15/06/2026
Der Traum ist Wirklichkeit geworden: Der TuS Lipperreihe hat am Sonntag, 14. Juni, das Finale der Aufstiegsrelegation zur Landesliga gewonnen und damit Vereinsgeschichte geschrieben. Auf der Sportanlage des SuS Kaiserau in Kamen setzte sich die Mannschaft mit 3:1 (2:0) gegen den SV Horst-Emscher aus Gelsenkirchen durch und sicherte sich als einziger der zwölf Bezirksliga-Vizemeister den Aufstieg in die Landesliga.
Bereits die Anreise unterstrich die Bedeutung der Partie. Beide Mannschaften waren mit dem Bus angereist, der SV Horst-Emscher sogar mit dem Mannschaftsbus des FC Schalke 04. Auch zahlreiche Anhänger des TuS hatten einen Fanbus organisiert und sorgten von der ersten Minute an für lautstarke Unterstützung.
Auf dem Platz entwickelte sich von Beginn an ein offensives und temporeiches Spiel. Beide Teams suchten den Weg nach vorne, doch die Lipperreiher erwischten den deutlich besseren Start. Nach einer Balleroberung im Mittelfeld schaltete Rouven Schulz blitzschnell um und trieb den Ball nach vorne. Sein Abschluss krachte zunächst an die Latte des Horster Tores, doch Marvin Schlepper reagierte am schnellsten. Marvin setzte den Abpraller präzise ins rechte untere Eck und brachte den TuS bereits in der 6. Minute mit 1:0 in Führung. Die frühe Führung verlieh den Lipperreihern zusätzliche Sicherheit. Während Horst-Emscher nach Antworten suchte, blieb der TuS die gefährlichere Mannschaft. Nach einem sehenswerten Angriff über die linke Seite setzte sich Fynn Mosebach durch und spielte einen punktgenauen Querpass auf den mitgelaufenen Luca Schlingmann. Dieser blieb vor dem Tor eiskalt und erhöhte in der 22. Minute auf 2:0.
In der Folge nahm der TuS etwas Tempo aus der Partie und zog sich weiter zurück. Dadurch kam der SV Horst-Emscher zu mehr Ballbesitz, konnte daraus jedoch kaum Kapital schlagen. Die Gelsenkirchener fanden nur selten Lücken in der gut organisierten Defensive der Lipperreiher und kamen kaum zu gefährlichen Strafraumaktionen. So ging es mit einer verdienten 2:0-Führung für den TuS in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel reagierte Horst-Emscher mit einem Doppelwechsel und versuchte, früh den Anschlusstreffer zu erzielen. Zwar erhöhten die Gelsenkirchener den Druck, doch weiterhin fehlte die Durchschlagskraft im letzten Drittel. Die Defensive des TuS verteidigte aufmerksam und ließ nur wenig zu.
Stattdessen schlugen die Lipperreiher erneut eiskalt zu. In der 65. Minute nutzte Marvin Schlepper einen missglückten Klärungsversuch der Horster Hintermannschaft. Der "neue" Torjäger zögerte nicht lange und versenkte den Ball aus rund 15 Metern zum viel umjubelten 3:0 im Netz.
Doch Horst-Emscher gab sich noch nicht geschlagen. Nur zwei Minuten später konnten die Lipperreiher den Ball im eigenen Strafraum nicht entscheidend klären. Die Gelsenkirchener nutzten die Gelegenheit und verkürzten in der 67. Minute auf 1:3.
In der Schlussphase drängte der SV Horst-Emscher auf den zweiten Treffer und versuchte noch einmal alles, um die Partie spannend zu machen. Der TuS verteidigte jedoch leidenschaftlich und blieb über Konter brandgefährlich. Mehrfach bot sich die Gelegenheit zum vierten Treffer, doch entweder fehlte die letzte Präzision oder der gegnerische Torhüter war zur Stelle.
Als die siebenminütige Nachspielzeit schließlich abgelaufen war und der Schiedsrichter die Begegnung pünktlich um 17 Uhr abpfiff, kannte der Jubel bei Spielern, Trainern und Fans keine Grenzen mehr. Auf dem Rasen lagen sich die Lipperreiher in den Armen, während die mitgereisten Anhänger den historischen Erfolg feierten.
Mit dem Sieg krönt der TuS Lipperreihe eine außergewöhnliche Saison und steigt erstmals in der Vereinsgeschichte in die Landesliga auf. Nach dem knapp verpassten direkten Aufstieg in der regulären Spielzeit nahm die Mannschaft den Umweg über die Relegation – und belohnte sich am Ende mit dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte.
Trainer Jan Rüter musste nach dem Schlusspfiff nicht lange auf seine erste Bierdusche warten. Wer ihm diese verpasst hatte, konnte er anschließend allerdings nicht mehr sagen. Die Freude über den Aufstieg überwog ohnehin alles andere. „Wer mir die Dusche verpasst hat, weiß ich gar nicht. Aber als Profi hast du Wechselsachen dabei und werde trocken nach Hause kommen“, sagte der überglückliche Coach mit einem Lächeln. „Wir haben uns das geholt, was wir eigentlich schon nach der regulären Saison verdient gehabt hätten. Nun war es halt ein langer Umweg. Wir werden den Erfolg sicher noch am Sportplatz in Lipperreihe feiern.“
Ein Jahr nach dem Abstieg des TSV Oerlinghausen und dem Start der Kooperation der Fußballer des TuS und des TSV spielt nun kommende Saison wieder ein Team aus der Bergstadt Oerlinghausen in der Landesliga.
Für den TuS spielten: Simon Danne, Luca Schlingmann (68. Dominic Pollakowski), Fynn Mosebach, Timo Fulland (78. Jan-Justin Johannhörster), Rouven Schulz, Marvin Schlepper, Niklas Wiens, Leon Schrenke (34. Justin Friedrich (80. Marco Weigmann)), Mikail Bas (73. Timo Latussek), Laurant Dragusha, Oleksandr Lutsyk.