19/05/2026
Erlebnis Kottmar-Springen
Das Himmelfahrtswochenende ist für unsere Ü18-Springer ja schon seit Jahren fest gebucht für das Oberlausitzer Kottmarspringen. Doch inzwischen haben wir auch Nachwuchsspringer, die den großen Trubel am Kottmar mit mehr als 180 Springern und noch viel mehr Zuschauern, mit Männertagsprogramm, Live-Musik, Tombola, Hüpfburg und Videoleinwand fest in ihren Terminplan eingebaut haben, um sich der nationalen und internationalen Konkurrenz zu stellen, die nirgendwo bei einem Vereinsspringen so riesig ist, wie auf dem Kottmar.
Zwei Trainingstage, zwei Wettkampftage und am Ende (Achtung: Spoiler!) zweieinhalb Siegertorten für Rothenburg - so lässt sich die Bilanz am kürzesten zusammenfassen. Ja, richtig, zweieinhalb Torten, denn unsere Jungs und Mädels haben es bis in die Seniorenklasse richtig spannend gemacht.
Der Samstag als erster Wettkampftag ist stets den jüngeren Altersklassen auf den kleineren Schanzen vorbehalten. Als erster Rothenburger ging unser Benno Lux in der Alterklasse 9 in die Spur. Er schaffte es auf der 11.0m-Schanze auf Platz 3 und holte damit den ersten Pokal nach Rothenburg.
Für Justus Häfner, Lotta Thörmer und Arthur Lux ging es bereits auf die kleine Kottmarschanze, die es trotz ihres 28.0m-K-Punktes aufgrund des Profils in sich hat. Für alle drei war die Schanzengröße zudem Wettkampfpremiere, da auf dem Kottmar bereits die neuen Altersklassen der kommenden Saison galten. Vor allem Justus musste sich im Training erst an das Profil heranarbeiten und einige Stürze hinnehmen. Doch Arbeit zahlt sich aus: im Wettkampf lief es dann wie geschmiert für unsere beiden Jungs. Mit 27.0 und 27.5 Metern sprang Justus die Topweiten der Altersklasse und holte sich damit den Sieg und die Siegertorte. Direkt hinter ihm kam Arthur aufs Podest. Auf die 26.0 und 25.5 Meter setzte er noch eine schöne Landung und hatte damit die Nase vorn beim Kampf um Silber.
Lotta startete bei den Mädchen II, einer sehr stark und auch international besetzten Altersklasse mit Doppeljahrgang, in der sie zu den Jüngeren gehörte. Auch für Lotta war die Kleine Kottmar-Schanze sehr gewöhnungsbedürftig, auch sie merkte im Training, dass die Schanze nicht ganz einfach zu springen geht. Dafür machte sie ihre Sache im Wettkampf gut, sie kam auf Platz 8 und landete damit im vorderen Mittelfeld der Altersklasse. Auch wenn das für die Wertung nicht zählte: In ihrem Jahrgang war sie drittbeste Springerin.
Und nun zu unseren "Großen": Allesamt inzwischen Übungsleiter in Rothenburg, allesamt aber auch immer noch aktive Springer. Unsere Kids sind es ja schon gewohnt, dass ihre Trainer immer wieder einmal auch selbst springen, aber diesmal herrschte ein ungewohntes Gleichgewicht: vier Kids und vier Übungsleiter am Start.
Würden unsere Großen mit den Kleinen mithalten?
Der zweite Wettkampftag sollte es zeigen. Zuerst startete Pauline Laue in der offenen Damenklasse, die von den "jungen Wilden", sprich den Nachwuchsspringerinnen vom Bundesstützpunkt Klingenthal dominiert wurde. Pauline, einst selbst Klingenthaler Sportschülerin und nun Älteste in der Runde, hielt gut mit und kam auf Platz 5. Das bedeutete in ihrer Altersklasse ebenso das vordere Mittelfeld wie tags zuvor bei Lotta. Unsere Mädels waren sich also einig.
Und die "Jungs"? Zwei Siegertorten lockten noch, eine bei den Herren 21 und eine in der ältesten Seniorenklasse des Tages, bei den Skisprung-Opas quasi.
Marco Hoffmann und Lukas Richter gingen bei den Herren an den Start, Lukas mit eindeutigen Chancen auf die Torte, Marco eher mit Blick aufs Podest. Und wenn die Aufgabe heißt: Bring die Torte nach Hause, erledigt das Lukas eben auch fachgerecht. Bestweiten der Altersklasse, beste Haltungsnoten - Platz 1 ging unangefochten an Lukas. Marco folgte auf Platz 4, die Jugend mit Sportschulerfahrung war einfach zu stark.
Blieb die Ü51-Herrenklasse. Mit acht Springern war sie stark besetzt - ja, sie können es immer noch und zwar, O-Ton des Schanzensprechers: "Je oller, desto doller." Und sie schenkten sich nichts, nicht einmal den Zehntel-Punkt nach dem Komma. Als wären die Oldies nicht schon Show genug, immerhin gaben sie dem Sprecher jede Menge Steilvorlagen für seine erfrischenden Kommentare, setzten sie dem Ganzen noch das berühmte Sahnehäubchen obendrauf - auf die Siegertorte quasi. Selbige musste nämlich erstmals in der Geschichte des Kottmarspringens (zumindest soweit das Seniorengedächtnis zurückreicht) geteilt werden. Die Jungs hatten es tatsächlich geschafft, zwei punktgleiche Sieger hervorzubringen. Einer davon Maik Fraulob vom SV Blau-Weiß Dittersbach, der andere - man ahnt es schon - unser Rothenburger Andreas Teubner.
Wenn das mal kein sensationeller Abschluss war!
Stadt Wettin-Löbejün
Skiverband Sachsen-Anhalt
Kreissportbund Saalekreis e.V.