18/05/2026
Hier gibt es kein graues, dristes Bild, denn das passt so gar nicht zu Dir, Stefan!
Denen, die dich nicht näher kannten, möchte ich kurz beschreiben, auch wenn ein paar Sätze viel zu wenig sind, um deinem Charakter auch nur annähernd gerecht zu werden:
Deine Liebe zu Tieren, deine Zuverlässigkeit und dein Teamgeist waren keine Eigenschaften, die man groß erklären musste. Man hat sie einfach gemerkt. Du warst da, wenn etwas zu tun war. Du hast mit angepackt, ohne daraus eine Heldengeschichte zu machen. Und wer gesehen hat, wie du mit Tieren umgegangen bist, der wusste ohnehin, dass hinter deinem schwarzen Humor ein sehr weiches Herz steckte.
Mit Dir konnte man scherzen, rumblödeln; mit schwarzem Humor war man bei dir richtig. Sarkasmus konntest du. Selbstironie auch. Und wenn die Pointe auf deine eigenen Kosten ging, bist du nicht ausgewichen, sondern hast mitgelacht. „Running Gag“, oft tagelang, hatten wir reichlich. Und da war es egal, ob die Grundlage dafür ein eigenes Missgeschick war, oder einfach nur eine Beobachtung, die es lohnte, ständig drauf rum zu kloppen. – Tränen haben wir oft gelacht.
Die Wirkung des Gläschens Rotwein am Abend in Geselligkeit hat die Erzählungen der Erlebnisse umso lustiger werden lassen.
- Geselligkeit? Ja, das hattest du gerne; in passender Runde oft bis spät in die Nacht.
Zum Thema Geselligkeit und lange Abende gehörte bei dir gerne auch mal eine Mischung aus Anisspirituosen und Wasser: Pastis, Pernod, Ricard…. -ich mag das Zeug nicht!!!
Aber wenn ich ihn bei dir trank, in deiner Gesellschaft, dann hat das Zeug doch geschmeckt und es waren am Ende doch mehr als nur einer.
Ganz nebenbei: -Wusstet ihr eigentlich, dass Stefan einen Doktortitel trug? – wahrscheinlich nicht. - Dr. Stefan Fühling!
Aber das hast du Nie rausgekehrt oder dich damit gebrüstet.
Ganz „normal“ konnte man sich mit dir unterhalten, ohne akademisches Imponiergehabe oder Bildungsprozerei.
Zurück zu den geselligen Abenden:
Rumgealbert und gefachsimpelt haben wir. Dabei haben wir uns oft über Dinge unterhalten, von denen mindestens einer von uns keine Ahnung hatte; viele „AHA“-Momente sind so entstanden. Am Ende ging es dann doch wieder ums Motorradfahren und jeder war in seinem Element
Motorrad fahren, die Leidenschaft, der du nach seinem Ruhestand noch ausgiebiger nachgehen wolltest.
Mensch, was hatten wir Pläne geschmiedet, was wir mit den grobstollig bereiften Zweiräder noch alles erfahren wollten. – und plötzlich kam alles anders.
Es war eine kurze Zeit als „Privatier“, die du genießen konntest und die Kilometer, die wir zusammen auf französischen Feldwegen, Wiesen und Wäldern abspulen konnten, waren viel zu wenig für das, was wir uns vorgenommen hatten.
Aber das, was wir zusammen auf zwei Rädern erfahren konnten war Klasse!
Vielleicht gibt es dort, wo du jetzt bist, auch Facebook, und du kannst nachlesen, wie ich dich in Erinnerung behalten werde: als liebenswerten, lebenslustigen, geselligen Freund, als humorvollen Leidensgenossen in den tiefen Schlammlöchern der französischen Wälder, als zuverlässigen Instruktor und Teamkollegen.
Mach et joot, Stefan.