11/10/2025
Sehr geehrte Vereinsmitglieder, Fans und Freunde des SuS Wesel,
als Abteilungsleiter Fußball möchte ich heute mit Stolz und Anerkennung auf eine Pokalschlacht zurückblicken, die den wahren Geist unserer Mannschaft gezeigt hat. Unser Kreispokalspiel am Mittwoch, den 08. Oktober 2025, gegen den drei Klassen höher spielenden Bezirksligisten SV Friedrichsfeld war mehr als nur ein Spiel – es war ein Statement.
Pokalfight auf Augenhöhe: SuS Wesel zwingt den Favoriten in die Knie
Spielbericht: SuS Wesel 1920/75 e.V. – SV Friedrichsfeld 1:3 (0:2)
Unter Flutlicht auf dem heimischen Hartplatz am Sportplatz Nord in der Feldmark trat unsere Mannschaft an, um dem scheinbar übermächtigen Gegner aus Friedrichsfeld die Stirn zu bieten. Von der ersten Minute an war klar: Wir waren nicht gekommen, um uns zu verstecken.
Unsere Aufstellung:
Tor: Marco Räbsch
Abwehr: Niklas Gottwald, Daniel Brzeske (K), Justin Sky Jankowski, Alen Dzemic
Mittelfeld: Swen Coralic, Christian Scholten, Jan Nepicks
Sturm: Nick Hoffman, Heorhii Basylaiia, Egzon Kokolari
Der SV Friedrichsfeld hatte sich den Abend sicherlich anders vorgestellt. Anstatt eines leichten Durchmarsches sahen sie sich einer entschlossenen und hoch pressenden Weseler Mannschaft gegenüber. Immer wieder scheiterten die Offensivbemühungen des Bezirksligisten an unserem überragend aufgelegten Torwart Marco Räbsch, der an diesem Abend zur Höchstform auflief und den Gegner schier zur Verzweiflung trieb.
Unter der Leitung des souveränen Schiedsrichters Adam Wochnik benötigte der Favorit einen Strafstoß, um in Führung zu gehen. Nach einem Foul im Sechzehner war der Elfmeter in der 18. Minute auch aus unserer Sicht gerechtfertigt und führte zum 0:1. Doch wer nun einen Einbruch erwartete, sah sich getäuscht. Unsere Mannschaft spielte mutig weiter, attackierte früh und erarbeitete sich eigene Torchancen. Zwar war der technische Klassenunterschied in der Ballannahme und -verarbeitung phasenweise sichtbar, doch kämpferisch und als Kollektiv agierten wir auf absolutem Top-Niveau.
Ein Dämpfer folgte in der 22. Minute mit dem 0:2. Die nachträgliche Videoauswertung zeigte klar eine Abseitsposition, die auf dem Feld nur schwer zu erkennen war. Wir machen dem Schiedsrichter hier keinerlei Vorwurf, solche Entscheidungen sind im Eifer des Gefechts ohne technische Hilfsmittel kaum zu treffen. Entscheidend war jedoch die Reaktion unseres Teams: Unbeeindruckt spielten sie ihr Spiel weiter, versteckten sich nicht und kamen immer wieder gefährlich vor das gegnerische Tor.
Die zweite Halbzeit gehörte dem SuS Wesel
Nach dem Seitenwechsel diktierte unsere Mannschaft das Geschehen. Mit einer unglaublichen Moral und unbändigem Willen erspielten wir uns eine Fülle von Torchancen. Der Bezirksligist wurde phasenweise in der eigenen Hälfte eingeschnürt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Ball im Netz zappeln würde. In der 76. Minute war es dann soweit: Heorhii Basylaiia krönte unsere stärkste Phase mit dem hochverdienten Anschlusstreffer zum 1:2.
Das Spiel stand auf Messers Schneide, der Ausgleich lag in der Luft. Wir hatten mehr als genug Möglichkeiten, das Spiel komplett zu drehen. Letztendlich war es jedoch die individuelle Klasse des SV Friedrichsfeld, die den Unterschied machte. Ein Konter in der 80. Minute führte zum entscheidenden 1:3 und beendete unsere Pokalträume.
Fazit: Eine Niederlage, die sich wie ein Sieg anfühlt
Auch wenn das Ergebnis am Ende nicht für uns sprach, können wir erhobenen Hauptes vom Platz gehen. Wir haben den SV Friedrichsfeld an den Rand einer Niederlage gebracht und über 90 Minuten einen aufopferungsvollen Kampf geliefert. Auf dem Spielfeld war, abgesehen von einzelnen technischen Fähigkeiten, kein Klassenunterschied zu erkennen. Als Kollektiv waren wir an diesem Abend die stärkere Mannschaft, weil es uns gelang, die individuellen Vorteile des Gegners durch mannschaftliche Geschlossenheit zu neutralisieren.
Wir haben allen Zuschauern ein packendes und unvergessliches Pokalspiel geboten, das auf dem Papier eigentlich schon im Vorfeld entschieden schien.
Die in der NRZ getätigten Aussagen des gegnerischen Trainers, die von wenig Respekt gegenüber der Leistung unserer Mannschaft zeugen, nehmen wir zur Kenntnis. Wir für unseren Teil sind unglaublich stolz auf das, was unsere Jungs gezeigt haben. Und eines ist sicher: Auf dem harten Platz in der Feldmark mussten beide Teams spielen.
Mit sportlichen Grüßen,
Ihr Abteilungsleiter Fußball
SuS Wesel 1920/75 e.V.
Fotos: Oliver Kwoka (diese sind Eigentum des SuS Wesels und Urheberrechtlich geschützt)