16/06/2026
Am 6. und 7. Juni 2026 kämpften zahlreiche Fahrerinnen und Fahrer beim traditionsreichen Flugplatzslalom in Mittelfranken um wertvolle DAM-Punkte. Entgegen aller Befürchtungen behielt die düstere Wettervorhersage nicht recht: Das Wetter hielt, die Strecke blieb trocken und die Regenreifen mussten an beiden Tagen nicht montiert werden. Bei besten Bedingungen ging es in vielen Klassen um winzige Sekundenbruchteile.
Bis Nennschluss hatten sich für Samstag 107 und Sonntag 106 Teilnehmer angemeldet. Gemeinsam beschloss die Rennleitung statt der angepeilten 100 Starter alle genannten Fahrerinnen und Fahrer an den Start gehen zu lassen.
Beim Blick auf die Nennliste konnte man schon erkennen das es an beiden Tagen heiß her gehen wird.
Schon gleich zu Beginn des ersten Renntages wurde der Kampf ums Podium im sehr eng. Die drei Erstplatzierten lagen innerhalb von einer knappen halben Sekunde. Moritz Zimmermann vom MSC Sophienthal siegt vor Routinier Wieland Koch und Nachwuchstalent Alexander Schwenk. Mit Tom Endres, ebenfalls Nachwuchsfahrer, stellt das Rennsport-Team Mittelfranken den Sieger der Klasse 2, gefolgt von Rene Ehrngruber und Jan Wechsler.
Wenn man der Suchmaschine Google glauben darf, dauert ein Wimpernschlag 0,1-0,3 Sekunden. Diese Info hilft vielleicht dabei die 0,05 Sekunden Zeitdifferenz zwischen Michael Späth (2. Platz) und dem Gewinner der 1600ccm Klasse Enrico Schnelle (beide RST Mittelfranken) besser einordnen zu können. Im größten Teilnehmerfeld der Gruppe 1 (21 Starter) gewann Matthias Bittner (MSC Jura) im Opel Kadett C mit einer Zeit von 1:03,43. Auch hier wurde der Sieg auf Messers Schneide entschieden. Tobias Enderlein (ebenfalls MSC Jura auf Opel Kadett C) schrammte mit einer Zeit von 1:03,53 Minuten nur um 0,10 Sekunden am ersten Platz vorbei. Zudem trennten Dennis Hecht (Platz 4, BMW 318is) und Eric Koller (Platz 3, Renault R5) mit Zeiten von 1:05,92 und 1:05,86 lediglich 0,06 Sekunden.
Klasse 6: Jens Blaschka (MSC Bechhofen) dominierte im BMW 135ix das Feld mit einer Wertung von 1:05,57 Minuten. Hier sei erwähnt das dies sein erster Sieg der Karriere war, Glückwunsch noch einmal an dieser Stelle. Sein Teamkollege Reinhard Huber (BMW 323ti) folgte ihm wie ein Schatten und belegte mit 1:06,35 Minuten den zweiten Rang.
Nach der Mittagspause konnten die Zuschauer die Boliden der Gruppe 3 bestaunen. Darunter nicht nur die spektakulären Formelfahrzeuge, auch eine faszinierende Vielfalt an Spezialtourenwagen mit teils technisch sehr anspruchsvollen Umbauten gab es zu sehen. Neben BMW 30 mit Turbomotor aus einem neueren Modell der 7er Reihe und einem Autobianchi A112 mit sequentiellem Getriebe ging auch ein Kadett B im Renntrimm auf die 1500 m lange Slalompiste. Lokalmatador Anton König konnte die Klasse 14 mit zwei fehlerfreien Läufen für sich entscheiden. Bei den Formel-Prototypen siegte Tivadar Menyhart aus Wernberg mit der schnellsten Einzelzeit des gesamten Renntages von 0:56,49 Sekunden.
Das Nachwuchstalent Colin Feyl (MSC Jura) feierte im historischen Fiat Abarth 1000 einen unangefochtenen Sieg der Klasse 7 mit einer Spitzenzeit von 1:00,62 Minuten. Vorjahresmeister Luca Gentile hatte mit schwächelnder Technik am Polo zu kämpfen und konnte so erst am zweiten Veranstaltungstag wieder mit ins Geschehen eingreifen.
