02/06/2026
Der frische Junioren Nationalspieler Malte Brumm hat uns mal ein Interview gegeben.
Ich hab mich mal mit Malte Brumm unterhalten, der aktuell bei der Alten Dame aus Berlin als 15-Jähriger in der U17 kickt und als Neu-Nationalspieler für Gesprächsstoff sorgt. Malte war bis zu seinem 11. Lebensjahr Teil unseres Vereins, und ist jetzt mit 15 schon ein wichtiger Bestandteil der U17 von Hertha BSC. Er durfte sogar DFB-Luft in der U15 schnuppern. Malte geht grad den Weg, den viele junge VfL-Fußballer sehen und gehen wollen, steinig ist er trotzdem. Lasst uns ein wenig in Maltes Ablauf eintauchen. Wie ist es momentan, wie fühlt man sich bei Hertha BSC und im Dress der Juniorennationalelf?
„Super, mein erstes Länderspiel erfüllt mich mit Stolz und es war eine große Ehre für Deutschland zu spielen und die Hmyne zu hören. Bei der Hertha läuft es auch sehr gut aktuell. Ich habe super Trainer dort und werde dort sehr gefördert. Ich freu mich auf jede Einheit, wo Kostas (Kotsifakis, Trainer) und Tunay (Torun, Co-Trainer, der selbst türkischer Nationalspieler und ehemalige Herthaspieler war) uns weiterbringen.“ Malte hat mit 4 Jahren beim VfL angefangen, damals unter Peter Weis, danach haben ihn einige Trainer geprägt, mitgenommen hat er von jedem etwas. Gerade die DFB Stützpunkttrainer wie Michael Flottron, damals in Brandenburg, waren wichtig für seine Entwicklung. „Malte spielte immer bei den älteren mit, das hat ihn auch geprägt“ sagt Papa Stefan Brumm. Als er dann mit 11 Richtung Staaken aufbrach, war die Hertha schon im Bilde, da dort früher Richtung Großfeld agiert wird. Der Weg war für ihn klar zur Hertha.
Wer ist Malte Brumm, was macht ihn aus? „Ich will nicht aufgeben, egal was es bedeutet, bei Läufen zu kotzen, gehört dazu, keine Option ist es aufzuhören. Ich spiele Innenverteidiger bei der Hertha und wurde bei der Nationalmannschaft als Außenverteidiger eingesetzt, dort dabei zu sein war schon überragend. Trotzdem war es ungewohnt, ich habe vielleicht ein paarmal bei der U13 den Außenverteidiger gemacht. Im Verein ist es anders, man hat Spiele gegen Mannschaften die langsamer agieren als ein 1,90 Stürmer der Holländer aus der AFC Ajax-Akademie, wo dir ein halber Meter das Genick bricht. Der startet eine Millisekunde vor dir und du reagierst, dann ist der 3 Meter weg und du bist der "Idiot"/ Verlierer in diesem Duell. Genau das macht es aus, was mir Spaß macht. Da du alles brauchst, Zweikämpfe gewinnen, Einwürfe, Flanken, Passen, Kettenverhalten, oder die Ausdauer.
Es gab schon wichtige Momente in seinem noch jungen Fußballalltag, die ihn auch geprägt haben. Sei es ein Turniersieg beim Nike Youth Cup vor 2000 Zuschauern oder sein 1. Tor in der U17 Bundesliga gegen Chemnitz, in seinem zweiten U17 Spiel, oder den Assist im Spiel darauf, noch besser die 2 Assists im Länderspiel gegen die Niederlande. Malte ist in der Hinsicht geerdet, er weiß, dass Schule wichtig ist. Er ist gerade dabei die Reife fürs Abitur abzulegen. Trotzdem hat er schon einen Plan. Neben der Schule will er weiter auf dem Platz Vollgas geben. Ein Profidebüt wäre überragend, doch dafür muss er weiterarbeiten, um sich den Traum zu erfüllen. Das will er gern bei der Hertha machen. Aktuell ist er auf der Poelchau und hat einen 2,1er Schnitt. „Talent reicht nicht aus, du musst einfach mehr machen. Du wirst nur besser, wenn du mehr machst.“
Maltes Coach in der U16 war Damir Bektic, ehemaliger Fritz-Walter-Medaillen Gewinner in Silber, klare Aussage:" Du kannst eine absolute Granate sein und es trotzdem nicht schaffen." Er wird zum Vorbild für Malte in Demut und Ehrgeiz.
Der Weg geht weiter. Im U17 Bereich stehen Große Turniere an, die sind sein Ziel. Als 15-Jähriger hat er jedoch noch Zeit, er weiß zwar was er in dem Alter will, doch ist ihm klar, dass er einige ältere vor sich hat. „Ich hab noch zwei Jahre mehr als die Jungs, die schon dahingehören, manchmal kommt Neid auf, ich weiß das die aktuelle U17 da tiefenentspannt ist, ich fühle mich in allen Belangen als dazugehörig. Malte sieht sich, wenn er Profi wird, bei seinem Verein Hertha BSC, alternativ in einer Liga wie die Serie A. „Da kann man performen als Defensivspezialist. Perspektivisch ist die Premier League mein Ziel.“ Davon zu träumen ist der richtige Weg. Einen Plan B zu haben mit einem guten Notenschnitt, das Abitur zuschaffen, ebenso. Malte ist ein vernünftiger 15-jähriger Bengel, der beim VfL Nauen das Fußball spielen gelernt hat und vielleicht beweist, dass die Chance besteht, mehr zu erreichen. Auf die Frage hin, nachdem Markus Hoffmann am vergangenen Wochenende sein Männerdebüt mit fast 40 feierte, ob Malte nochmal im Funkstädter Dress auflaufen würde. „Auf jeden Fall, wenn ich dann noch Bezug und Familie in Nauen habe. Logischerweise war die Nachfrage, was leisten deine Eltern? Malte wurde entspannt, weil ohne Papa Stefan und Mama Sandra ist das nicht möglich. „Sie opfern quasi alle Wochenenden, deswegen sind sie die Ersten, die von einem Profivertrag profitieren würden, den Wunsch nach einem eigenen Haus mit Garten erfüllen zukönnen, ich würde es lieben.“