02/05/2017
RELEGATION zur 1.BUNDESLIGA HERREN
Relegation der Männer endet mit hauchdünnem Vorsprung für den Überraschungssieger SV SG Mühlhausen, den viele Experten im Vorfeld nicht auf der Rechnung hatte
Die von allen mit Spannung erwartete Relegation der DCU-Sportkegler der Männer fand am vergangenen Samstag in Ettlingen (Nordbaden) statt. Die teilnehmenden Vereine aus Neustadt (1. BL), Mühlhausen (2. BL Nord), Walldorf (2. BL Süd) und Lampertheim (2. BL Mitte) reisten frühzeitig mit ihren Schlachtenbummlern in die Kegelhalle nach Ettlingen an, so dass die Halle zu Beginn der Veranstaltung um 11:00 Uhr mit ca. 250 Zuschauern, Spielern und Fans gut gefüllt war und die Stimmung entsprechend schon auf ihrem Höhepunkt war.
Jeder der teilnehmenden Vereine stellte 2 Spieler in drei Durchgängen über alle 8 Bahnen. Auf den bestens präparierten und fallträchtigen Bahnen ging es letztendlich darum, den begehrten ersten Platz zu erringen, der zum Verbleib bzw. Aufstieg in die 1. Bundesliga berechtigte.
Nach der offiziellen Begrüßung durch DCU-Ligenleiter Bernd Strauch und der Bahnfreigabe durch DCU-Schiedsrichter Sören Mörstädt konnte die Relegation beginnen, alle Spieler brannten auf ihren Einsatz auf den ergiebigen Bahnen.
Lampertheim schickte im ersten Durchgang Peter Suppes und Holger Thiemig auf die Bahnen, Neustadt stellte seine Spieler Tobias Bieberbach und Michael Moosburger dagegen. Mühlhausen setzte auf Tobias Preuss und Benjamin Keil, während Walldorf auf Dieter Heiler und Klaus Körner vertraute.
Peter Suppes (Lampertheim), der auf Bahn 1-4 sehr konstant aufspielte und am Ende mit einer guten Bahn auf 948 Kegel kam, hielt damit Tobias Bieberbach (Neustadt) mit 946 Kegel, Tobias Preuss (Mühlhausen) mit 933 Kegel und Dieter Heiler (Walldorf) mit 921 Kegel auf Distanz. Auf den hinteren Bahnen 5-8 hielt Benjamin Keil (Mühlhausen) mit dem Tagesbestergebnis von 1036 Kegel die Farben seiner Mannschaft hoch, Klaus Körner (Walldorf) konterte mit 988 Kegel, Michael Moosburger (Neustadt) blieb mit 979 Kegel etwas unter seinen eigenen Möglichkeiten und Holger Thiemig (Lampertheim) zeigte mit 978 Kegel ein insgesamt gutes Ergebnis.
Nach dem ersten Durchgang führte damit Mühlhausen mit 1969 Kegel, dicht gefolgt von Lampertheim mit 1926 Kegel, Neustadt mit 1925 Kegel und Walldorf mit 1909 Kegel, so dass die vier Mannschaften noch eng beieinanderlagen.
Die von vielen im Vorfeld favorisierten Neustädter schickten mit Bastian Bieberbach und Michael Lohrer nun im zweiten Durchgang zwei erfahrene Akteure auf die Bahnen. Lampertheim versuchte sein Glück nun mit Patrik Strech und Kevin Günderoth, während Mühlhausen auf Gabriel Müller und Steven Hartung vertraute. Walldorf nahm nun Andreas Sawusch und Marcus Cap ins Spiel.
Gabriel Müller (Mühlhausen) zeigte, was auf den von vielen als schwächeren eingeschätzten Bahnen 1-4 möglich ist und erzielte mit 1002 Kegel den ersten Tausender auf den vorderen Bahnen. Bastian Bieberbach (Neustadt) blieb mit 976 Kegel absolut im Soll, Andreas Sawusch (Walldorf) mit 942 Kegel und Patrik Strech (Lampertheim) mit 936 Kegel fielen dagegen ein wenig ab. Auf den rechten vier Bahnen bewies Michael Lohrer (Neustadt) mit 1008 Kegel sein keglerisches Können, Kevin Günderoth (Lampertheim) blieb ihm aber mit 993 Kegel dicht auf den Fersen. Steven Hartung (Mühlhausen) und Marcus Cap (Walldorf) mit 941 Kegel ließen leider einige Kegel für ihre Mannschaft liegen, so dass es spannend blieb.
Nach dem zweiten Durchgang führte damit Mühlhausen mit 3912 Kegel, dicht gefolgt von Neustadt mit 3910 Kegel, Lampertheim mit 3855 Kegel und Walldorf mit 3792 Kegel, das sich mit 120 Kegel Rückstand damit wohl bereits frühzeitig aus dem Aufstiegsrennen verabschiedete.
