29/10/2026
„Ich kann doch jetzt nicht einfach aufstehen.“
Manchmal behandeln wir unsere Gefühle wie eine volle Blase mitten im Vortrag: unpassend, störend, bitte später.
Also halten wir durch. Lächeln weiter. Sagen „Alles gut“, während wir innerlich längst nicht mehr zuhören können.
Oder es platzt irgendwann alles heraus – und die anderen sollen sich darum kümmern.
Dieser Toilettenvergleich kam mir in einer Session mit einer Klientin. Natürlich lassen sich Gefühle nicht einfach „entleeren“ und sind dann erledigt. Aber das Bild macht etwas deutlich:
Ein inneres Signal wahrzunehmen und darauf zu reagieren, ist eine Fähigkeit, die wir lernen dürfen.
Vielleicht heißt das:
„Ich brauche kurz eine Pause.“
„Das hat mich verletzt.“
„Hier ist meine Grenze.“
Oder: „Kannst du mir gerade zuhören?“
Verantwortung bedeutet dabei nicht, alles allein bewältigen zu müssen. Unterstützung zu suchen gehört dazu. Und andere bleiben für ihr Verhalten verantwortlich.
Welche innere Regel hält dich manchmal noch auf deinem Stuhl fest?
„Stell dich nicht so an“?
„Mach keine Umstände“?
„Halte einfach durch“?