22/12/2019
GRAND SLAM der Gefühle
Es ist schon wieder passiert. Nach dem großen Erfolg der Trauzeugenrede für Perspektiv-Racket Steffen, folgt nun die nächste Zuschaustellung wahrer Emotionen. Dem Posten des Mannschaftsführers der Rackets wohnt eine große Verantwortung inne. Der Kapitän ist vertraglich dazu verpflichtet Trauzeuge eines jeden Teammitglieds zu werden und eine Rede auf der Hochzeit vorzutragen. Außerdem gebührt ihm die Teilnahme an der Hochzeitsnacht, die Hälfte der Erträge der Eheleute, sowie selbstverständlich das Namensvergaberecht des erst- und siebtgeborenen Kindes. Im vergangenen Jahr stand die Trauung des Strafenmanagers Ivan an. Glücklicherweise heiratete er ebenfalls wie Steve eine Frau Namens Marina, was es dem Captain erlaubte den Vorjahrestext zu weiten Teilen einfach zu übernehmen und nur den Vorname des Bräutigams zu ersetzen. Ein bisschen Cevapcici links; etwas Slivovic rechts; eine Prise Ajvar dazu und fertig war die neue kroatisierte Rede.
Aus Furcht vor bestialischen Strafen wurde also fleißig geübt und einstudiert und eigentlich stand dem Auftritt nichts mehr im Wege. Unglücklicherweise hatte Timbo nicht bedacht, dass es sich um eine kroatische Partyband handelte und balkanesische Pianisten rein anatomisch nicht in der Lage sind, ein Keyboard im Sitzen zu bedienen. Das stellte ihn vor die überraschende neue Herausforderung, im Stehen spielen zu müssen. Davon und von den größtenteils mit Messern und automatischen Schnellfeuerwaffen ausgerüsteten Hochzeitsgästen verunsichert, legte er eine Performance an den Tag, mit der weder er noch der Strafenmanager zufrieden sein konnte. Deo gratias waren schon gegen Nachmittag die meisten Gäste stark alkoholisiert und so kam der Kapitän mit leichten Schürfwunden, Streifwunden und einem abgetrennten Nasenflügel davon und war damit einer der am leichtesten Verletzten an diesem Abend.
Nachfolgend sprang in Tim der natürliche Ehrgeiz eines räudigen Rackets an und er überlegte, wie er seinem „Kum“ trotzdem seine ihm zustehende Rede zukommen lassen könnte. Also nahm er die geplanten Lieder in racketüblich haarsträubender Qualität auf, erwählte ein Team aus Edel-Rackets mit denen er jeweils ein Video konzipierte und drehte drei Teile der Trauzeugenrede ab. Das Ergebnis hieraus ist eine Beleidigung an Anstand und Moral, vermutlich das Dümmste was jemals von einem Trauzeugen erschaffen wurde und in jeglicher Form ethisch schwer verwerflich. Oder kurzgefasst: Niemals war ein Racket so stolz, wie der Captain auf dieses Video.
Im dritten und letzten Teil des liebesgeschwängerten Videos wollen die Rackets ihre starke Verbundenheit zum Balkan und insbesondere zur kroatischen Kultur zum Ausdruck bringen. Mit akribischer Genauigkeit wurde der Tagesablauf eines durchschnittlichen Kroaten projiziert und dabei eine Lobeshymne und Liebeserklärung an den Balkanstaat gesungen. Dabei orientieren sich die Erschaffer an dem Originalvideo des kroatischen Evergreens „Lijepa li si“ von Thompson (https://www.youtube.com/watch?v=Dbmy_oSdJyE).
Wie jeder weiß ist die Aubergine das Symbol von Freundschaft und Liebe und wurde deshalb unterschwellig wiederholt in die Videos eingebaut. Als kleine Jahresabschluss-Challenge fordern wir alle Follower auf, die richtige Anzahl an Auberginen im Video zu erraten. Der Gewinner erhält das Namensvergaberecht für Kind Nummer 3 und 5 und außerdem einen Gipsabdruck des Gemächts von Strafenmanager Ivan.
Die Räudigen Rackets gratulieren Ivan und Marina zur Hochzeit und sind froh, dass diese bislang noch Bestand hat.
An der Hochzeit meines kroatischen Kumpels Ivan wollte ich diese Lieder live als Trauzeugenrede vortragen. Leider hat es nicht so geklappt, wie ich mir das g...