29/06/2020
Hier war ewig nichts los, deswegen wird es lang. In den Fingerkuppen hat sich einiges angestaut! 😊
Paddeln und planschen. 🏊♀️🛶
Zum Schwimmbericht: Es hätte so schön sein können. Eigentlich wären wir ja auf Kegelfahrt gewesen. Ein Haus auf dem schönen Ameland, bisschen Sonne, bisschen Strand, bisschen Cocktails. Aber gut, ist ja gerade etwas Unschönes in der Welt, was das Leben im Allgemeinen ein wenig erschwert ( !). Es betrifft ja nicht nur uns und in diesem Sinne ist geteiltes Leid vielleicht auch nur halbes Leid. Wir wollen hier auch noch mal auf Jonny ihm seine Gerda hinweisen, die am Samstag eigentlich großen gehabt hätte, der dann auch nur in abgespeckter Version stattfand. Abgespeckt ist ja vor einer Hochzeit im Prinzip nicht so schlecht, in diesem Fall war es aber (sicherlich) nicht gewünscht.
Wie bereits oben geschrieben, hätten wir auf großer Fahrt weilen sollen. Besonderen Dank gilt dem Orga-Team – hier vor allem Vizevater Börnd – für die Planung eines Kanunachmittages als Alternativveranstaltung. Neun Kanutenbrüder und ein Gastkanute trafen sich also am Samstag um ein paar Kilometer auf dem nichtolympischen Teil der Vechte zwischen Brandlecht und Nordhorn zu schippern. Über die Länge der Strecke wird in der einschlägigen Fachliteratur und der Sportpresse heiß diskutiert, es dürften aber so an die 84 Kilometer gewesen sein. Und wir sprechen hier von der anspruchsvollsten Strecke mit der mörderisch-flinken Fischtreppe und der anschließenden peitschenden Weide, die Tarzan-Seil-Passage und zum Ende hin die gefürchteten Teufelsfelsen. Material und Mensch wurden also mal richtig gefordert!
Bevor es aber losging, mussten die Kanus natürlich erstmal mit Schlagmann, Steuermann und Ruderern bestückt werden. Team 1, auch bekannt als die Fluppen-Flitzer, bildeten Dietze und Kasi. Team 2, die Roulette-Ruderer, umfassten Görf, Hosch und Kanuvater-Knü. Team 3, das Bier-Boot, war mit Bumse und Orga-Börnd besetzt. Den Schluss bildete Team 4, besser bekannt als die widerspenstigen Wasserratten, mit Pepe, Jonny und Gastpaddler Venhaus. Der erste Erfolg stellte sich direkt zu Beginn ein, da man es schaffte, dass alle Kanus von innen trocken und ohne umzukippen die Startposition verlassen konnten. Nachdem die ersten zwei Schläge durchs Wasser gezogen waren, kam aber schon die erste Ernüchterung. Team 4 hatte ein Paddel vergessen! Böse Zungen behaupten, dass dieser Vorfall schon einiges über die Qualität des Kanus sagt, wenn man erst nach gut 20 m feststellt, dass eine elementare Sache fehlt.
Im ersten Abschnitt bis zur flinken Fischtreppe, respektive zur peitschenden Weide, passierte dann eigentlich auch nicht viel. Ein kurzes Zwischenrennen entschieden die Roulette-Ruderer kurzerhand und ohne Problem für sich. Die und die lieferten sich dann in diesem Abschnitt ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen, aber auch hier hatten die Roulette-Ruderer das bessere Ende für sich. Das hatte die Position als Bindeglied inne, vorrangig um die anderen Teams mit Getränken zu versorgen. Team 4, die , fuhren am hintersten Ende ihr ganz eigenes Rennen. Alles ruhig, keine Eile. Die nahmen alle vier Kanus ohne weitere Vorkommnisse und in die fuhr nur Kanu 4, die sogenannten widerspenstigen Wasserratten. Dieser Fauxpas lag höchstwahrscheinlich auch am fehlenden Paddel oder weil man am Anfang bei der Kanueinweisung nicht zugehört hatte. Könnte aber auch eine Mischung aus beidem gewesen sein.
Die kleine Zwischenetappe zur entschieden die Fluppen-Flitzer für sich. Der Rest war wie beim alten, keine besonderen Vorkommnisse.
