Die Studentenreiterei ist Teil des Hochschulsports. Historisch geht die Studentenreiterei bis in das 17. Jahrhundert zurück, als sich an den Adels-Akademien, den Vorläufern der Universitäten, Reitschulen bildeten. Der erste akademische Reitbund wurde von 1929 von Studenten gegründet, 1932 gab es in Berlin die ersten Hochschulmeisterschaften. Nach dem Krieg wurden die Studenten 1951 wieder aktiv mi
t einem nationalen Vergleichsturnier. 1954 wurde der Deutsche Akademische Reiterverband (DAR) gegründet. Der Dachverband der Studentenreiterei (Deutscher Akademischer Reiterverband e.V.) ist der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. Zu den Aufgaben des DAR gehört das er die Interessen der Studentenreiterei vertritt und mit ideeler und materieller Unterstützung die Durchführung nationaler und internationaler Hochschulvergleichsturniere bis hin zu den Deutschen/Europäischen/Weltweiten Hochschulmeisterschaftenfördert. Dem Verband der Studentenreiterei gehören gut 1.500 Mitglieder, davon ca. 60 % Altakademiker und ungefähr 40% Aktive an. Wenn im Herbst die letzten normalen Turniere ausgeschrieben werden, fällt der Startschuss für die Saison der Studentenreiter. Das liegt nicht etwa daran, dass wir in der kalten Jahreszeit gerne auf den Tribünen zusammenrücken, sondern am Charakter eines Studentenreitturniers. Das Besondere an der Studentenreiterei ist die anders geartete Wettkampfsituation. Hier treffen junge Menschen verschiedenster Studiengänge und Hintergründe zusammen, um sich im fairen Umgang mit dem Sportpartner Pferd in Leistungsprüfungen zu messen allerdings nicht mit ihren eigenen Vierbeinern, sondern mit von Pferdebesitzern bereitgestellten Tieren (Zum einen um allen Studenten die Möglichkeit auf einen Start zu geben, zum anderen um eine größtmögliche Chancengleichheit zu erzielen, ohne dass einzelne von ihren eigenen teuren und talentierten Pferden profitieren). Diese einmalige Konstellation beinhaltet neben großem Respekt für den Partner Pferd auch eine besondere freundschaftliche Atmosphäre, denn auch wenn der Ehrgeiz nicht außen vor bleibt, geht es vorallem um den Teamgedanken. Die nationalen Studentenreitturniere, auch CHU (Championate Hippique Universitaire) genannt, finden von Herbst bis Frühjahr an fast allen Hochschulorten in Deutschland statt. Dazu reisen i.d.R. 12-15 Mannschaften mit je 3 Reitern verschiedener Universitäten zur gastgebenden Reitgruppe, alles in allem also 36-45 Teilnehmer. Die Pferde werden von der ausrichtenden Reitgruppe gestellt und den reitenden Mannschaften zugelost. Jedes Pferd wird von 3 verschiedenen Reitern geritten, die je 5 Minuten Zeit haben, sich mit dem Pferd anzufreunden. Der Beste von den 3 Reitern kommt in die nächte Runde (KO-Verfahren), die anderen werden nach Wertnotendifferenz auf ihrem Pferd sortiert. In der nächsten Runde gibt es neue Pferde und eine schwerere Aufgabe. Angefangen wird bei A-Niveau, im Finale wird M oder S geritten. Das sollte aber keinen A-Reiter davon abhalte, es dennoch zu versuchen. Das KO-Verfahren geht solange, bis nur noch 2 Finalisten übrig bleiben, die dann in einem Stechen jeweils 2 Ritte absolvieren. Gewertet wird für Springen und Dressur einmal getrennt, zusammen (Kombiwertung), sowie Gruppenwertung. Daneben gibt es Stilpreis für die höchste erzielte Wertnote. Der normale Ablauf ist folgender:
– freitags abends angereist (so genannter „Eintreffabend“), (bei Fünfkampfturnieren: Laufen, Schwimmen, Schießen)
– Samstag ist Dressur-Tag,
– Sonntags Springen und Dressur-Finale. in Turnhallen
Es gibt ca. 60 Studentenreitgruppen in ganz Deutschland. dabei gibt es fast wöchentlich ein Turnier. Bei diesen Hochschulvergleichswettkämpfen werden die 15 besten Hochschulen ermittelt, die dann bei der jährlich im Dezember stattfindenden Deutschen Hochschulmeisterschaft antreten. Wir als Reitgruppe unternehmen aber auch einiges selber, wie z. Bowlingabende, Weihnachtsmarktbesuche oder ähnliches. Viele Studentenreiter sind aber auch bei anderen Pferdesportveranstaltungen anzutreffen, sei es auf einem lokalen Turnier oder bei den großen internationalen Wettkämpfen.