26/06/2026
TVT-Ringerabteilung stellt sich neu auf
Zäsur und Neustart – Vereinsvorstand Baur: Schmerzhafter aber richtiger Prozess sichert den langfristigen Bestand
Bewegte Zeiten liegen hinter der Ringerabteilung des TV Traunstein. Den ordentlichen Neuwahlen Anfang des Jahres folgten wenig später Rücktritte und auch eine Reihe aktiver Sportler haben den TVT verlassen – einschneidende Maßnahmen und Trennungen im Trainerbereich inklusive.
Jetzt ist es offensichtlich gelungen, die Abteilung zu stabilisieren, wozu in einem ersten Schritt nach einem längeren Planungs- und Entscheidungsprozess und der Aufarbeitung der turbulenten vergangenen Monate die Wahl einer neuen Abteilungsleitung gehörte. Am vergangenen Freitag fand die Abteilungsversammlung in der Ringerhalle an der AKG-Turnhalle statt. Zur Wahl stellten sich dabei die vorgeschlagenen Sabine Himmler (1. Abteilungsleiterin) und Bruno Minkwitz (2. Abteilungsleiter) der insbesondere auch in den vergangenen Wochen ein stabilisierendes „Element“ in den teils hitzigen Diskussionen war. Der zum Jahresende nach 15-Jahren erfolgreicher Arbeit als Abteilungsleiter „planmäßig“ zurückgetretene Ringerchef und Kassier Hartmut Hille – der zusammen mit Minkwitz und Vereinsvorstand Konrad Baur an einem Zukunftskonzept gefeilt hatte – stellte sich auf Ansuchen der Anwesenden wieder in den Dienst der Sache und lies sich wieder als Kassier in das Ehrenamt wählen.
Schriftführerin und Pressewart ist künftig Anja Tausend. Nachdem der erfahrene Petar Stefanov weiterhin als Trainer und Übungsleiter an Bord bleibt kann auch der Trainingsbetrieb an drei Tagen in der Woche in der Ringerhalle weitergehen. Hier hatten in der Vergangenheit auch einige ältere, erfahrene Ex-Aktive Unterstützung im Trainingsbetrieb signalisiert. Hans Wimmer ist dazu weiterhin für die Jüngsten im Bambini-Training zuständig, in denen Kinder der Ringsport spielerisch nahegebracht werden soll. Und auch Christoph Huber ließ sich nicht lange bitten, um der Abteilung seine Hilfe in der Umsetzung der technischen Aufgaben zuzusichern, was eine Grundvoraussetzung für die Durchführung des Wettkampfbetrieb ist.
„Für mich ist ganz wichtig, dass die Wahl in einem guten Verständnis und einem Miteinander über die Bühne ging. Die Abteilung braucht Ruhe. Das scheint mir der richtige Schritt dazu gewesen zu sein. Ich blicke mit vorsichtiger Zuversicht nach vorne“ sagt Vereinsvorstand und Ex-Ringer Konrad Baur und war sich dabei mit der neuen Abteilungsleitung Sabine Himmler und Bruno Minkwitz einig: „Wir wollen alles tun, dass der Ringsport in Traunstein auch in Zukunft eine gute Perspektive hat. Es gibt so viele Ringerfreunde, die mit der Abteilung schon über Jahrzehnte verbunden sind.“ Die Einschätzung teilt auch Benjamin Feldner, der für den Förderverein des Ringsports Verantwortung trägt: „Natürlich wollen wir helfen, dass Ringen in Traunstein weitergeht – da ist Klarheit für die Vereinsmitglieder und Sponsoren nötig. Die kommt jetzt und das begrüße ich sehr.“
Kassier Hartmut Hille, der die zeitweise führungslose Abteilung in unruhigen Zeiten im Auftrag des Vereinsvorstandes kommissarisch über Wasser hielt, informierte in der Versammlung über den sportlichen Sachstand. Bedingt durch den Weggang mehrerer aktiver Ringer und Leistungsträger – insbesondere auch zum regionalen Vereinsnachbarn in Trostberg - habe man die 1. Männermannschaft aus der Landesliga Süd zurückgezogen und werde mit der 2. Mannschaft am Ende des Ligabetriebes – in der Gruppenliga Süd – mit überwiegend jungen Eigengewächsen und einigen wenigen „Ringeroldies“ einen Neuanfang gegen Reserveteams aus Berchtesgaden, München-Ost oder Penzberg und weiteren Mannschaften in der 8er-Liga starten.
„Natürlich bedauere ich auch den sportlichen Rückschritt mit dem wir uns den Realitäten stellen müssen. Für das Abteilungsgefüge kann es sich aber auch in einem guten Miteinander als langfristig positiver Schritt herausstellen.“ Die Abmeldung der 1. Mannschaft hat ihre praktische Ursache auch darin, dass eine Reihe von Ringern und Leistungsträgern ihre sportliche Zukunft bei umliegenden Vereinen sehen. „Das ist für uns nicht einfach, aber da müssen wir jetzt durch“ macht Hille deutlich und hofft auf einen Verbleib der noch bestehenden Aktiven. „Und daneben gilt für uns der Fokus auf den Nachwuchs, den wir weiter sportlich und darüber hinaus fördern.“ Die Kinder und Jugendlichen sind wie in den Vorjahren für die Mannschaftswettkämpfe in der Grenzlandliga angemeldet.
„Die Ringerabteilung des TVT hat in den über 60 Jahren, in dem man auf den Wettkampfmatten präsent war, viele Höhen und Tiefen erlebt – inklusive einer Mannschaftslosenzeit vor gut 20 Jahren. Der Zusammenhalt, der ‚Spirit‘ der in der Abteilungsversammlung spürbar war, lässt uns hoffen, dass wir in einigen Jahren zurückblicken können und feststellen, dass der aktuelle Prozess zwar ein schmerzlicher aber richtiger Schritt war“ waren sich Vereinsvorstand Baur und Abteilungsleiterin Himmler einig.
Die Mannschaftskämpfe beginnen Mitte September.
Bildtext:
Sie wollen die Ringerabteilung des TVT stabilisieren und blicken mit Zuversicht in die Zukunft. Von links: Vereinsvorstand Konrad Baur, Bruno Minkwitz (2. Abteilungsleiter), Sabine Himmler (1. Abteilungsleiterin), Hartmut Hille (Kassier), Anja Tausend (Schriftführerin und Pressewart) sowie Petar Stefanov (Trainer).