01/08/2026
KRASSER AUSSENSEITER IM ODENWALD
Sonderseite des TV Wünschmichelbach:
https://www.tvw1920.de/kopie-1-mannschaft
Im Weinheimer Vorort Wünschmichelbach kämpfen die Zweitliga-Faustballer des TV Waibstadt am Sonntag, 2.8. (10.00 Uhr) um den Aufstieg in die 1.Bundesliga Süd. Bei der eintägigen Relegation im Odenwald werden unter den vier Qualifikanten zwei freie Plätze in der höchsten Spielklasse zur kommenden Hallensaison 2025/26 vergeben. „Wir gehen ganz entspannt ins Turnier und sehen uns als Außenseiter“ stapelt Kapitän Lucas Kiermeier tief.
In der Weststaffel landeten die Waibstädter mit 20-12 Punkten auf Rang drei. Lange Zeit mit Abstiegssorgen unterwegs schafften die Gelb-Schwarzen (nach 10-12) mit fünf Siegen in Folge noch den Sprung nach oben. Da der Zweitplatzierte TSV Karlsdorf (22-10) verzichtete, rückte Waibstadt hinter dem souveränen Staffelmeister TV Wünschmichelbach (30-2) zur Relegation nach. „Nach kurzer Beratung haben wir uns zur Teilnahme entscheiden. Wir freuen uns auf eine kurze Anreise, eine tolle Kulisse und drei interessante Partien, die wohl auch zur Hitzeschlacht werden“ erklärt Abteilungsleiter Thomas Link. Da die Teilnahme an der Relegation lange Zeit überhaupt kein Thema war, fehlen zwei Akteure urlaubsbedingt bei den Waibstädtern.
Rückenwind gibt den Kraichgauern der 3:1-Sieg über den TV Wünschmichelbach Anfang Juli, zugleich die bislang einzige Saisonniederlage der Odenwälder. Zu diesem nordbadischen Derby kommt es erneut am Sonntag direkt zum Auftakt um 10.00 Uhr. Danach folgen die Partien gegen die beiden Qualifikanten der seit Jahren stärkeren Südstaffel. „Mit Waldrennach und Rosenheim sind zwei Vereine mit herausragenden Einzelspielern am Start. Ich sehe beide in der Favoritenrolle“ ordnet Routinier Kai Braun die Gegner ein.
Der TV Waibstadt startet am Sonntagfrüh mit achtköpfigem Kader ins nur 45 Kilometer entfernte Wünschmichelbach. Der Angriff wird von Kapitän Lucas Kiermeier angeführt, in der Abwehr ist neben Kai Braun der frisch gebackene U 18-Weltmeister Max Grab gesetzt. Daneben stehen Marius Bertsch, Thomas Link, Johannes Lott, Laurin Wennesz und Marek Wennesz im Aufgebot.
Erfreuliche Perspektiven bietet die Personalsituation: zur kommenden Hallensaison werden mit Daniel Maurer (19) und Felix Schneider (19) zwei Top-Talente nach ihrem einjährigen Gastspiel beim TV 1880 Käfertal zu ihrem Heimatverein zurück kehren. Beide gewannen in der Hallensaison 25/26 mit den Mannheimern in Stuttgart überraschend den Deutschen Meistertitel und durchbrachen die Dominanz des Serienmeisters TSV Pfungstadt mit einem 5:3-Endspielsieg.
Historisches:
Die Waibstädter Herren gehörten der 1.Bundesliga Süd im Feld bereits von 1985-96, 1999, 2002-03, 2006-2008, 2011, 2014, 2017, 2022 sowie 2024 in insgesamt 23 Spielzeiten an. Insgesamt fünfmal qualifizierte man sich für die DM-Endrunde (1986, 1989, 1993, 1994, 2006), größter Erfolg war die Deutsche Vizemeisterschaft 1986 in Hockenheim. Die fünf letzten Aufstiege endeten bereits im ersten Jahr.
In Wünschmichelbach am Sonntag könnten die Gelb-Schwarzen zum zehnten Mal ins Oberhaus aufsteigen. Hinzu kommen noch sieben Erstligaaufstiege im Hallenfaustball, zuletzt im März 2025. Mit insgesamt 16 Aufstiegen ist der TV Waibstadt einsamer Rekordhalter im deutschen Faustball.
Die Gegner:
TV WÜNSCHMICHELBACH (Baden) – 1.West (30-2 Punkte)
Die Odenwälder sind einer der traditionsreichsten Vereine Badens. Größter Vereinserfolg war die Deutsche Vizemeisterschaft der Herren 2017. Nach mehreren vergeblichen Anläufen wollen die Weinheimer vor heimischem Publikum endlich ins Oberhaus zurück. Schlüsselspieler ist der zweifache Weltmeister (2019 und 2023) Jonas Schröter. Der 30-jährige Allrounder kehrte nach mehreren Jahren beim TSV Pfungstadt zu seinem Heimatverein zurück. Daneben ruhen die Hoffnungen auf Angriffshüne Tim Lutz. Ebenfalls im Team steht Rouven Appenzeller, der von 2022-23 beim TV Waibstadt spielte.
TV WALDRENNACH (Schwaben) – 1.Süd (26-6 Punkte)
Im 800 Einwohner-Dorf ist Faustball die dominante Sportart. Die Nordschwarzwälder sind im Hallenfaustball seit vier Jahren im Oberhaus etabliert. Nach dem letztjährigen Abstieg hat Trainer Stefan „Stan“ Maier den direkten Wiederaufstieg fest im Visier. Prunkstück ist die exzellente Defensivreihe mit Nationalspieler Luca Egger (26) und Weltmeister Oliver Kraut (29). Hingegen fehlt der langjährige Hauptangreifer Michael Ochner wegen einer komplizierten Handverletzung. Diese Lücke konnte der 21-jährige Bryan Killinger zuletzt hervorragend schließen.
MTV ROSENHEIM (Bayern) – 2.Süd (26-6 Punkte)
Die weiteste Anreise hat mit 440 Kilometern der Traditionsverein aus Oberbayern. Bereits von 1998 bis 2002 sowie von 2007 bis 2018 gehörten die Grün-Weißen der höchsten Spielklasse im Feld an. Angeführt vom dreifachen Weltmeister Steve Schmutzler (2011, 2015, 2019) wurde der MTV dreimal Deutscher Vizemeister hinter dem TSV Pfungstadt. Der 41-jährige Schmutzler ist noch immer ein Ausnahmekönner und bildet mit Patrick Schiep (36) den „Oldie-Angriff“ des MTV. In der Abwehr steht U 21-Nationalspieler Maxi Ortmaier.
Aufstiegsrunde zur 1.Bundesliga Süd, Herren am Sonntag, 2.8.:
Spielort: Faustballplatz Wünschmichelbach, Bärsbacher Weg 6, 69469 Weinheim
9.45 Uhr Begrüßung
10.00 Uhr TV Wünschmichelbach – TV Waibstadt
ca. 11.00 Uhr TV Waldrennach – MTV Rosenheim
ca. 12.15 Uhr TV Wünschmichelbach – MTV Rosenheim
ca. 13.15 Uhr TV Waldrennach – TV Waibstadt
ca. 14.30 Uhr TV Waibstadt – MTV Rosenheim
ca. 15.30 Uhr TV Wünschmichelbach – TV Waldrennach
Alle Spiele gehen auf drei Gewinnsätze.
Zwei Vereine steigen in die 1.Bundesliga Süd Feld 27 auf.