28/03/2017
Part 3:
Warum kämpft Kampfsport oft mit einem schlechten Image?
Das schlechte Image ist wohl in erster Linie einem schlechten "Marketing" geschuldet.
Im Kampfsport sind Werbeeinnahmen - anders als in vielen anderen Sportarten - eher die extreme Ausnahme, denn die Regel. Was sich schlecht verkauft, kann nun einmal schlecht am Image arbeiten. Dazu kommt, dass Film und Fernsehen den Kampfsport oft nur sehr einseitig in der Öffentlichkeit präsentieren. Es geht um Kämpfen, Schlagen, Treten, Blut und Gewalt ... Das ist das Bild, das viele im Kopf haben, wenn sie "Kampfsport" hören.
Sprechen wir beispielsweise vom Kampfsport "Fußball", wo Verletzungen rein statistisch gesehen weit häufiger sind als beim Kampfsport, so hat jeder Spiel und Fairness im Sinn, wenngleich gerade letztere oft fehlt, denn nach meinem Verständnis gehören dazu aber auch Respekt und Achtung vor dem Gegner und den Entscheidungen der Schiedsrichter. Hieran mangelt es vielen Spielern jedoch. Eine aufbrausende Reaktion ist mit Sicherheit nicht das, was als vorbildhaft bezeichnet werden darf. Wenngleich viele vom Fußball nicht wirklich viel Ahnung haben, so haben sie sich zumindest eine ungefähre Vorstellung von den Regeln und wissen mit dem Begriff mehr zu verbinden als Fouls. Dies ist beim Kampfsport anders. Eben weil kaum jemand in der Öffentlichkeit wirklich etwas über Kampfsport weiß, halten sich viele Fehlmeinungen und falsche Vorstellungen hartnäckig in den Köpfen. Diese Bilder werden durch im Fernsehen übertragene blutige Kampfsport-Events noch verstärkt. Dazu kommen Filme die suggerieren, dass scheinbar übernatürliche Fähigkeiten in äußerst kurzer Zeit und ohne große Mühen erlernt werden könnten.
Warum nimmt traditionelles Kampfsport-Training in anderen Ländern einen wichtigen Platz ein und ist sogar Pflichtfach an Schulen?
Es gibt Länder, die den Wert des Kampfsports erkannt haben. Richtiges Kampfsporttraining fördert die körperliche Entwicklung wie keine andere Sportart. Grundwerte des menschlichen Miteinanders wie Achtung und Respekt sind in keiner anderen Sportart so präsent wie in den traditionellen Kampfkünsten. Wenn Achtung und Respekt im Umgang miteinander fehlen, ist jedoch ein friedvolles Zusammenleben im Grunde undenkbar. Doch auch Charakterstärken wie Entschlossenheit, Mut, Selbstdisziplin, Ehrlichkeit usw. werden durch die Kampfkünste in besonderem Maße gefördert. In Japan China und anderen asiatischen Ländern sind diese Vorzüge der Kampfkünste erkannt worden. So steht neben dem normalen Sportunterricht, wie wir ihn hierzulande kennen, Kampfkunst als weiteres Unterrichtsfach auf dem Stundenplan.