10/09/2025
Landwirtschaft, Pferdezucht, PferdeHaltung – das klingt nach Routinen und Abläufen. Aber in Wahrheit steckt oft ein Geflecht aus Verantwortung, Gewissen und Emotionen dahinter- und definitiv wäre hier alles zuende, an dem Punkt, an dem ich merke: es ist mir egal! Und jedem, der hier den Eindruck vermittelt, dass es ihm egal ist, jeder, der durch Gleichgültigkeit auffällt und nicht belehrbar ist- kann sein Hobby hier nicht weiter ausführen.
Das dieser Verlust so schmerzt, zeigt das wir nicht verroht sind- wir schätzen jedes Leben. Im Grunde ist dieser Schmerz gut- aber es tut ebend fürchterlich weh.
Ich ertappe mich regelmäßig in Gewissenskonflikten. Manchmal unbegründet, manchmal sehr real. Gespräche mit Saskia oder Simone und Bine helfen – dann wird klar: nichts wird so heiß gegessen, wie man es kocht.
Ein großer Teil unserer Arbeit ist „Ponypuh“. Wir nehmen das, was wir tun, sehr ernst.
Wir sind Ausbildungsbetrieb. Ich bin Ausbilder. Ich will meinem Azubi die große Weite der Pferdewelt zeigen – mit all ihren Facetten. Dazu gehören die wunderschönen, aber auch die schmerzhaften Seiten. Auch der Tod von Lieblingstieren. Diesen Abschnitt würdevoll zu begleiten, ist Teil unseres Berufes – und Teil unseres Menschseins- hier sind unsere Ponys der Nabel unserer Welt!
Vor kurzem standen wir genau dort. Eine alte Freundin haben wir auf ihrem letzten Weg begleitet. Ganz ruhig, im Kreise ihrer „Gang“- ihrer Mündel, die sie den Sommer über liebevoll und geduldig geleitet hat. Auch coopers Abschied war sehr ruhig-mitten in einem Blumenfeld. Ich möchte in diesen intensiven Momenten niemanden betreuen, auch mich nicht verstellen müssen. Der Zwiespalt bleibt: Ein Auszubildender soll jede erdenkliche Erfahrung sammeln dürfen- aber eigentlich bin ich in diesen Momenten lieber allein.
Der Betrieb ist nun für den Rest Woche geschlossen, wir möchten auch diesen beiden damit einen gewissen Tribut zollen.