12/02/2018
PARVOVIROSE in der WETTERAU
- tödlicher Durchfall -
In letzter Zeit wurden uns einige schwer kranke junge Hunde vorgestellt. Es fiel den Besitzern zunächst auf, dass ihre Hunde appetitlos, matt, schlapp, lustlos waren. Dann fingen übelst stinkende Durchfälle an, die zunehmend blutig wurden. Spätestens jetzt kamen die Besitzer.... Für uns stand die Verdachtsdiagnose "Parvovirose" sehr schnell fest. Für Menschen besteht keine Gefahr - für Hunde ist die Krankheit oft tödlich.
Die Krankheit gab es früher sehr häufig. Durch flächendeckende Impfungen konnte sie aber fast getilgt werden. Erst durch zunehmende "Impfmüdigkeit", verantwortungslose "Impfgegner" und den Import/Schmuggel von Hunden/Welpen aus dem Ausland, kommt die fast immer tödliche Krankheit zu uns zurück.
Die Parvovirose, hervorgerufen durch das canine Parvovirus ist eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten für den Hund. Sie befällt vor allem das Immunsystem und die Darmschleimhaut.
Der Erreger dringt über die Nasen- und Maulschleimhaut in den Körper ein. Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 10 Tage. Die Erkrankung kündigt sich mit dem Auftreten von FIEBER (39,5−41,5 °C), verminderter Futteraufnahme und Teilnahmslosigkeit an. Entsprechend den befallenen Organsystemen dominieren etwa 6–12 Stunden nach den ersten Anzeichen vor allem stinkende DURCHFÄLLE.
Der Erreger ist gegenüber Umwelteinflüssen sehr unempfindlich. Bei Raumtemperatur bleibt er über ein Jahr infektiös, die meisten handelsüblichen Desinfektionsmittel vermögen ihn nicht zu inaktivieren. Infolge seiner hohen Widerstandsfähigkeit bleibt der Erreger lange infektiös und wird mittels Beschnuppern oder Belecken kontaminierter Oberflächen aufgenommen. Als ÜBERTRÄGER kommen auch mit dem erkrankten Tier in Berührung gekommene Menschen, Kleidungsstücke und Gegenstände in Frage.
Gefährdet sind vor allem WELPEN und JUNGHUNDE, die keinen ausreichenden Immunschutz haben. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Mutterhündin grundimmunisiert und durchgeimpft ist, dann sind die Welpen in den ersten Lebenswochen durch die mütterlichen Antikörper geschützt. Die mütterlichen Antikörper bauen sich aber in den ersten Lebenswochen ab, und da der Welpe noch keine eigenen Antikörper produziert, wird der Schutz immer schwächer und das Ansteckungsrisiko höher. Je nach Infektionsdruck und Impfschema können Hunde ab der sechsten Lebenswoche geimpft werden.
BITTE: Achten sie darauf, dass ihre Hunde kontinuierlich geimpft werden und wurden!
Liebe Grüße, Ihre Tierarztpraxis Dr Hofmann & Hofmann, Butzbach