Das namensgebende Seil an der Tarzan-Seil-Passage wurde auch gleich genutzt, um sich bei diesen Temperaturen (man hat Unwetter gemeldet, hahahaha) schwungvoll und elegant ins kühle Nass zu schwingen. Der eine sah dabei besser aus (so ziemlich Alle), der andere schlechter (Hosch). Wir hatten auf jeden Fall Spaß!
Es war tatsächlich so super, dass wir auf einmal die passende Anzahl an Paddeln hatten! Entweder haben wir ein Paddel von einem fremden Kanu geklaut (schwierig, da kein weiteres Kanu anwesend war) oder das Paddel bei uns in den Kanus übersehen (schwierig, da so ein Paddel bis zu 1,50 m lang ist) oder jemand kann zaubern (schwierig, da alles Muggel - zumindest mein letzter Stand).
Nachdem wir also das fehlende Paddel gefunden (?) haben, ging es für die Wasserratten steil nach vorne! Scheint also doch was zu bringen, wenn sich alle im Kanu an der Arbeit beteiligen. Viel wichtiger ist aber, dass endlich, endlich, endlich jemand ins Wasser fiel und das ganze Kanu gleich mitgenommen hat. Es traf Bumse mit dem Bier-Boot und der Grund war äußerst banal. Keine Stromschnelle, kein Hindernis oder gar ein feindlicher Angriff, sondern einfacher Übermut führten zur Katastrophe! Bumse stellte (!) sich im Kanu hin – töricht, welch Anfängerfehler! Bis zu den ging es dann relativ unspektakulär weiter. Wasserratten auf eins, Roulette-Ruderer bleiben immer noch auf zwei, die Fluppen werden bis auf die drei durchgereicht und schlussendlich das Bier-Boot, der Untergang war schuld.
Kurz nach den Teufelsfelsen die zweite Havarie! Hosch und Kanuvater-Knü starteten einen feindlichen Übergriff auf die Fluppen, mussten dafür aber selbst ins Wasser springen, da es vom Kanu nicht klappte. Zu allem Überfluss wurde das eigene Kanu so schwerwiegend geflutet, dass man sich für ein kontrolliertes Absaufen entschied. Ganz unbemerkt nutzten die widerspenstigen Wasserratten somit ihre Chance und setzten sich noch weiter ab. Nachdem drei von vier Kanus mit der falschen Seite Wasserkontakt hatten, der Kanuvater-Knü kurzfristig ein Kanu per Fuß durch die Vechte zog (Wassertiefe 1,40 m) und man im schönen Naturschutzgebiet paddelte, entschied man sich dazu, das ganze gesellig ausklinken zu lassen. Mittlerweile kamen auch andere Kanus auf die Rennstrecke und man hielt angeregte Pläuschchen mit den anderen. Völkerverständigung und so, aber natürlich alles mit gepflegten . Geselligkeit finden halt alle toll. Alle? Nein! Die widerspenstigen Wasserratten hatten keine Lust auf Gesellschaft und zogen einsam ihre Bahnen, selbst der Kanuvater-Knü konnte das Team nicht mehr einholen, obwohl er denen am Ufer hinterherrannte. Laut eigener Aussage wollten die Wasserratten nicht zu eben diesen werden und hatten Angst vor einer gezielten Havarie durch den Rest.
Am Ende des Tages hatten sich aber alle wieder lieb und man traf sich bei Görf zum Abschlussgrillen. Eine wohlschmeckende Auswahl fleischiger Köstlichkeit wurde von Bumse zusammengestellt und lies das Wasser im Munde zusammenlaufen! Der Grill war für die obligatorische Anfangspflichtwurst satt heiß, aber mit genügend Ketchup und sieht man die verkohlten Stellen gar nicht mehr so stark. Einen kleinen Wermutstropfen gab es dann allerdings doch noch! Das Volk lechzte nach einer Rede des , der sich zur späteren Stunde ankündigt hatte. Leider wurde daraus nichts, da es spontanen Staatsbesuch im Präsidentenpalast gab und die Rede somit nicht stattfinden konnte. Wenigstens gab es noch ein kurzes Telefonat.
Das war’s, nächstes Mal ist wieder Kegeln! 💖🎳
Logischerweise hat sich in der Tabelle nichts geändert.
Kleine Randnotiz: Wir haben unterwegs ein T-Shirt, ein Handtuch und ein BVB-Trikot (Gott sei Dank) verloren. 🤦♂️