Klasse 8 + 9: In diesem mit 25 Teilnehmern vollbesetzten Feld siegte Herbert Gleixner (NAC Nittenau) auf einem VW Polo mit einer Fabelzeit von 1:00,11 Minuten. Richard Rötzer (SFK Hansenried) landete im NSU TT auf Platz 4 mit einer Zeit von 1:01,54 Minuten. Patrick Beer (Platz 3, VW Polo) war mit 1:01,49 Minuten exakt 0,05 Sekunden schneller. Das war jedoch noch nicht alles: Der Zweitplatzierte Herbert Rötzer (NSU TT) lag mit 1:01,08 Minuten ebenfalls in Reichweite. Der 2. Platz ist der Lohn für harte Arbeit. Im Training verabschiedete sich ein Vorderreifen von Herbert, im 1. Wertungslauf eine Antriebswelle. Dank der Hilfe der Sportkameraden und dem eiserenen Willen von Herbert konnte der Renner wieder flott gemacht werden um den 2. Rennlauf zu bestreiten.
Mit einem Zeitpolster von über einer Sekunde siegte Ralf Rausch (MSC Jura) im Ford Fiesta souverän mit einer Zeit von 1:05,67 Minuten vor Daniel Ködel (MSC Sophienthal) im VW Polo GTI und Etienne Neumann im Mitsubishi C**t in der verbesserten Fahrzeugklasse bis 1600ccm.
Andreas Höppe (RST Mittelfranken) musste sich im RS Racetec Kadett C trotz einer starken Zeit von 0:59,78 Minuten knapp gegen Robert Stangl, ebenfalls Kadett C, geschlagen geben. Robert sicherte sich mit seiner Zeit von 0:59,33 auch den Gruppensieg.
Franz Appl (RST Mittelfranken) holte im Toyota Yaris GR mit 1:05,40 Minuten den Heimsieg in der Klasse ohne Hubraumlimit. Ihm folgte Dieter Wagner (MSC Pegnitz) und die beiden RST Piloten Günter Schwarz und Michael Bayer. Letzterer verpasste das Podium um nur 0,11 Sekunden.
Am Sonntag ging die Sekundenjagd in die zweite Runde.
Beim 14. Flugplatzslalom des RST Mittelfranken e. V. kämpften die Fahrer erneut um jeden Zentimeter Asphalt . Die Reifen blieben wie am Vortag trocken, doch die sportliche Stimmung kochte förmlich über. In fast allen Klassen erlebten die Zuschauer packende Stoß-an-Stoß-Duelle.
Moritz Zimmerman (MSC Sophienthal) wiederholte seinen Erfolg im VW Lupo mit einer Zeit von 1:07,78 Minuten. Hinter ihm erneut Wieland Koch (NSU TT) und die zweite Lupo Pilotin Celine Lauber (MSC Sophienthal).
Mit einem weiteren Sieg konnte Tom Endres seine Führung in der deutschen Slalommeisterschaft erneut ausbauen. Rene Ehrngruber und Oliver Endres konnten die überragende Pace des jungen Nachwuchstalentes nicht mitgehen und fanden sich auf den Plätzen zwei und drei wieder.
Das pure Motorleistung im Slalomsport nicht alles ist konnte Christian Reuß unter Beweis stellen. Er steuerte auf der schnell gesteckten Piste mit seinem 75PS starken Polo 86c direkt nach ganz vorne im Klassement. Vortagessieger Enrico Schnelle auf dem 120 PS starken Polo GTI hatte knapp das Nachsehen. Schnelles Konkurrenz im Titelkampf um die deutsche Meisterschaft, Markus Kroner und Patrick Rheis, folgten auf den Rängen drei und vier.
Erneut dominiert der MSC Jura die Klasse 5. Wie schon am Vortag kann Matthias Bittner sein Opel Kadett C Coupe ganz nach vorne pilotieren. Tobias Enderlein, seinerseits bisher führender der Meisterschaft, und Eric Koller (alle drei MSC Jura) komplettieren das Podium. Dennis Hecht belegt als bester BMW-Fahrer den vierten Platz.
Mit Florian Fachtan (MSC Wiesau) durchbrach ein Fahrer die Reihen des MSC Bechhofen. Er konnte mit seinem Golf 7 Clubsport die Strecke in 0:57,18 Minuten bezwingen. Einzig Jens Blaschka stellte sich im Klassement mit 9 Hundertsteln Vorsprung vor Fachtan. Den Bronzerang der Klasse 6 belegt Reinhard Huber (BMW 323ti).
