12/04/2018
„Wahnsinn”!
Wahnsinn war es, wie die Zeichen vor dem Lokalderby gegen Wacker standen. Mit gefühlten neuneinhalb Spielern musste unser Coach vor dem Spiel arbeiten. Marco krank (konnte dadurch allerdings von der Seitenlinie meisterlich coachen, wie selten in dieser Saison), Silvan krank, Justin angeschlagen, Julius gelb gesperrt und zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Stefan beim Warmmachen. Was in der Folge geschah ist wieder ein neues Kapitel in der Kreisligageschichte dieser Mannschaft.
Wahnsinn, dass wir wieder 1:0 in Führung gingen. Wieder einmal war es Justin, der nach Pass von Robert sämtliche Gegenspieler hinter sich ließ und lässig einschob. Allzu lang sollte die Führung allerdings nicht währen, so kam Wacker kurze Zeit später zum Ausgleich und erzielte vor der Pause auch noch den Führungstreffer. Trotzdem muss hier nochmal ein kleiner Gänsehautmoment beschrieben werden. In der Vergangenheit scheiterten zahlreiche Anfragen, um einen ehemaligen dritte Herrenspieler wieder auf den Rasen zu schicken. Doch in der Notlage vor dem Spiel machte Scharni nochmals einen Versuch und zum Erstaunen aller, kam besagte Person. WAHNSINN! Würde man ihm den Spitznamen „Axt” verleihen, es würde ihm nicht gerecht werden. Wahrscheinlich aus Polen eingeflogen, beehrte uns also Luto, der Stefan in der 25. Minute ersetzte. Großen Respekt an dieser Stelle, dass er noch so lang für das Team kämpfte.
Nach der Pause ging es für Justin leider nicht weiter. Traumhaft allerdings, dass man Freddy zur Halbzeit noch akquirieren konnte, der sich nahtlos in unser kampfbetontes Spiel einfügte und sich voll reingehauen hat. Wahnsinn, wie sich die gesamte Mannschaft unter den gegebenen Umständen verkauft hat. Namentlich müssen hier auch endlich mal unsere Außenverteidiger Scharni und Hassan genannt werden. Ersterer spielte mit einer Abgeklärtheit, die seinesgleichen suchte. Hassan derweil hatte einen überragenden Tag, bei dem er in der zweiten Hälfte viele Wege für unseren Linksaußen mitgehen musste (dramatisch, wie sich dieser zusehends immer mehr über den Platz schleppte. Für einen Lichtmoment reichte es dennoch). Darüber hinaus saßen seine Grätschen und Pässe so gut, dass erste Jordi Alba-Vergleiche vom fachkundigen Publikum gezogen wurden.
In der 66. Minute hatte eben dieser Linksaußen seinen besonderen Moment und setzte Marcel in Szene. Dieser ließ seine Gegenspieler, wie Kanonenfutter hinter sich und schlenzte das Spielgerät traumhaft zum verdienten Ausgleich ins Netz. In der Folge war es ein hart umkämpftes Spiel. Wie sollte es bei uns auch anders sein? Da half es mit Toffo jemanden zwischen den Pfosten zu haben, der eine überragende Ruhe und Sicherheit ausstrahlte.
Apropos Ruhe… was machte eigentlich dieser Lutowski? Der holte sich gegen Mitte der ersten Halbzeit die gelbe Karte ab. Kenner befürchteten schon, dass diese zu früh kam. Sie wurden eines Besseren belehrt. Vielleicht auch weil Philipp komplett aus seiner eigentlichen Rolle fiel und den aufgebrachten Luto beruhigte. Ist das wirklich passiert? Das ist es und ich kann es nach wie vor nicht fassen und bin von dieser Szene immer noch zutiefst berührt, ein Bild für die Götter, wer sich mit Geschichten der Dritten auskennt. Wahnsinn! Der Fußball schreibt die verrücktesten Geschichten.
Nach einer zittrigen Schlussphase, war der Jubel über den verdienten Punktgewinn wieder einmal riesig. Vier Punkte aus zwei Spielen sind doch Musik in den Ohren eines jeden Abstiegsaspiranten. Klasse, wie sich die Mannschaft und alle Unterstützer von Spiel zu Spiel reinhängen und nicht aufgeben. Wieder einmal unter Umständen, die einen eigentlich verzweifeln lassen müssten. So fand der sichtlich gerührte Coach auch nicht mehr viele Wort, außer „WAHNSINN”!
*Anekdoten aus dem Spiel gegen TUS Garbsen (knappe Niederlage):
Wieder einmal höchste Notlage bei der Zusammensetzung des Kaders. Aber schon am Vorabend gab es im Buschfunk Gerüchte, die viele Herzen höher schlagen ließ. Nach dem gefühlt zehnten Rücktritt vom Rücktritt stand Momo wieder zwischen den Pfosten und sorgte damit für Gänsehaut, die für eine ganze Woche reicht. Unschuldig an den Gegentoren strahlte der Veteran seine alles umfassende bekannte Aura aus.
Eine Erzählung, basierend auf den Schilderungen des Torschützen: Was sich in der 83. Minute abspielte sorgte dafür, dass wohl heute noch einige ältere Zuschauer ihre dritten Zähne suchen. Es muss ungefähr so gewesen sein, dass Prinz Poldi höchst persönlich seine japanischen Anime-Freunde bat, Mav den berüchtigten Tigerschuss beizubringen. Seine wochenlangen Trainingseinheiten befähigten ihn einen Schuss, wie einst Karsten Jancker, abzufeuern, der ein Tor zur Folge hatte, welches kein asiatischer Zeichner besser hätte zeichnen können. Erfahrungsgemäß wird er von dieser Szene noch monatelang berichten.
„Ich sage nur ein Wort: Vielen Dank” (Andi Brehme). Kommenden Sonntag geht’s mit dem nächsten Derby bei Mariensee/Wulfelade weiter.