17/06/2026
Hansa liefert das Komplettprogramm…
Februar 2024, bereits am frühen Samstagmorgen stand den Fans der Raute bei der Abfahrt aus Hamburg der erste Schreck ins Gesicht geschrieben. Man bemerkte nämlich, dass das Capo-Podest der Nordtribüne verschwunden war. Dieses war nach der Europa-League-Partie zwischen Donezk und Marseille von Ordnern abgebaut und vor dem Stadion positioniert worden.
Offenbar machten sich daraufhin einige Hansa-Aktivisten in der Nacht zum Samstag auf den Weg zum Volksparkstadion, um das Podest samt Einzelteilen zu entwenden und nach Rostock zu transportieren. Dort versuchten die Jungs vom Block 9A Berichten zufolge sogar, das Podest mit ins Ostseestadion zu nehmen, was jedoch nicht gelang. Stattdessen wurde es vor dem Stadion abgelegt und als Anzeige bei Kleinanzeigen eingestellt, wo es zur Abholung ausgeschrieben war.
Ebenfalls an diesem Samstagmorgen soll es zu einem sportlichen Aufeinandertreffen zwischen dem Block 9A und Hooligans des HSV gekommen sein. Fernab von Polizei und sonstigen Störfaktoren konnte sich Hansa dabei durchsetzen und somit einige Niederlagen aus den Vorjahren gegen den HSV wettmachen.
Während sich die Hamburger Szene gemeinsam mit Freunden aus Kopenhagen und Hannover unter großem Polizeiaufgebot weitgehend ohne weitere Zwischenfälle nach Rostock begab, erreichte man rechtzeitig das Ostseestadion. Auf Rostocker Seite gedachte man indes dem 18. Jahrestag der sogenannten Stendal-Randale mit einem kleinen Überhänger am eigenen Capo-Podest.
Beide Fanlager starteten lautstark in die Partie und wussten mit ihren Protestaktionen gegen die DFL auf sich aufmerksam zu machen. Während die Hamburger ein einfaches Spruchband präsentierten und dazu zahlreiche Gegenstände auf das Spielfeld warfen, sorgte die Rostocker Südtribüne mit einer kreativeren Aktion für Aufsehen. Zwei Ultras verschafften sich Zutritt zum Innenraum und setzten dort zwei ferngesteuerte Autos auf den Rasen, die mit Rauchbomben ausgestattet waren. Die Aktion wurde allerdings wenig später von herbeieilenden Ordnungskräften beendet.
Erwähnenswert ist zudem eine Wäscheleine mit einer Schrebergartenfahne sowie diversen Artikeln der Hamburger Nordtribüne, die auf Rostocker Seite in der zweiten Halbzeit präsentiert wurde. Darüber hinaus spielte der Block 9A mit dem Spruch „HSV, dank Rostock wieder auf dem Boden der Tatsachen“ auf das sportliche Kräftemessen vom Vormittag an. Zusätzlich wurde auf die Kleinanzeige des entwendeten Capo-Podests Bezug genommen und sich darüber lustig gemacht.
Wie mehrere Medien berichteten, kam es zudem in der Halbzeitpause zu kleineren Ausschreitungen hinter dem Gästeblock. Dort sollen einzelne Imbissstände überfallen und geplündert worden sein. Auch das in Rostock übliche „Anklopfen“ an den Jalousien des Gästebereichs ließ sich die Heimseite nicht nehmen.
Der Tag endete schließlich mit einer stundenlangen polizeilichen Maßnahme gegen den HSV-Anhang am Bahnhof Hamburg-Bergedorf.