05/09/2025
GTC in Cheb - Ohne Power kein Erfolg! ⚡🏁
Das vierte Saisonrennen der German Team Championship 2025 führte die Teams nach mehrjähriger Pause wieder ins tschechische Cheb 🇨🇿. Auf dem traditionsreichen Kurs wollten wir nach unserem soliden fünften Platz in Wackersdorf, dieses mal unter die besten drei fahren🥉. Grundlage dafür sollten fehlerfreie und schnelle Fahrerwechsel 🔄 sowie sichere Tankstopps ⛽ sein, denn genau hier hatten wir in Wackersdorf Zeit verschenkt. Aus Wackersdorf wussten wir: Unser Kart hat das Zeug, vorne dabei zu sein. An diesem Wochenende lag der Fokus aber auch auf dem speziellen Rennmodus. Anders als üblich wurde das Rennen nicht unterteilt, sondern komplett und ohne Unterbrechung am Samstag ausgetragen.
Bereits am Donnerstag konnten die ersten Testrunden absolviert werden. Aufgrund der vielen Leihkart-Unterbrechungen bot die Strecke allerdings kaum Grip 🛞, sodass keine echte Setup-Arbeit möglich war. Zudem waren die Stints auf zwanzig Minuten begrenzt ⏱️. Tim nutzte die Gelegenheit, um die für ihn neue Strecke kennenzulernen. Gefahren wurde die längere Streckenvariante, die im Vergleich zur GTC-Variante einige zusätzliche Passagen bietet. Da aus den Vorjahren bekannt war, dass der Asphalt in diesem Abschnitt schlecht mit dem BEBA-Gummi harmoniert und teilweise aufbrechen kann ⚠️, stand die Entscheidung über die endgültige Streckenführung zu diesem Zeitpunkt noch aus.
Am Freitag war die Strecke exklusiv für die GTC-Karts reserviert 🏎️, sodass die ersten echten Setup-Arbeiten beginnen konnten. Die größte Herausforderung bestand darin, die Reifen ins richtige Arbeitsfenster zu bringen 🌡️. Wie so oft in Cheb, zeigten sich bereits nach wenigen Runden deutliche Verschleißspuren. Mal waren sie innen, mal über die gesamte Reifenbreite zu sehen. Nur durch einen sehr genau abgestimmten Luftdruck ließ sich ein halbwegs akzeptables Reifenbild erreichen. Erschwerend hinzu kam, dass die Temperaturen am Samstag voraussichtlich rund zehn Grad niedriger sein würden 🌬️, was die Wahl des Luftdrucks zusätzlich erschwerte. Klar wurde aber auch: Unser neues Chassis kam im kurvenreichen Infield gut zurecht 💪 und konnte dort überzeugen. Die längere Variante, die am Freitag gefahren wurde, spielte uns mit ihren schnellen Kurven zusätzlich in die Karten. Doch am Abend entschied die GTC-Orga, dass die kurze Variante gefahren wird. Die Gefahr, dass der zusätzliche Abschnitt erneut aufbricht, war zu groß. Damit rückte eine abfallende, lange Linkskurve ins Zentrum des Interesses 🔑. Aus dieser musste man möglichst viel Schwung für den anschließenden Vollgas-Abschnitt mitnehmen, um keine Zeit zu verlieren.
Am Samstagmorgen nutzten Nils und Sandro das Warm-up, um sich auf diese Schlüsselstelle einzuschießen. Doch das Qualifying begann turbulent 🌧️: Ein kurzer, kräftiger Regenschauer verwandelte die Strecke zu Beginn der ersten Session in eine Rutschbahn. Sandro ging mit Regenreifen auf die Strecke und konnte sich früh an die Spitze setzen. Doch die Strecke trocknete schnell ab und die Rundenzeiten purzelten in jeder Runde ⏱️. Wir schwankten immer wieder zwischen den entscheidenden Top 12 und dem Aus. Glücklicherweise überquerte Sandro fast als Letzter die Ziellinie und konnte so bei fast trockenen Bedingungen den 5. Platz erreichen. Nils bestätigte die starke Form mit Trockenreifen und brachte uns schließlich auf Startposition sechs.
Der Rennstart erfolgte mit einem LeMans-Start 🏃➡️🏎️: Fahrer gegenüber den Karts, mit der grünen Flagge sprinten, einsteigen, losfahren. Joshua erwischte einen guten Start 🚀 und machte sofort mehrere Positionen gut. Doch mitten in seinem Stint sorgte ein erneuter Regenschauer für Wirbel 🌧️. Die Frage stand im Raum: Regenreifen oder nicht? Angesichts der Erfahrungen aus dem Qualifying entschieden wir uns gegen einen Wechsel. Eine Entscheidung, die sich als richtig herausstellen sollte ✅, denn der Regen hielt nicht lange genug an, um einen doppelten Wechsel zu rechtfertigen. Im Feld herrschte Uneinigkeit. Manche Teams wechselten die Reifen, andere nicht. Doch am Ende zahlte sich unsere Strategie aus.
