02/03/2017
Aus dem Solinger Tageblatt:
Verschworene Truppe hat noch einiges vor Noch ist alles drin für die abstiegsbedrohten Oberliga-Kegler von SK 66/99 Solingen. Vor Karneval hat die Truppe um Sportwart Ingo Wagner zwar den angestrebten Auswärtszähler in Neuss um einen Wertungspunkt verfehlt, aber mit zwei Siegen im Saisonendspurt am Sonntag auf eigener Bahn gegen Wesel und dann beim Tabellenletzten Rees ist der Klassenerhalt noch aus eigener Kraft zu bewerkstelligen. Auch deshalb sind die Bahnen in der Kegelhalle am Schmalzgraben an diesem Mittwochabend – dem Trainingstag des SK 66/99 – voll belegt. „Wir wollen schließlich in unserer Jubiläumssaison nicht absteigen“, stellt der Vereinsvorsitzende Manfred Kusiek klar. Ende vergangenen Jahres haben sie beim SK 66/99 nämlich ihr 50-Jähriges gefeiert. Der Schriftzug „50 Jahre Sportkegeln“ auf den schwarzen Trikots zeugt vom Jubiläum, das indes auch einer Erklärung bedarf. Der Sportkegelklub SK 66 Solingen ging 1966 aus einem noch älteren Hobbykegler-Klub hervor. 2008 fusionierten die 66er mit dem KSC Solingen 99 und firmieren seitdem als SK 66/99 Solingen. Selbständigkeit steht nicht zur Diskussion Als 2010 die Kegelbahnen an der Klingenhalle abgerissen wurden, stand die Existenz des Vereins auf der Kippe. „Wir haben sogar überlegt, ob wir in eine andere Stadt gehen“, sagt Manfred Kusiek. Am Ende zog man beim Stadt-Rivalen Blau-Weiß in die Kegelhalle am Schmalzgraben ein – wobei eine Fusion gar nicht in Frage kam und auch weiter kein Thema ist. „Man respektiert sich unter Sportkeglern“, beschreibt Ingo Wagner das Verhältnis. „Aber eigentlich ist es wie 1860 und Bayern“, stellt sein Teamkollege Uwe Wieneke anhand der Münchner Fußball-Rivalen klar, warum es bei zwei Solinger Vereinen im Sportkegeln bleiben muss. Dabei ist der SK 66/99 zwar ein verschworener, aber auch ein recht kleiner und in die Jahre gekommener Haufen. Von den 20 Mitgliedern ist keiner mehr aus dem Gründungsjahr 1966 dabei, aber mehrere haben über 40 Jahre Sportkegeln „auf dem Buckel“. 15 Kegler bilden das aktive Potenzial für die beiden Mannschaften in der Oberliga und der Bezirksliga. Jüngster 66er ist der ehemalige VfB-Bezirksliga-Fußballer Uwe Wieneke (45), der mit seinen Brüdern Olaf und Bernd vor einigen Jahren die Sportart gewechselt hat. Ältester Aktiver ist Fritz Pickardt, dem man seine 86 Jahre beim Training auf der Bahn wahrlich nicht anmerkt. Fit bleiben im Alter mit Sportkegeln „Das Durchschnittsalter bei uns liegt irgendwo bei Ende 60, aber man merkt schon, dass das Sportkegeln der Gesundheit im Alter gut tut“, ist Manfred Kusiek überzeugt. Auch damit versucht er, ordentlich Werbung für seinen Sport zu machen und so vielleicht auch nicht mehr ganz jungen Nachwuchs für seinen Verein zu generieren. So verteilt er regelmäßig Gutscheine für ein Probetraining, angedacht ist auch ein Kurs „Sportkegeln“, der beim Sportbund angesiedelt sein könnte. Gerade ehemalige Fußballer wie die Wienekes, die einfach fit bleiben wollen, hat Kusiek besonders im Visier. „Ein bisschen Ballgefühl schadet nicht“, sagt Manfred Kusiek. Denn dass auch talentierte Kegler gut ein Jahr Geduld brauchen, ist eines der Hindernisse beim Nachwuchs. Verschworene Truppe hat noch einiges vor