30/08/2026
Kann WB-EMS Menschen mit Kniearthrose wirklich helfen? 🦵⚡
Aktuelle Auswertungen der EMSOAT-Studie liefern dazu spannende Ergebnisse.
72 Menschen mit symptomatischer Kniearthrose wurden einer WB-EMS-Gruppe oder einer Kontrollgruppe zugeteilt. Die EMS-Gruppe trainierte über sieben Monate jeweils 20 Minuten – dreimal innerhalb von zwei Wochen, individuell dosiert und eng betreut.
Das Ergebnis nach sieben Monaten:
✅ weniger Knieschmerzen
✅ bessere Alltags- und Sportfunktion
✅ höhere kniebezogene Lebensqualität
✅ bessere Leistung beim Aufstehtest
✅ keine berichteten unerwünschten Wirkungen
Auch die MRT-Auswertung ist interessant: Eine Verschlechterung des Knorpelschadens zeigte sich bei 18 Prozent der WB-EMS-Gruppe, in der Kontrollgruppe dagegen bei 40 Prozent.
Aber Vorsicht bei der Interpretation: Die Studie belegt weder eine Regeneration des Knorpels noch eine Heilung der Arthrose. Bei Knochenmarkläsionen, Entzündungszeichen, Osteophyten und Meniskusveränderungen wurden keine signifikanten Unterschiede gefunden.
Und noch etwas ist entscheidend: Nachdem das Training beendet wurde, waren die meisten Vorteile sechs Monate später nicht mehr gegenüber der Kontrollgruppe nachweisbar.
👉 Die wichtigste Botschaft für die Praxis:
WB-EMS kann für geeignete Menschen mit Kniearthrose eine zeiteffiziente und vor allem gelenkschonende Trainingsoption sein – besonders dann, wenn Schmerzen oder Bewegungsangst ein klassisches Krafttraining erschweren.
Die Effekte entstehen jedoch nicht durch EMS allein. Entscheidend sind eine individuelle Dosierung, professionelle Betreuung und vor allem regelmäßiges, langfristiges Training.
EMS-Trainer behandeln keine Arthrose. Bei bestehenden Beschwerden gehören die medizinische Abklärung, eine sorgfältige Anamnese und eine symptomorientierte Trainingssteuerung immer dazu.
Training wirkt – aber nicht auf Vorrat.
Quelle: EMSOAT-Studie; Roemer et al., 2025, sowie Kast et al., Nachhaltigkeitsanalyse des EMSOAT-Projekts.