10/09/2026
Ich dachte lange, Dankbarkeit und Enttäuschung würden sich gegenseitig ausschließen.
Wenn ich dankbar bin, kann ich doch nicht gleichzeitig traurig darüber sein, dass etwas anders gekommen ist, als ich es mir gewünscht hatte.
Und wenn ich enttäuscht bin – bin ich dann vielleicht einfach nicht dankbar genug für das, was da war?
Aber Gefühle sind nicht immer so ordentlich und eindeutig.
Ich kann sehen, wie viel Liebe, Zeit und Unterstützung in diesem Sommerfest steckten. Ich kann dankbar sein für mein Team und für jeden einzelnen Menschen, der gekommen ist.
Und gleichzeitig kann es wehtun, dass es weniger Menschen waren, als ich gehofft hatte.
Meine Yogapraxis macht mich nicht unverwundbarer und sie sorgt auch nicht dafür, dass ich nur noch gelassen, dankbar und souverän auf das Leben reagiere.
Aber sie hilft mir, widersprüchliche Gefühle in mir wahrzunehmen, ohne eines davon sofort wegmachen zu müssen.
Genau darin berührt mich unser aktuelles Thema:
Ta**ra – Die Kunst, ganz Mensch zu sein.
Nicht erst bestimmte Gefühle überwinden zu müssen, um „richtig“ oder spirituell zu sein. Sondern auch mit Enttäuschung, Vergleich und Zweifel bei mir bleiben zu können.
Das ist dieses radikale Ja zum Leben:
nicht alles gut finden zu müssen, aber dem eigenen Erleben seine Daseinsberechtigung zu lassen.
Kennst du das auch: dass du dir ein Gefühl kaum erlauben kannst, weil gleichzeitig doch „eigentlich“ alles schön ist?