11/09/2026
Die Handballerinnen vom TV Biefang gehen Mitte September in ihre zweite Regionalliga-Spielzeit. Für Dieter Schölwer beginnt die Abschiedstour.
Der Aufstieg im vergangenen Jahr war ein beachtlicher Erfolg. Dieser wurde mit dem souveränen wie verdienten Klassenerhalt in der abgelaufenen Saison noch einmal getoppt. Die Handballerinnen vom TV Biefang gehen damit also Mitte September in ihre zweite Regionalliga-Spielzeit. Dort möchte sich die Mannschaft von Dieter Schölwer erneut behaupten und über dem Strich landen.
Wie viele Teams die Biefangerinnen dafür letztlich hinter sich lassen müssen, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös beziffert werden. „Die Abstiegsregelung ist kompliziert und hängt von gleich mehreren Faktoren ab. Es können am Ende zwei sein, die dran glauben müssen. Im Worst-Case-Szenario sogar fünf. Es wird knackig und interessant. Aber genau dafür machen wir es ja auch“, freut sich Biefangs Trainer auf die bevorstehenden Herausforderungen.
Der erste Absteiger steht mit dem TV Beyeröhde indes schon fest. Vor vier Jahren noch in der 2. Bundesliga vertreten, zog der Wuppertaler Klub mangels Personal Anfang Juli sein einstiges Zugpferd zurück. Aus zwölf mach elf - damit sind’s überschaubare 20 Meisterschaftsspiele. Aus denen wollen die Biefangerinnen mindestens 20 Zähler holen. Das wären drei mehr als im Vorjahr. „Es werden einige Kraftanstrengungen von Nöten sein. Aber das ist machbar und können wir“, ist Schölwer von der Qualität seiner Mannschaft überzeugt. „Allein der Stammkader aus dem vergangenen Jahr hat sich durch die Bank um 20 Prozent gesteigert.“
Wer kommt, wer geht
Das Leistungsniveau hat nach Ansicht des Übungsleiters trotz einiger Abgänge nicht abgenommen. Kathi Sprick zog es zum Liga-Konkurrenten SG Überruhr. Jana Schwedler versucht ihr sportliches Glück fortan bei ihrem Heimatverein 1. FC Lintfort (2. Liga), wo sie schon als Dreijährige Einlaufkind war. Adriana Ferencevic tritt kürzer, könnte aber bei Bedarf temporär als Kreisläuferin aushelfen. Anna Köther legt aufgrund ihrer zeitintensiven Ausbildung zur Feuerwehrfrau ein Sabbatjahr ein. Karla Hannen wechselt in die Verbandsliga zum SSV Gartenstadt II.
Mit Esther Langenhoff (26) schlägt eine der besten Oberliga-Torjägerinnen in Biefang auf. Die Linkshänderin kommt vom TV Borken und erzielte in der abgelaufenen Spielzeit durchschnittlich mehr als neun Treffer pro Partie. „Wir hatten schon vor ein paar Jahren Kontakt. Schön, dass es jetzt geklappt hat. Esther fühlt sich wohl und passt als Typ super bei uns rein“, hält Schölwer große Stücke auf den abschlussstarken Neuzugang.
Ihren nächsten Entwicklungsschritt soll Zoe Feulner vollziehen. Die Novizin (17) – wie Langenhoff ebenfalls Linkshänderin – schnupperte bereits in der zurückliegenden Saison in Biefang Regionalliga-Luft. Feulner ist nach wie vor mit einem Doppelspielrecht in der Jugend beim VfL Gladbeck ausgestattet. Die Einsatz-Priorität liegt im Gegensatz zum Vorjahr nunmehr allerdings bei den TVB-Frauen.
Vom TuS Erkrath (Verbandsliga) wechselt Anouk Hagedorn zum TVB. Die 22-jährige halblinke Rückraumspielerin stammt ursprünglich aus der Pfalz. Von dort bekam Schölwer die Empfehlung zweier Trainerkollegen. „Anouk ist eine hochintelligente Spielerin und absoluter Teamplayer. Ein angenehmer, ganz toller Mensch“, gefallen dem Coach nicht nur die sportlichen Vorzüge der Düsseldorfer Studentin. Hagedorn lebt mit einer Beeinträchtigung des Hörvermögens. Schölwer: „Das Handicap ist überhaupt kein Problem. Anouk stört‘s nicht, uns stört’s nicht.“
Ein echter Coup ist dem TVB offenbar beim Transfer von Henriette Tenfelde gelungen. Von ihrem Ausbildungsverein Turnerschaft St. Tönis kommend, hinterließ die 17-Jährige zuletzt tiefe Fußabdrücke in der B-Juniorinnen-Bundesliga. „Eine ganz spannende Personalie. Henriette wollte unbedingt zu uns. Sie handelt intuitiv und hat deshalb ein beeindruckendes Spielverständnis. Dazu kommt ihr ausgeprägter Lernwille. Wir begleiten und fördern Henriette auf ihrem weiteren Weg“, schwärmt Schölwer. Auch in Bezug auf Tenfeldes Polyvalenz: „Sie kann außer im Tor und am Kreis alle Positionen abdecken.“
Für den 64-jährigen Linienchef wird sich Mitte April der (Handball-)Kreis schließen. Schölwer zieht sich nach dann acht Jahren in Biefang endgültig aus dem operativen Geschäft zurück. „Mit dem Klub ist das alles längst sauber kommuniziert. Auch im Sport steht irgendwann mal der Renteneintritt an. Jetzt freue ich mich aber erstmal auf eine spannende Saison. Mit dem Team zu arbeiten, macht mir nach wie vor große Freude. Ich glaube, dass wir gut aufgestellt und stärker als letztes Jahr sind“, strahlt Schölwer auf der absehbaren Zielgeraden seines jahrzehntelangen Schaffens an der Seitenlinie altbekannte Zuversicht aus.