06/02/2024
Warum es so wichtig ist, zu trauern...
Das Trauern scheint in unserem Kulturkreis etwas zu sein, mit dem wenige etwas zu tun haben wollen und doch betrifft es uns alle in allen Zeiten und allen Kulturen.
Denn unser Leben ist vergänglich. Wir wollen es oft nicht sehen, aber wir alle werden älter, können Krankheiten bekommen und werden irgendwann sterben. Dass wir geliebte Menschen, Tiere, Orte, einen Arbeitsplatz, unsere eigene Gesundheit oder anderes verlieren, gehört zu unserem Leben. Auch nie erfüllte Sehnsüchte wie eine Kindheit voller Liebe oder ein Kinderwunsch können Verluste sein. Solche Verluste zu betrauern, ist essentiell für ein Weitergehen mit Lebensfreude.
Dazu kommen heute auch kollektive Themen wie Kriege, Instabilität, Ausbeutung, Artenschwund, der krisenhafte Zustand der Erde - alles Aspekte, die es wert sind, Tränen zu vergießen.
Egal ob bei den individuellen Themen oder kollektiven Schmerzen - ohne das Trauern, können Emotionen wie Traurigkeit, Angst oder Wut unsere Lebendigkeit blockieren, die Lebensfreude mindern, uns handlungsunfähig machen oder sich in körperlichen Symptomen oder Krankheiten äußern, denn der Schmerz sucht sich immer einen Weg.
Sich diesen unangenehmen Gefühlen in uns zuzuwenden, braucht einen Rahmen, der Sicherheit bietet und vor allem braucht es eine Gemeinschaft, braucht es Kontakt, um den Schmerz zu transformieren.
Trauern ist auf eine Art ein Plädoyer und tiefe Wertschätzung für das Leben und die Lebendigkeit in uns! Ein Weg, um auch inmitten von Krisen präsent bleiben zu können.
Vom 29.02. bis 03.03. veranstalte ich mit Nela und Magdalena von den „Wandlungsräumen“ ein Trauerritual. Mit einem großen und erfahrenen Team möchten wir alle Menschen willkommen heißen, die sich in Gemeinschaft mit ihren Verlusten beschäftigen möchten.