Bei den Formel-Prototypen flog Tivadar Menyhart im Formel RS52 förmlich über den Platz und holte mit 49,82 Sekunden den Tagessieg aller Klassen. Beachtlich auch die Zeit von Helmut Classen (CC Jülich) der mit seinem Zagk Formel den Zeitenrückstand des Vortages deutlich verkürzen konnte. Seine 0:51,62 sollte die zweitschnellste Zeit des Tages bleiben.
Werner Bauer (MSC Schönau a.K.) verpasste den Klassensieg (Klasse 14) aufgrund von Pylonenfehlern. Dieser ging somit an Marc Rothenberger im bärenstarken Astra H Turbo.
Ein Familienduell der Spitzenklasse gab es bei den verbesserten Fahrzeugen bis 1000ccm zu bestaunen. Michael und Colin Feyl (beide MSC Jura) fegten mit ihrer kleinen Knutschkugel (Fiat Abarth 1000) so fulminant über die Piste das man nur staunen kann. Mit den Zeiten 53,63 (Colin) und 53,17 (Michael) machten sie den Sieg unter sich aus. Luca Gentile gelang die Reparatur am VW Polo. Er wurde dritter.
Das absolute Nerven-Drama des Tages stand in der zusammengelegten Klasse 8 und 9 an. Das 23 Teilnehmer starke Feld lieferte die spannendsten Abstände des Wochenendes. Herbert Gleixner (NAC Nittenau) steuerte seinen VW Polo mit einer Zeit von 0:52,75 Sekunden ganz nach oben aufs Podest. Christian Link sicherte sich im NSU TT mit 0:53,40 Sekunden Platz zwei. Dahinter folgten Nicolas Müller (0:54,48 Sekunden), Karl-Heinz Thiel (0:54,95 Sekunden), Robin Gleixner (0:55,02 Sekunden) und Richard Rötzer (0:55,06 Sekunden). Zwischen Platz 4 und Platz 6 lagen im Ziel unfassbare 0,11 Sekunden.
Am Vortag musste er noch, gebremst vom Technikteufel, auf sein Comeback nach längerer Pause verzichten. Dietmar Langwieser vom Bavarian Drag Race Club bewies das er und sein BMW 1602 nichts verlernt haben. Er holte sich den größten Pokal der Klasse 10, vor Ralf Rausch (MSC Jura) und Niklas Reis (MSC Idarwald).
Als Spätzünder erweist sich Robert Stangl vom NAC Nittenau. Nach deutlichem Rückstand im Training und ersten Wertungsdurchgang packte er plötzlich den Hammer aus: Mit einer Zeit von 51,78 Sekunden schockierte er die Konkurrenz und verwies Andreas Höppe (RST Mittelfranken) erneut auf den zweiten Platz bei den 2000ccm Boliden.
Die letzte Startgruppe (Klasse 12) brachte noch einmal Spannung pur. Die Plätze 2 bis 4 trennten am Ende nur 0,35 Sekunden. Michael Bayer (RST Mittelfranken) wurde zweiter, Thomas Nimmrichter im Hyundai I30N dritter und Günter Schwarz (RST Mittelfranken) im neu angeschafften BMW M2 vierter. Der Sieg ging an Dieter Wagner (MSC Pegnitz) mit seinem Audi TT.
Ein solches Motorsport-Wochenende der Extraklasse lässt sich nur mit einem starken Team im Rücken auf die Beine stellen. Das gesamte Rennsport-Team Mittelfranken und der MSC Sophienthal sind unglaublich stolz darauf, wie hervorragend die Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder von Fahrern und Zuschauern angenommen wurde.
Ein ganz besonderer Dank gilt an dieser Stelle den unermüdlichen Helferinnen und Helfern an und abseits der Strecke, die unzählige Stunden im Einsatz waren, dem Flugplatzbetreiber für die großartige Unterstützung und Bereitstellung des perfekten Geländes und der Gemeinde Speichersdorf für die hervorragende und unkomplizierte Zusammenarbeit.
Ohne dieses großartige Zusammenspiel wäre ein so reibungsloser und erfolgreicher Slalom nicht möglich. Wir freuen uns schon jetzt auf das Slalomwochenende am 12. Und 13. September, wenn es wieder heißt: Motoren an in Speichersdorf!