29/05/2026
Lokalsport
Zwei Mannschaften und ein intaktes Vereinsleben
Klassensplitter: Wie es bei der SpVgg Rödersheim in der B-Klasse Rhein-Mittelhaardt West nach dem Abgang des Trainers weitergeht
Von Thomas Leimert
Rödersheim-Gronau.Die SpVgg Rödersheim hat als Aufsteiger die B-Klasse-Runde als Tabellensiebter beendet. Vor zwei Jahren hatte es das Team noch nicht gegeben. Der Trainer zieht ein Fazit.
Vor gut zweieinhalb Jahren lag die SpVgg Rödersheim am Boden. Sie hatte nach der Abmeldung der zuvor bestehenden Spielgemeinschaft Dannstadt-Rödersheim nicht mehr am Spielbetrieb teilgenommen. Doch dann wagten die Gelb-Schwarzen allein einen Neuanfang. „Wir wollen den Fußball in Rödersheim wieder zum Laufen bringen und etablieren. Außerdem möchte wir junge Spieler aus der A-Jugend in den Kader integrieren und eine gute Mischung zwischen erfahrenen und jungen Akteuren finden“, sagte damals Jan Seiberth, der sich um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert.
Der Plan: Ein Neustart in der Fußball-C-Klasse Rhein-Mittelhaardt. Trainer wurde der damals 48-jährige Frank Hoffelder, der die Spielvereinigung bereits zwischen 2011 und 2015 trainiert hatte und zuvor als Spieler mit dem Team in die A-Klasse aufgestiegen war. „Rödersheim ist mein Verein, für mich schließt sich der Kreis“, erklärte der ehemalige Verbandsligaspieler und langjährige Kapitän des ASV Fußgönheim seinen Schritt. Und in der Tat bewegte Hoffelder einiges in den beiden zurückliegenden Spielzeiten – sportlich, aber auch strukturell. In Rödersheim wird wieder Fußball gespielt, es gibt eine erste und zweite Garnitur, und es gibt ein intaktes Vereinsleben.
Positives FazitDer inzwischen 50-jährige Hoffelder, der seinen Lebensmittelpunkt auf die spanische Baleareninseln Mallorca verlegt, zieht ein zufriedenes Fazit seiner Tätigkeit: „Unsere Idee ist prima angenommen worden, und wir haben all das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Rödersheim ist wieder wer.“ Das Team ist direkt nach dem Neubeginn von der C- in die B-Klasse aufgestiegen. Dort hat die Spielvereinigung diese Runde „nur“ auf dem siebten Tabellenplatz abgeschlossen. Was auch daran lag, dass die Trainingsbeteiligung aufgrund etlicher Studenten und Bundeswehrsoldaten, die unter der Woche nicht vor Ort waren, nicht so hoch wie gewünscht war.
„Ich hätte gerne besser abgeschnitten, aber während wir gegen die Großen gut gepunktet haben, ließen wir gegen die Kleinen zu viele Zähler liegen, weil wir sie nicht ernst genug genommen haben“, konstatiert der Coach. Titelträger TuS Diedesfeld wurde bezwungen (1:0), Vizemeister TuS Wachenheim sowohl im Hin- wie im Rückspiel geschlagen (1:0 und 2:1), und auch beim Tabellendritten Rot-Weiss Seebach II feierte Rödersheim einen Sieg (2:0). „Außerdem hat uns der Kreispokal viel Kraft gekostet“, verdeutlicht Hoffelder. Nach dem sensationellen Pokalsieg 2025 als Team aus der C-Klasse zog Rödersheim auch in diesem Jahr wieder ins Finale ein, unterlag aber Kickers Neuhofen 1:5.
Umbruch auf TrainerpositionWährend die Gelb-Schwarzen in der C-Klasse englische Wochen und die Pokalspiele aufgrund der klar besseren spielerischen Qualität als die Konkurrenz locker wegsteckten, war dies in der B-Klasse in der Form nicht mehr möglich. Als sich abzeichnete, dass es nicht gelingen würde, ins Rennen um den Aufstieg eingreifen zu können, rückte automatisch der Pokalwettbewerb in den Fokus. In der Liga war die Luft raus. Und so gönnte sich der scheidende Übungsleiter im letzten Heimspiel gegen Neidenfels/Lambrecht einen 20-minütigen Kurzeinsatz. „Mein erster Wettkampf seit zwölf Jahren. Ich habe mich gegen einen dankbaren Gegner aus den Zweikämpfen herausgehalten. Fußballerisch ging es noch, aber läuferisch merkt man die Jahre“, räumt der 50-Jährige ein. Jetzt ist Schluss für Hoffelder, ein mitunter unbequemer, aber immer geradliniger Typ, für den der Satz „ein Mann, ein Wort“ noch immer zählt. Obwohl seine Frau Denise und Sohn Flynn schon seit Januar ihr Domizil auf Mallorca aufgeschlagen haben, führte der charismatische Coach seine Aufgabe wie versprochen zu Ende. Die Mannschaft bleibt in der nächsten Runde komplett zusammen. Dann werden Dennis Weiß und Kevin Paoletti als Trainer fungieren. Die Fußstapfen, in die sie treten, sind enorm groß, weil Hoffelder, der mit einem lachenden und einem weinenden Auge geht, Maßstäbe gesetzt hat.
Ansonsten ist er schon fleißig dabei spanisch zu lernen. „Die Sprache zu sprechen ist die Grundlage für eine gelungene Integration“, sagt der Coach. Mit seiner Familie lässt er sich in Porto Cristo im Osten der Insel nieder. Das ist ein Teil der 50.000 Einwohner zählenden Stadt Manacor, wo es den Fußballverein Club Esportiu gibt. „Dort habe ich schon mal ein Training gesehen, vielleicht kann ich da Fuß fassen“, überlegt Hoffelder, der absolut mit sich im Reinen ist.
Sehr gefreut hat er sich über den Aufstieg des ESV Ludwigshafen in die Bezirksliga Vorderpfalz. Die Eisenbahner hatte er vor vielen Jahren mal gerettet – eine von etlichen Erfolgsgeschichten des Fußballenthusiasten Frank Hoffelder.
Quelle
Ausgabe Die Rheinpfalz Ludwigshafener Rundschau - Nr. 121
Datum Donnerstag, den 28. Mai 2026
Seite 20