31/03/2025
WAHNSINN - Wieder zwei Deutsche Meistertitel und ein Vizemeister für Stralsunder U20-Ringer
Mit einem überragenden Ergebnis kehrte der HAC Stralsund von den Deutschen Meisterschaften der Altersklasse U20 zurück. Bei den Titelkämpfen im griechisch-römischen Stil, die am vergangenen Wochenende im baden-württembergischen Zell im Wiesental ausgetragen wurden, kämpften 130 der besten Athleten dieser Altersklasse aus 17 Landesverbänden um den Titel. Für Stralsund gingen drei Ringer auf die Matte – und kehrten mit zwei Gold- sowie einer Silbermedaille zurück. Unterstützt wurden sie dabei vor Ort von ihren Familien sowie engagierten Vereinsfunktionären.
*Anton Schneider ringt sich zum Titel*
In der Gewichtsklasse bis 60 kg war Anton Schneider einer der Jüngsten im Teilnehmerfeld – auf der Matte jedoch kaum zu stoppen. Mit eindrucksvoller Konsequenz entschied er alle Vorrundenkämpfe durch technische Überlegenheit für sich. Besonders im Halbfinale setzte er ein starkes Ausrufezeichen, als er einen hoch gehandelten Favoriten aus Württemberg mit zwei spektakulären Aktionen besiegte.
Im Finale traf er auf einen technisch versierten Ringer aus Neuss – einem der renommiertesten Ausbildungsvereine des Landes. In einem intensiven und taktisch geprägten Duell behielt Anton kühlen Kopf und sicherte sich mit einem 3:1-Punktsieg seinen ersten U20-Titel – ein beeindruckender Erfolg für den jungen Stralsunder.
*Matti Stolt belohnt sich im letzten U20-Jahr*
Eine ganz besondere Geschichte schrieb Matti Stolt in der 77 kg Gewichtsklasse. Der erfahrene HAC-Ringer dominierte seine Vorrundenkämpfe klar und ließ seinen Gegnern mit überlegten Techniken keine Chance. Im Finale kam es dann zum freundschaftlichen, jedoch hart geführten Duell: Freund und Trainingspartner Karl Thoms – Titelträger des Vorjahres – stand ihm gegenüber.
Beide kennen sich bestens, der Kampf war taktisch geprägt und bis zuletzt auf Messers Schneide. Bis drei Sekunden vor Schluss lag Mattis Gegner knapp in Führung – doch mit einem letzten, energischen Wurf setzte Matti die entscheidenden Punkte und sicherte sich seinen ersten Deutschen Meistertitel überhaupt – und das ausgerechnet in seinem letzten U20-Jahr. Ein besonderer Erfolg im Abschiedsjahr dieser Altersklasse – und ein hochemotionaler Moment für ihn und seine weit angereiste Familie.
*Ole Sterning wird Vize*
In der 97 kg Gewichtsklasse hatte Ole Sterning ein schweres Turnierlos. Gleich zu Beginn zeigte er jedoch eine starke Leistung und gewann einen seiner Vorrundenkämpfe souverän durch technische Überlegenheit. Anschließend traf er in der Vorrunde auf den mehrfachen EM- und WM-Medaillengewinner Darius Kiefer – der zudem noch vor heimischem Publikum antrat. Trotz guter Leistung musste sich Ole dem überlegenen Favoriten geschlagen geben. Dank des Turniermodus durfte er jedoch erneut ran – und überzeugte mit einem klaren Sieg gegen den Pool-Ersten der Gegenseite. Damit stand Ole im Finale – erneut gegen Kiefer. Auch im zweiten Aufeinandertreffen konnte er dem zwei Jahre älteren Ausnahmeathleten nicht beikommen, doch der Vizetitel ist ein starker Beweis seiner Entwicklung – zumal Ole ebenfalls zu den jüngsten Teilnehmern seiner Klasse zählt.
*Drei Meisterschaften, sieben Medaillen*
Mit dem Turnier in Zell im Wiesental endete eine intensive und sportlich höchst erfolgreiche Meisterschaftsserie: Drei nationale Titelkämpfe in Folge – U17, U14 und U20 – ohne Pause, mit vielen Kilometern Reiseweg und emotionalen Momenten. Am Ende steht eine beachtliche Bilanz:
• U17: Gold für Ali Mamirov, Bronze für Henning Lawrenz
• U14: Gold für Taylan Gluch und Oscar Hinz
• U20: Gold für Anton Schneider und Matti Stolt, Silber für Ole Sterning
*Mehr als Medaillen – ein Blick hinter die Kulissen*
Trainer Tom Linke zog ein stolzes und nachdenkliches Fazit:
„Man liest so etwas schnell runter – zwei Meistertitel hier, eine Medaille da – aber dahinter steckt unvorstellbar viel Arbeit. Das sind Jahre voller harter Trainingseinheiten, Rückschläge, Entbehrungen, Verletzungen, Wochenenden auf Turnieren, unzählige Stunden auf der Matte. Es braucht nicht nur talentierte Athleten, sondern auch verständnisvolle Familien, loyale Trainingspartner, starke Vereinsstrukturen und ein unterstützendes Umfeld. Nur dann kann so etwas überhaupt möglich werden.“
Und weiter:
„Solch eine Bilanz ist wirklich überragend – und wird einem oft erst im Nachhinein richtig bewusst“, so der sonst eher prozessorientierte Trainer, der normalerweise wenig auf Medaillenstatistiken gibt, sondern die langfristige Entwicklung seiner Schützlinge in den Mittelpunkt stellt. Umso bemerkenswerter: In der Vereins-Gesamtwertung belegte der HAC Stralsund unter rund 80 teilnehmenden Vereinen den ersten Platz.
*Ein Titel mit Geschichte*
Besonders bewegt zeigte sich Vereinsvorsitzender Eckhardt Wallmuth beim Blick auf Matti Stolts Karriere:
„Wenn man bedenkt, dass er vor 15 Jahren als kleiner Junge gemeinsam mit seinem Vater Gunnar – damals sein erster Trainer – bei uns in der Halle stand und nun als Deutscher Meister der Junioren die Matte verlässt, dann weiß man, dass sich jede einzelne Stunde Einsatz gelohnt hat. Wir sind einfach unglaublich stolz auf unsere Jungs.“
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