22/10/2017
Hallo liebe Bogen-Freunde,
Ende September 2017 haben wir Sportbogenschützen einen Sehnenbau-Kurs für interessierte Mitglieder durchgeführt, der guten anklang fand. Dabei zeigte Alex sein Wissen über den Bau einer Sehne im sogen. Flämischen Spleis, einer alten Technik die heute nur sehr wenige Sehnenbauer beherrschen. Für die Nicht-Bogenschützen sei angemerkt: Die Bogensehne ist die „Schnur“ die du ziehen musst, um einen Pfeil abzuschießen.
Parallel dazu zeigte unser Trainer Diamantis, wie man eine sogen. Endlos-Sehne macht – mit einem sogen. Sehnengalgen. Die beiden Techniken unterscheiden sich grundsätzlich: Die Endlossehne ist im Prinzip ein Faden, der mehrfach „im Kreis“ gewickelt wird und dann mit Garn an den Enden (den „Öhrchen“ ) umwickelt wird. Die Flämische besteht aus mehreren einzelnen Fäden, die zunächst zu sogen. „Kardelen“ zusammengewickelt werden, um dann zusammen (gedreht) zu werden.
Die genaue Technik ist eine Wissenschaft für sich – früher streng geheim. Heute hilft etwas googeln – siehe z.B. https://de.wikibooks.org/wiki/Bogenbau/_Sehnenbau/_Fl%C3%A4mischer_Spleiss oder http://deutscher-bogensportverlag.de/bogensehnen-unterschiede-zwischen-endlosen-und-flaemischen-sehnen/ . Die Fingerfertigkeit die man für solch eine Sehne benötigt, erlernt man aber nicht so leicht. Insgesamt kam die Bogenwerkstatt ganz gut an und wir werden sie sicher nochmal wiederholen.
Gekaufte Sehnen sind heute meistens Endlossehnen, die bei industrieller Fertigung genau gleiche Eigenschaften haben. Man sagt ihnen nach, dass sie sich nicht mehr dehnen – stimmt auch. Den Flämischen wird diese Eigenschaft oft nachgesagt – nach unseren ersten Tests (einige Spotbogenschützen testen die Flämische derzeit auf ihren Recurve-Bögen) dehnt sich eine Flämische (FastFlight) aber auch nicht mehr, d.h. konkret ändert sich der Sehnenabstand vom Schießbeginn bis Ende genauso wenig wie bei der Endlossehne. Dennoch ist die Flämische ruhiger.