03/02/2026
Rückblick auf die 48. Pirmasenser Stadtmeisterschaft:
Ja, was war das für eine Stadtmeisterschaft? Viele in Pirmasens bemühen sich ja jedes Jahr, das Turnier klein zu reden, manche sprechen gar davon, es sei am Ende. Aber jedes Jahr schreibt es seine eigene Geschichte fort, zieht Zuschauer genauso wie die aktiven Spieler und Vereine in ihren Bann.
So auch in diesem Jahr, es war erneut ein besonderes Turnier, an zwei Abenden erlebten Zuschauer und Fans besondere Spiele, Dramatik, Spannung und Sensationen.
Ein Rückblick:
In der Vorrunde war die Mannschaft des Ausrichters, der SV Erlenbrunn, das Maß aller Dinge. Fünf Spiele, fünf überzeugende Spiele, fünf Siege. Auch der spätere Finalist SV Rot Weiss Pirmasens konnte mit 2:0 geschlagen werden. Aber das ahnte dort noch niemand. Überrascht hatte in der Vorrunde auch der SV 1907 Ruhbank e.V. und der Pirmasenser SV 2.0, etwas überraschend scheiterten Vorjahresfinalist TuS 1903 Winzeln, der TuS/DJK Pirmasens und der FC Hengsberg 1923
In der Endrunde legten die Teilnehmer die Karten relativ schnell auf den Tisch. Der SV Erlenbrunn zeigte im ersten Spiel gegen den ebenfalls hochgehandelten SV Gersbach 1921 mit einem 5:1-Sieg gleich wohin die Reise gehen sollte. Das Halbfinale sollte nur eine Zwischenstation sein, der SVE wollte ins Finale. In Gruppe zwei waren sich die Experten einig, drei Teamsstreten um den zweiten Platz. Aber es kam anders. Nicht Dauerchampion FK 03 Pirmasens sicherte sich den Gruppensieg, nein, es war der SV Rot-Weiss Pirmasens, der sich den Sieg in der Vorrundengruppe zwei sicherte. Im ersten Spiel überrollten die Kicker vom Sommerwald die zweite Garnitur des SVE mit 9:0. Nachdem der FKP gegen die Ruhbank, ähnlich wie in der Vorrunde, etwas holprig mit 3:1 gewann, sicherten sich die Rot-Weißen, angetrieben von einem lautstarken, frenetischen Publikum im zweiten Spiel gegen den Oberligisten FK Pirmasens mit einem nicht für möglich gehaltenen 2:1-Sieg die Eintrittskarte für das Halbfinale. In dem Spiel stellten die Sommerwäldler ganz stark unter Beweis, wie viel Wucht und Begeisterung ihr Spiel ausmacht. Die beiden Herrlich-Brüder waren nicht zu halten und sorgten dafür, dass sich die Wasgauhalle in ein Tollhaus verwandelte. Im letzten Gruppenspiel machte der SV Rot-Weiss mit einem 3:2-Sieg den Halbfinaleinzug perfekt. Der SVE ließ derweil in Gruppe eins keinen Zweifel aufkommen und eilte von Sieg zu Sieg. Im letzten Gruppenspiel machte der SV Gersbach mit einem denkbar knappen 2:1-Sieg über den PSV das Halbfinale klar, ein Unentschieden hätte dem PSV für die Halbfinalteilnahme gereicht.
Die Halbfinalbegegnungen standen an und in der zwanzigminütigen Pause gab es jede Menge Diskussionen. Klar war, mit dem SVE und den Rot-Weißen haben sich die mit Abstand besten Mannschaften des Abends in ihren Gruppen durchgesetzt. Der SVE hatte sogar als einzige Mannschaft des Turniers alle Spiele gewonnen und eben auch kein Spiel verloren. Somit war es das Top-Spiel, das erste Halbfinale zwischen dem SVE und dem FK Pirmasens. Und das Spiel sollte halten, was es versprach. Die Mannschaft aus Erlenbrunn begann ohne jeglichen Respekt vor dem großen Favoriten. Und nach 3 Minuten schien die Sensation möglich, denn Simon Keim schoss den SVE mit 1:0 in Führung. Doch danach zeigte der Oberligist seine individuelle Klasse. Innerhalb von 2 Minuten drehte er das Spiel und ging selbst mit 2:1 in Führung. War es das? Die Antwort lautet, nein, denn der SVE setz nun alles auf eine Karte. Und das wurde belohnt. 2 Minuten vor dem Ende erzielte Niklas Kennel den 2:2-Ausgleich. Die Halle bebte. Doch schon im Gegenzug die kalte Dusche, der FKP ging erneut in Führung. Und wieder steckte der SVE nicht auf. 40 Sekunden vor der Schlusssirene hatte Sammy Eyrisch den 3:3-Ausgleich auf dem Fuß, doch ein Schuß strich um Millimeter am Pfosten vorbei. 5 Sekunden vor dem Ende, dann die endgültige Entscheidung und das 4:2. Im zweiten Halbfinale gab es dann keinen Zweifel, wer in das Endspiel einziehen wird. Die rot-weißen ließen dem SV Gersbach keine Chance und zerlegten die Mannschaft mit 5:0. Der SVE sicherte sich danach im 9 m schießen mit einem 3:2 Erfolg den dritten Platz. Auch im Finale war kein Klassenunterschied erkennbar. Die Mannschaft vom Sommerwald warf alles in die Waagschale, wurde von den Fans erneut auf einer Welle getragen, der Oberligist spielte jedoch seine technische und spielerische Überlegenheit aus und gewann das Endspiel glanzlos mit 2:0.
Die Gewinner des Turniers waren die beiden Mannschaften vom SV Rot-Weiss Pirmasens und dem SV Erlenbrunn. Beide zeigten begeisterten Hallenfußball. Wir gratulieren nicht desto trotz dem FKP zum Gewinn der Stadtmeisterschaft.
Im Erlenbrunner Lager ist man stolz auf die Leistung der Mannschaft. Und auch etwas enttäuscht, dass der ganz große Wurf nicht geklappt hat. In neun Begegnungen gab es acht Siege und nur eine Niederlage. Nur der Stadtmeister hat die selbe erfolgreiche Bilanz vorzuweisen.