. Meine Gedanken, meine Gefühle, die Anforderungen des Alltags und meine eigenen Sehnsüchte waren...
02/09/2026

Ich saß heulend im Auto. Meine Gedanken, meine Gefühle, die Anforderungen des Alltags und meine eigenen Sehnsüchte waren mir für einen Moment zu viel.

Danach begann mein Arbeitstag mit vielen Patient*innen und Klient*innen; abends habe ich eine tantrische Feuerpraxis unterrichtet.

Feuer deiner Seele. Durch den Widerstand wachsen. Und gleichzeitig Hingabe. An Gott. An deine Seele.

Ta**ra erkennt auch das Profane als heilig.

Das Leichte gehört zum Leben, die Ekstase, das Meer, die Lust und diese Tage, an denen wir die ganze Welt umarmen könnten. Und dann gibt es Tage, die schwer auf unseren Schultern liegen.

Hingabe an das Leben bedeutet für mich, nicht länger darauf zu warten, dass es sich allein in die richtige Form bringt. Oder überhaupt zu wissen, was die "richtige" Form wäre.

Es ist so crazy zu glauben, wir könnten das Leben kontrollieren!

Genau darin liegt eine große Freiheit. Ich brauche keinen perfekten Moment, um ganz da zu sein. Ich muss das Leben nicht erst bezwingen, ordnen oder kontrollieren, bevor ich mich ihm öffnen kann.

Das Heilige wartet nicht hinter dem nächsten gelösten Problem.

Es ist längst hier, mitten in diesem wilden menschlichen Leben.

Devotion to life.

Adresse

SchwartzkopffStr. 1/Halle 22 Im Souterrain
Wildau
15745

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