21/05/2024
Unsere vom ECC organisierte Veranstaltung: "Besuch der Felsengänge" war ein voller Erfolg. Am 15.05.2024 hatten 20 Teilnehmer eine sehr interessante Führung in den historischen Felsengängen in Nürnberg. Einstieg war am Albrecht Dürer Platz, dem ehemaligen Milchmarkt. Es ging über enge und sehr steile Treppen, schmale, niedrige Gänge im Buntsandstein, mit einfachen Mitteln wie Hacke und Meißel, schon seit 1380 errichtet. Im letzten Krieg dienten die Gänge zur Einlagerung von Kunstschätzen (Männleinlaufen, Schöner Brunnen) und zum Schutz der Bevölkerung bei Luftangriffen. Da das Wasser vor Jahrhunderten stark verkeimt und somit gesundheitsschädlich war, konnten die Bürger früher den täglichen Flüssigkeitsbedarf von 2 Litern nur mit Bier decken, und das vom Säugling an gleich nach dem Abstillen. Das Bier brauchte zum Reifen und zum Lagern eine konstante Temperatur von etwa 8 Grad. Mit steigendem Bedarf wurden die Keller im Laufe der Jahrhunderte bis auf 4 Solen erweitert und Lüftungsschächte eingebaut. Ein Wirt musste früher einen eigenen Keller besitzen. Der „Schröter“ ließ die Fässer über eine Fassleiter in die Tiefe. Der „ Kieser“ prüfte das gebraute Bier und und bei schlechtem, ungenießbare Bier „schlug er dann dem Fass den Boden aus“. Ausgeschlagener Buntsandstein wurde auch zum Fegen von Böden verwendet („Stubensandstein“). Es gab 24 Keller, die über die Stadt verteilt und verbunden waren. Zusätzliche Eingänge, z.B. von der Stadtmauer aus, wurden angelegt und dadurch überlebten viele Einwohner, als am 2.1.1945 durch Bomben die Altstadt in kürzester Zeit weitgehend zerstört wurde. Ab 1798 dienten die Keller der Lagerung von Gurken und Sauerkraut. Heute liegen hier außerdem 2 Alkoholkeller. Der Abraum des Buntsandsteins wurde an einer Stelle in die Pegnitz geschüttet und so entstand die „Insel Schütt“. Die Führung wurde mit einem gemeinsamen Abendessen im über den Felsengängen befindlichen Gasthaus "Altstadthof" abgeschlossen. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass der Organisator dieser Führung, unser Günter, mal wieder voll ins Schwarze getroffen hat. Einen herzlichen Dank an Günter und an Gerd für diesen Bericht.