06/04/2016
Problemstellung
Üblicherweise werden Pferdeboxen und Liegebereiche in Offenställen mit Stroh, Holzspänen,
-pellets, Sägemehl oder Hanfspänen eingestreut. Die Einstreu dient dazu, die flüssigen Ausscheidungen des Pferdes (Harn) aufzusaugen und dem Pferd eine möglichst warme und trockene Liegefläche zu bieten. Dabei ist Stroh nur bedingt saugfähig und staubt stark, wobei auch Pilzporen in dem Staub enthalten sind, was sich sehr ungünstig auf die generell besonders empfindlichen Atmungsorgane von Pferden auswirkt. Auch die anderen Materialien sind nicht staubfrei. Außerdem bildet sich auf allen vorgenannten Einstreumaterialien aus dem Harn des Pferdes innerhalb eines Tages Ammoniak, der die Schleimhäute der Atmungsorgane ganz besonders schädigt. Daher sind Atemwegserkrankungen bei über 80 % aller Pferde feststellbar [I]. Vor TerrCheval gab es somit keine weitgehend staub- und ammoniakfreie Einstreu.
Bisher war Stroh mit Abstand die kostengünstigste Einstreu. Die Strohpreise sind jedoch aufgrund schlechter Ernten und aufgrund konkurrierender Strohabnehmer (z.B. Heizungen auf Strohbasis) um den Faktor 3 auf momentan ca. 120 - 180 €/t gestiegen. Auch Einstreu auf der Basis von Holzabfällen ist nicht mehr unbeschränkt verfügbar und daher teuer, weil immer mehr Holzpelletheizungen in Betrieb gehen. Hanfeinstreu war schon immer sehr teuer.
Die stark gestiegenen Kosten für Einstreu und die trotzdem immer noch bestehende Staub- und Ammoniakproblematik bei allen bisherigen Einstreumaterialien hat vor fast 3 Jahren auf dem Hahnenhof in Pulheim zu der Idee geführt, erstmalig Kompost als Pferdeeinstreu einzusetzen. Kompost wurde bis zu diesem Zeitpunkt ausschließlich im Garten- und Landschaftsbau und in der Landwirtschaft als Dünger und zur Bodenverbesserung eingesetzt.
Im praktischen Einsatz zeigte sich, dass die neue Einstreu gegenüber allen herkömmlichen Materialien nahezu staubfrei war und von den Pferden sehr gut angenommen wurde. Außerdem ist TerrCheval ganzjährig verfügbar, im Vergleich zu Stroh deutlich billiger (Kosten pro Pferd) und bietet neben der Staubfreiheit noch weitere wesentliche Vorteile bezüglich des Liegekomforts des Pferdes (weich, warm, nicht rutschend), es findet keine Ammoniakbildung statt (Harnstoff wird von den Bakterien im Kompost direkt für den Zellaufbau benutzt), das "Misten", also das Reinigen des Stalles bzw. der Box ist mit wesentlich geringerem Zeitaufwand möglich als bei den herkömmlichen Materialien und der Materialverbrauch ist ebenfalls deutlich geringer.
(Quelle: terrcheval.de)