23/08/2026
Schulterfreiheit in 3, 2, 1 … und los.
Man selbst vergisst manchmal, wie es rückblickend einmal war. Umso glücklicher bin ich, wenn ich alte Videos anschaue und plötzlich sehe: Es hat sich wirklich etwas verändert.
Natürlich müssen wir dabei realistisch bleiben. Was kann sich in welcher Zeit verändern? Entwicklung passiert nicht von heute auf morgen. Sie entsteht über Monate und Jahre – und verläuft selten geradlinig.
Irgendwann, ungefähr 2022/2023, sagte mir jemand, ich sei mit Nali am Ende dessen angekommen, was ich mit ihr erreichen könne. Sie sei am oberen Ende ihrer Kapazitäten.
Rückblickend bin ich froh, dass ich das nicht einfach geglaubt habe.
Denn mein Pony kann so viel mehr. Und sie entwickelt sich bis heute weiter.
Zwischen diesen Videos liegen unzählige Dinge, die uns gebremst, zurückgeworfen und genauso wieder vorangebracht haben.
Ab August 2023 stand Nali bis ungefähr Dezember. Ich wusste damals nicht, ob sie überhaupt wieder richtig belastbar werden würde, denn ihr rechtes Hinterbein war zu dieser Zeit alles andere als fein. Dieses Bein war vermutlich noch nie zu 100 % gut – aber in dieser Phase war es wirklich schlecht.
Bis Mitte 2024 bin ich sie eigentlich gar nicht geritten. Wenn überhaupt, dann vielleicht 10 Minuten.
Ab 2025 habe ich sie wieder regelmäßig geritten.
Und diese Zeit hat nicht nur Nali verändert, sondern auch mich und meine Sicht auf Ausbildung.
Ich habe viele meiner alten Entscheidungen und Wege hinterfragt. Habe mir Gedanken darüber gemacht, wie die Zukunft mit meinen Ponys aussehen soll und was ich eigentlich erreichen möchte.
Wer mich kennt, weiß: Ich kann über alles stundenlang nachdenken und Dinge bis ins kleinste Detail zerdenken. 😅
Am Ende bin ich für mich bei ein paar sehr einfachen Dingen angekommen:
Ich möchte Spaß haben.
Und ich möchte, dass meine Ponys Freude an dem haben, was wir gemeinsam tun.
Ich möchte nicht perfektionistisch arbeiten, indem ich jede einzelne Bewegung meines Pferdes kontrolliere und mikromanage.
Ich möchte, dass mein Pferd selbst Bewegungsideen in das Training einbringen kann.
Ich möchte ihm ein gutes Gefühl geben. Das Gefühl, dass wir Dinge gemeinsam schaffen können – und nicht ständig nur darauf schauen, was noch falsch ist.
Denn Ausbildung ist kein festgelegter Weg.
Das Pferd entscheidet den Ausbildungsweg.
Und bei jedem Pferd sieht dieser Weg anders aus.
Vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Erkenntnisse, die ich aus all den Jahren mit Nali mitgenommen habe:
Nicht immer weiter versuchen, das Pferd in ein bestimmtes Ideal zu bringen – sondern schauen, was dieses individuelle Pferd mitbringt, wo seine Möglichkeiten liegen und wohin es sich entwickeln möchte.
Und manchmal zeigt einem ein altes Video ziemlich deutlich, wie viel möglich ist, wenn man einfach weitergeht. 🤍