27/03/2026
Nachdem unsere Ankündigung, den Anfänger-Reitunterricht auf Schulpferden einzustellen, auf breites Interesse und viele zustimmende Reaktionen gestoßen ist, erschien dieser sehr treffende und gut geschriebene Artikel in den NN.
Leider hat sich der Redakteur bei seiner Bildauswahl nicht beraten lassen, sondern ohne Rücksprache ein beliebiges Foto ausgewählt, das zudem noch mit falschen Angaben versehen wurde.
Zunächst einmal ist auf dem Bild eine Turnierteilnehmerin auf ihrem eigenen Pferd zu sehen, was thematisch schon mal nichts mit dem Artikel zu tun hat.
Weiterhin ist dies natürlich nicht, wie angegeben, „Viola Augustin mit ihrem Pony Inselhofs Oliver Twist“.
Was aber auffällt: wie sich Kommentierende auf Basis des Fotos am Reitsport, am Sitz, korrekter Ausbildung, dem Ausbilder, dem Turniersport, der Ausrüstung abarbeiten. Offensichtlich haben wir die richtige Entscheidung getroffen, wenn bereits der Anblick von Fotos nicht perfekt reitender Menschen geeignet ist, die Leser in Rage zu bringen.
Das Bild ist wohl nicht geeignet, bemerkenswerten reiterlichen Stand zu illustrieren. Dennoch sieht es nun mal hin und wieder so und ähnlich aus, wenn jemand sich noch auf dem Weg befindet. Der eine lernt schneller, der andere langsamer. Und manch einer betrachtet sich als guten Reiter und ist doch nur ein Foto im falschen Augenblick von seinem eigenen Sh*tstorm entfernt.
Die Social-Media-Welt hat uns alle den Blick für „normales“ Reiten, Freizeitreiten und Anfänger verlieren lassen. Weil man in Mehrheit schöne Bilder, gut sitzende Reiter und ganggewaltige Pferde zu sehen bekommt und viel zu wenige „live“ im richtigen Leben, verschiebt sich der Erwartungshorizont unrealistisch nach oben. Keine gute Entwicklung, denn sie tötet Realismus, Toleranz, Akzeptanz. Und jeder Hate-Kommentar ist ein Beitrag zum Untergang des Pferdes, sogar, wenn er gut gemeint ist.