20/11/2023
Am 11. November 1914 veröffentlichte die deutsche Oberste Heeresleitung eine Meldung, welche vor allem in der Zeit zwischen den Weltkriegen eine bereits damals umstrittene Erzählung vom als heldenhaft eingestuften Opfertod junger Freiwilliger während der 1. Flandernschlacht schuf: "„Westlich Langemarck brachen junge Regimenter unter dem Gesange ‚Deutschland, Deutschland über alles‘ gegen die erste Linie der feindlichen Stellungen vor und nahmen sie".
Abseits der bis heute andauernden Diskussionen zu diesem Ereignis, auf die hier bitte auch beim Kommentieren nicht eingegangen werden soll, besteht in Langemarck heute einer der drei großen deutschen Friedhöfe mit Gefallenen des 1. Weltkriegs in Belgien. Seine Entstehung und (ursprüngliche) Gestaltung verdankt dieser Ort vor allem der Initiative und den Spenden der Deutschen Studentenschaft. Diese war von 1919 bis 1945 der Zusammenschluß der Asta-Verbände aller deutschen Hochschulen einschließlich Danzigs, Österreichs sowie der ehemals deutschen Hochschulen in der Tschechoslowakei.
Durch die Auflösung zahlreicher deutscher Kriegsgräberstätten in Belgien im Laufe der 1920er und 1950er Jahre und die Umbettung der ursprünglich dort beigesetzten Toten auf drei Friedhöfe (Langemarck, Menen, Vladslo), ruhen dort heute 44.304 Soldaten. Unter ihnen befinden sich auch zahlreiche Korporierte, deren Verbände die auf der Postkarte aus den 1930ern zu sehenden Quader mit Inschriften zwischen ehemaligen Bunkern errichten ließen. Für die Deutsche Sängerschaft konnte der Verfasser z. B. 10 Verbandsbrüder feststellen, an die an dieser Stelle stellvertretend erinnert werden soll: Fritz Gebhardt (1884-1914) - Alfred Buchalski (1891-1914) -Alfred Wiebelitz (1891-1915) - Hans Fleischer (1888-1914) - Johannes Hoffmann (1894-1914) - Hans Fiedler (1885-1917) - Gerhard Eger (1889-1914) - Ernst Seeger (1895-1914) - Gustav Uhl (1892-1915) - Wilhelm Orgler (1890-1914).