Auf trockener Strecke wurde jedoch das Grundproblem offensichtlich: Im Infield war unser Kart stark 💪, auf den langen Geraden fehlte uns schlicht die Motorleistung. Stetig verloren wir zwei bis drei Zehntel pro Runde. Nils brachte es auf den Punkt: „Das Kart liegt top, aber auf der Geraden sind wir chancenlos.“ In der Heavy Hour mit 190 kg Zusatzgewicht setzten wir auf eine andere Reifenstrategie. Statt wie üblich auf einer Seite einen Vorder- und einen Hinterreifen zu wechseln, entschieden wir uns für zwei neue Vorderräder 🛞, um dem bekannten hohen Verschleiß an der Vorderachse entgegenzuwirken. Überraschenderweise zeigte sich beim Wechsel, dass der linke Vorderreifen weniger abgenutzt war, als befürchtet. Verschiedene Teams setzten auf unterschiedliche Strategien, die meisten jedoch auf die bewährte Variante mit einem Vorder- und einem Hinterreifen.
Wir zeigten über das gesamte Rennen hinweg eine fehlerfreie Leistung – sowohl auf der Strecke als auch in der Box 🙌. Es gab keine Strafen, keine technischen Ausfälle und die Stopps waren schnell und sauber. Dadurch konnten wir uns bis ins letzte Renndrittel in den Bereich der Top 5 vorkämpfen. Doch dann spielte das Schicksal erneut eine Rolle 😕. Am Ausgang einer schnellen Kurve löste sich ein Ratterstein, woraufhin diese Stelle mit Pylonen abgesichert wurde 🚧. Mehrfach fuhren Teams die Pylonen um, was zu zahlreichen Gelbphasen führte. Im letzten Stint, als wir auf Platz 5 lagen und die Position eigentlich sicher schien, kam es schließlich durch die Pylonen zu einer Full-Course-Yellow-Phase. Genau dort erlebten wir den Worst Case: In unserer Vierergruppe wurde das vorausfahrende Kart immer langsamer 🐢. Aufgrund der gelben Flaggen war Überholen jedoch verboten 🚫. Am Ende der Gruppe hingen wir fest und konnten nichts tun. Erst als das Kart im Schneckentempo in die Box abbog, durften wir wieder beschleunigen. Da war der Schaden aber längst angerichtet. Mehr als 20 Sekunden waren weg.
Damit war die #16 vom ADAC Südbayern plötzlich direkt hinter uns und die letzten 30 Minuten wurden zu einem packenden Duell um den fünften Platz ⚔️. Mehrfach pro Runde wechselten die Positionen. Im Infield waren wir klar stärker, doch auf der Geraden war die #16 kaum zu halten. Zehn Minuten vor Schluss kam auch noch die #22 von Honda Spirit hinzu, überrundete uns beide und verschaffte der #16 zusätzlich Windschatten 🌬️. Damit waren unsere Chancen, die Position zurückzuholen, dahin. Nach einem intensiven, aber stets fairen Kampf mussten wir uns schließlich mit Platz 6 im Gesamtklassement und Platz 5 in der GTC-Wertung zufriedengeben.
Trotz der Enttäuschung über den verpassten Platz unter den Top 5 des Gesamtklassements überwiegt die positive Erkenntnis 💡, dass das Chassis, die Teamarbeit 🤝 und die Strategie absolut konkurrenzfähig waren. Es war einzig und allein die nachlassende Motorleistung, die uns um den Lohn brachte.
Wir bedanken uns bei der #16 für den fairen und spannenden Zweikampf 👊 und gratulieren gleichzeitig zum Klassensieg 🏆. Ebenso geht ein Glückwunsch an ZAP Racing ( #153) für den Doppelsieg in Wackersdorf und Cheb 🎉. Seid uns aber nicht böse: In Oppenrod wollen wir gerne ein anderes Team ganz oben auf dem Siegertreppchen sehen 🥇. „Drei in Folge“ soll uns bitte niemand so schnell nachmachen.
Bis Oppenrod werden wir alles daransetzen 🔧, dass unser Motor uns nicht noch einmal im Stich lässt. Die Strecke mit ihren vielen schnellen Kurven sollte unserem Chassis liegen 🏎️ und wir hoffen, endlich den Sprung unter die ersten drei zu schaffen. Bis dahin wünschen wir allen Teams eine gute Zeit.
Euer Team
Cinquanta Corse by ACV
German Team Championship GTC
Race-Report.de