26/04/2026
Gestern fand in Erbach (Baden-Württemberg) das 7. Süddeutsche Modern Arnis Festival statt. Wie immer bei dieser Budo-Biennale waren hochkarätige Dozenten angereist - zum Teil aus der Schweiz und aus Ungarn -, die in perfekter Organisation ganz unterschiedliche Schwerpunkteinheiten anboten. Vom Kampf mit Regenschirmen und Gehstöcken über hochkomplexe Bewegungsmuster mit Schwert und Dolch (Espada y daga), von gräßlich-glorios schmerzhaften Quetschhebeln bis zu Filipino Dirty Boxing gab es alles, und auch die konstituierenden Kernelemente der Kunst, von Sinawali bis zum Tapi-Tapi, waren mit abgedeckt. Wir, Modern Arnis München, waren wie immer fast als größte süddeutsche Fraktion angereist, quer durch alle Gürtelfarben hinweg, wie es sein soll. Munich strong!
Was sich in den Lerninhalten nicht wirklich ausdrücken lässt, was aber vielleicht in den Fotos zu erkennen ist, ist die diese besondere Stimmung, das, was Modern Arnis im DAV so außergewöhnlich macht. Die Pluralität, die gewünschte Offenheit und ständige Weiterentwicklung des Systems, die extra betonte Öffnung für Erweiterungen, Verbesserungen, unterschiedliche Schwerpunktsetzungen, das Fehlen von Konkurrenz und die Betonung des Miteinander: Modern Arnis fühlt sich familiär an, weil es familiär ist.
Menschen wie du und ich, in jeder Altergruppe, mit den unterschiedlichsten körperlichen Möglichkeiten, trainieren in einer zutiefst respektvollen, wertschätzenden Umgebung. Diese emotionale Exzellenz ist ganz besonders der Riege der Meister zu verdanken, die im nahbaren, hierarchielosen Miteinander zeigen, dass nicht der krasseste Schläger der beste Lehrer ist, sondern der, der etwas Wertvolles vermitteln kann. Etwas, das das Leben der Trainierenden bereichert. Genau aus diesem Gefühl entsteht das große Wir, das Modern Arnis heute ist - und das bei Veranstaltungen wie dem 7. Süddeutschen Modern Arnis Festival spürbar wird.