19/08/2026
Hallo Kreisliga
Im ersten Spiel in Deutschlands 9. Liga gab es am Wochenende beim TSV direkt einmal alles, was den Amateurfußball so besonders macht. Leidenschaft, Rückschläge, Aufholjagd, Teamgeist, Flutlicht – und vor allem das Wichtigste: Am Ende standen drei Punkte auf dem Konto.
Mit einer soliden Truppe ging es für unsere 1. Mannschaft am Freitagabend unter Flutlicht gegen die neu gegründete Spielgemeinschaft aus Kubschütz und Cunewalde. Nach einer intensiven Vorbereitung sollte das erste Saisonspiel gleich zweierlei zeigen: Kann die Mannschaft ein erstes Ausrufezeichen in der Liga setzen – und wo steht sie tatsächlich nach den vergangenen Wochen?
Die Antwort fiel zunächst ernüchternd aus. Zumindest gedanklich schienen einige unserer Helden noch in den glorreichen Jahren der Kreisoberliga zu verweilen. Die Gäste machten dagegen unmissverständlich klar, dass auch in der Kreisliga Fußball gespielt wird – und zwar von Beginn an. Nach gerade einmal 15 Minuten stand es 0:2. Unsere Wachauer Truppe war völlig überrumpelt und fand zunächst überhaupt keinen Zugriff auf die Partie.
Doch anstatt sich gegenseitig die Schuld für den Fehlstart zuzuschieben, besann sich die Mannschaft auf das, was sie stark macht: Teamgeist. In der 23. Minute war es Henry Hempel, der mit seinem Treffer den Startschuss für die Aufholjagd gab. Eine Viertelstunde Ebbe - jetzt kam die Flut.
In der Kabine fand Trainer Patrick Herrmann anschließend die richtigen Worte. Mit klaren Ansagen und klugen Wechseln stellte er die Weichen für einen zweiten Durchgang, in dem der TSV endgültig das Kommando übernehmen sollte.
Und einer hatte offensichtlich noch lange nicht genug: Henry Hempel. In der 70. Spielminute machte er dort weiter, wo er vor der Halbzeit aufgehört hatte, und erzielte den Treffer zum 3:2. Aus dem 0:2 war plötzlich eine Führung geworden. Der glorreiche TSV war wieder da.
Über 100 Zuschauer auf dem Sportplatz in Ekstase. Mannschaft und Zuschauer verschmolzen zu einer Einheit und sorgten für eine echte Aufbruchsstimmung an der Orla.
In der 89. Minute folgte schließlich der endgültige Sargnagel. Das 4:2 machte den Deckel auf einen Abend, der bereits nach 15 Minuten beinahe verloren schien. Der Torschütze? Das müssen wir an dieser Stelle wohl nicht mehr ausdrücklich erwähnen.
Noch lange nach Abpfiff wurde auf dem Sportplatz in diversen Fachgesprächen analysiert, diskutiert und natürlich auch gefeiert. Der Fehlstart muss Warnung genug sein: Solche ersten 15 Minuten dürfen sich in den kommenden Wochen nicht wiederholen. Gleichzeitig hat die Mannschaft eindrucksvoll gezeigt, was möglich ist, wenn sie zusammensteht, sich nicht aufgibt und den eigenen Fußball auf den Platz bringt.