21/02/2022
Superrallye stoppt an der Weser
200 Oldtimer fahren bei Olympia-Revival durch Bad Karlshafen
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Olympiarallye findet wieder ein Wettbewerb statt. Die Rallye macht auch Halt in Bad Karlshafen.
Bad Karlshafen – Vor 50 Jahren fand die bis dahin anspruchsvollste Rallye durch Deutschland statt, die über fast 2300 Kilometer vom Segelhafen in Kiel zum Olympia-Start in München führte.
Eine Gruppe motorsportbegeisterter Fans will das zum Jubiläum 50 Jahre Münchener Olympiade im August dieses Jahres wiederbeleben und versuchen, zum möglicherweise letzten Mal die Atmosphäre von Benzin-, Öl- und Gummigeruch wieder lebendig werden zu lassen.
Eine Station der zweiten von insgesamt neun Etappen quer durch Deutschland wird am Dienstag, 9. August in Bad Karlshafen sein. Dort wird voraussichtlich mindestens eine Durchfahrtskontrolle eingerichtet, wo die Fahrzeuge für zwei bis drei Minuten zu sehen sind. Auf der 2252 Kilometer langen Rallye finden 47 Wertungsprüfungen statt.
Vor 50 Jahren wurden noch 3400 Kilometer in sechs Tagen bei nur einer Übernachtung zurückgelegt. Anders als 1972, als viele der damals relativ neuen Fahrzeuge stark gefordert wurden, um Bestzeiten zu erbringen, wird es diesmal ruhiger zugehen, um die mit den Fahrern gealterten Fahrzeuge zu schonen. Es werden jeweils 200 bis 400 Meter lange Strecken markiert, die in einer bestimmten Sollzeit zu fahren sind, Abweichungen ergeben dann die Minuspunkte.
Gemeldet sind maximal 197 Teams aus neun Nationen, zum Teil mit mehreren Fahrzeugen.
Ein besonderes Jubiläum feiert dabei auch der zweifache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl, der 1972 als Neuling mit seinem privaten Ford Capri an den Start ging und sich bis auf Platz zwei vorgearbeitet hatte, bevor ihn ein Motorschaden stoppte. Anschließend begann aber seine Profi-Karriere.
Bei der diesjährigen Revival-Rallye ist den Veranstaltern einer privaten Fan-Initiative mit vielen prominenten Unterstützern die Integration von Original-Wertungsprüfungen so wichtig wie Geselligkeit und abwechslungsreiches Rahmenprogramm.
„Wir wollen bewusst den Spagat zwischen dem historischen Erbe der Olympiarallye von 1972 und einer modernen Gleichmäßigkeits-Rallye für Oldtimer umsetzen“, erklärte dazu Pressesprecher Jürgen Hahn (Eichenau).
Um Kritiken zu entkräften, haben die Veranstalter erklärt, dass die Rallye komplett klimaneutral stattfindet. Zur Kompensation der erwarteten rund 150 000 Kilogramm CO2-Emissionsschadstoffe seien die Verträge unterschrieben, das dafür gezahlte Geld fließt in Aufforstungsprojekte im Harz. Unterwegs soll zudem Geld erwirtschaftet werden, das an regionale Sozialeinrichtungen entlang der Strecke weitergegeben werden soll, erklärten die Veranstalter. Info: olympiarallye72.com. (Thomas Thiele)
Von Kiel bis München
Größere Stationen der Sechs-Tage-Rallye von Montag, 8. August, bis Samstag, 12. August, sind Lübeck, Wolfsburg, Paderborn, Köln, Kaiserslautern, Speyer, Hockenheimring (mit Tagesprüfung im neuen Porsche Experience Center), Neckarsulm, Regensburg, Landshut und München.
Am zweiten Tag, 9. August, führt die Route über 396 Kilometer von Wolfsburg über Braunschweig, Reitling im Elm, Einbeck und Bad Karlshafen nach Paderborn. Die genauen Durchfahrtszeiten werden noch bekannt gegeben.