22/01/2026
Ist meine Mineralfuttergabe ohne Grundfutteranalyse immer planlos oder sogar schädlich? Brauche ich eine Grundfutteranalyse für jede sinnvolle Mineralstoffversorgung? Kommen Pferde heutzutage wirklich ohne Mineralfutter aus?
Alle diese Fragen kommen aus der Praxis weil Pferdebesitzer sie als Aussagen immer wieder zu hören bekommen und mich als ausgebildeten und regelmäßig fortgebildeten Futtermittelberater daraufhin um Sicherheit und fachlichen Rat fragen.
Kurz: Diese Aussagen greifen fachlich deutlich zu kurz.
🔹 Eine Grundfutteranalyse ist genau wie ein Blutbild beim Pferd eine Momentaufnahme. Nähstoffe schwanken je nach Schnittzeitpunkt, Pflanzenbestand, Witterung, Lagerung und sogar innerhalb einer Heupartie. Dadurch führen Analysewerte schnell zu Scheinsicherheit, aber nicht automatisch zur besseren Fütterung.
👉 Möchte man die Fütterung seines Pferdes trotzdem auf Laborwerte stützen, bringt die Mähnenhaaranalyse Durchschnittswerte aus den letzten 6-8 Wochen und macht daher am meisten Sinn.
🔹 Überversorgung entsteht nicht durch Mineralfutter an sich, sondern durch:
- unpassende Produkte mit hohen Einzeldosierungen
- parallele Gabe mehrerer Produkte
- Nichtbeachtung von Mineralstoffwechselwirkungen wie Calcium : Phosphor, Kupfer : Zink, Eisen : Mangan
🔹 Entscheidender ist für Pferdekörper, Vitalität, Muskulatur und Trainingszustand ist oft die Mineralstoff-Unterversorgung, die bei reinem Grundfutter sehr häufig vorkommt.
- einige Mineralstoffe und Spurenelemente sind in vielen Regionen nachweislich niedrig. 👉 Sowohl Grundfutteranalysen als auch Blutbilder sind nur Momentaufnahmen
- besonders, aber nicht alleine betroffen sind Sportpferde, Zuchtstuten, Senioren und Stoffwechselempfindliche oder -vorerkrankte Pferde sowie das gut trainierte Freizeitpferd.
"Viel hilft nicht viel" ist richtig - aber "gar nichts geben" hilft eben auch nicht.
Pferdefütterung ist ein komplexes Thema - und genau deshalb sollte und kann sie nicht auf pauschale Aussagen oder ähnliches reduziert werden.