Im alles entscheidenden dritten Durchgang setzte Neustadt nun alles auf eine Karte, Sascha Hammer und Jochen Geiger sollten die Entscheidung zugunsten der Puppenstädter herbeiführen. Aber auch Mühlhausen hatte mit Sebastian Gross und André Teichmöller noch zwei Asse im Ärmel. Bei Lampertheim sollten nun Steffen Back und Niklas Schulz den knappen Rückstand noch aufholen. Walldorf vertraute seinen beiden starken Spielern Frank Steffan und Matthias Müller-Kurth, die den doch recht großen Rückstand der Astorstädter aufholen sollten.
Das Spiel wogte nun von Anfang an hin und her, doch zur Halbzeit wurde es doch deutlich, dass Lampertheim zurückfallen würde und es sich ein spannender Schlusskampf zwischen Neustadt und Mühlhausen entwickeln würde, Walldorf spielte zu diesem Zeitpunkt bereits keine Rolle mehr. Immer wieder wechselte die Führung bei beinahe jedem Neuner und es sah nicht danach aus, als könnte es einen eindeutigen Sieger geben. Bei der gespielten 1196. Kugel von Neustadt und Mühlhausen waren beide Mannschaften holzgleich, die letzten vier Wurf mussten nun die Entscheidung bringen. Mühlhausen hatte in diesen vier Wurf das bessere Ende für sich und besiegte Neustadt am Ende mit hauchdünnen fünf Kegel Differenz und konnte die Relegation für sich entscheiden. Sebastian Gross (Mühlhausen) mit 980 Kegel und André Teichmöller (Mühlhausen) mit 944 Kegel waren am Ende die Garanten für den Sieg, denn sie machten gegen Sascha Hammer (Neustadt) mit 928 Kegel und Jochen Geiger (Neustadt) mit 993 Kegel ganze drei Kegel gut, was den Vorsprung des zweiten Durchgangs letztendlich von zwei Kegel auf fünf Kegel erhöhte. Die Lampertheimer Steffen Back / Bernd Günderoth mit 916 Kegel und Niklas Schulz mit 1023 Kegel verkürzten zwar den Rückstand auf die beiden führenden Mannschaften, kamen aber nicht mehr heran und belegten am Ende in der Endabrechnung den dritten Platz. Frank Steffan (Walldorf) mit 922 Kegel und Matthias Müller-Kurth (Walldorf) mit 1032 Kegel konnten zwar nochmals richtig Kegel gutmachen, waren aber zu weit abgeschlagen, um letztendlich noch ins Geschehen eingreifen zu können.
In der Endabrechnung belegte somit der SG SV Mühlhausen mit 5836 Kegel den ersten Platz und steigt damit verdient in das Kegel-Oberhaus der Männer auf. PSV Franken Neustadt musste mit 5831 Kegel bitter geschlagen die Heimreise mit leeren Händen antreten, obwohl sie bis fünf Wurf vor Schluss als die sicheren Sieger aussahen. Die SG Lampertheim blieb mit 5794 Kegel nur knapp unter ihren Erwartungen und hätte mit einem früheren Schlussspurt durchaus noch für die Überraschung des Tages sorgen können. Die Walldörfer blieben mit 5746 Kegel am Ende des Tages etwas blass und blieben den in sie gesteckten Erwartungen in Teilen doch etwas schuldig.
Die Mühlhausener feierten die faustdicke Überraschung des Relegationssiegs ausgelassen bis in die Nacht, ehe sie die weite Heimreise ins 400 Kilometer entfernte Thüringen antraten. Nach ihren eigenen Aussagen traten sie eher als Außenseiter bei der Relegation an und rechneten sich kaum Chancen aus, zeigten aber dann in den entscheidenden Momenten die Nerven, die man braucht, um als Sieger aus so einer engen Entscheidung herauszukommen und nun zunächst einmal ein Jahr im Kegler-Oberhaus teilzunehmen. Sie werden nun in den kommenden Spielen gegen die besten Kegler der DCU sicher wichtige Erfahrungen sammeln und die eigene Spielfreude zeigen wollen, denn als Aufsteiger hat man es immer doppelt schwer und muss immer noch ein bisschen mehr tun als die etablierten Mannschaften. Die anderen drei Mannschaften, die nun in der 2. Bundesliga verbleiben, werden sicherlich in der kommenden Saison versuchen, erneut den ersten Platz der Liga zu erringen, um direkt in die 1. Bundesliga aufzusteigen und sich nicht erneut in der Relegation beweisen zu müssen.
Alles in allem sahen alle Zuschauer, Spieler und Fans ein an Spannung kaum zu überbietendes Relegationsspiel auf bestens präparierten Bahnen. Der Ettlinger KV als Ausrichter hatte im Vorfeld alles dafür getan, den Anwesenden einen tollen Kegelnachmittag zu bieten, die Erwartungen wurden mit dieser dramatischen Relegation mehr als erfüllt, so dass diese Relegationsspiele sicherlich noch lange Gesprächsstoff bieten werden und auch bei den Anwesenden und teilnehmenden Mannschaften noch lange im Gedächtnis haften bleiben werden.
Thomas Speck
DCU-Presse
Alle Bilder und Sonstiges zur Relegation unter: http://www.dcu-ev.de/spj1617/presse1617-mnu/pr-berichte1617/423-relegation-um-den-verbleib-bzw-aufstieg-in-der-1-bundesliga-maenner-und-frauen