27/08/2026
Ein Team aus zehn erfahrenen Ingenieuren kostet rund 60.000 Euro im Monat, ganz ohne Zusatzrechnung. Trotzdem zahlen viele Unternehmer und Inhaber unbemerkt drauf: in Form von weniger Projekten, die in derselben Zeit fertig werden.
Klingt zunächst paradox: gleiches Team, gleiches Gehalt und am Monatsende ist trotzdem weniger fertig geworden, als eigentlich drin gewesen wäre. Der Verlust taucht auf keiner Rechnung auf. Er versteckt sich im Kalender, in Abstimmungsschleifen, die niemand einplant und in Entscheidungen, die eine Runde länger brauchen, als sie müssten.
Genau dort, zwischen Auftrag und Abgabe, entscheidet sich, ob die 60.000 Euro in Ergebnisse fließen oder in Warteschleifen. Den Unterschied macht dabei selten die fachliche Qualifikation im Team. Er entsteht darin, wie dieses Team tatsächlich zusammenarbeitet.
Selten beginnt das mit einem offenen Streit. Meistens sind es Erwartungen, die nie richtig ausgesprochen wurden, eine Abstimmung, die zweimal läuft, weil beim ersten Mal unklar war, wer entscheidet und eine Aufgabe, die liegen bleibt, weil sich niemand so richtig zuständig fühlt.
Sichtbar wird das meist erst, wenn ein Projekt spürbar ins Stocken gerät, eine Frist reißt oder ein Experte tatsächlich kündigt. Bis dahin läuft der eigentliche Verlust in der Regel schon seit Monaten, nur eben nirgendwo als eigene Zeile verbucht.
Die spannendere Frage ist also nicht, ob es in Ihrem Team einen Konflikt gibt. Sondern, welche Reibungsverluste dort inzwischen als ganz normal gelten.
Klarheit über Rollen, Erwartungen und Zuständigkeiten kostet nichts extra. Sie verändert nur, wie effektiv die vorhandenen 60.000 Euro eingesetzt werden, für mehr Kapazität, kürzere Durchlaufzeiten, zufriedenere Kunden und mehr Umsatz aus demselben Team.
Für das nächste Strategie-Gespräch mit der Führungsebene lohnt sich, diesen Beitrag zu speichern.
Foto © Sina Villinger