Der Spielbetrieb der ersten Mannschaft wurde am 28. Januar 2002 in die neu gegründete Landshuter Eishockey Spielbetriebs-GmbH ausgelagert. Für alle anderen Aktivitäten blieb jedoch weiterhin der Eislaufverein zuständig. Dazu gehört die Nachwuchsausbildung im Eishockeybereich, die zu den Besten in Deutschland gehört. Außerdem existieren innerhalb des Vereins noch weitere Abteilungen: Dazu gehört zu
m einen eine Eiskunstlaufabteilung, die unter dem Namen „Ice Angels“ auftritt, sowie Abteilungen in den Bereichen Eisstockschießen, Inlinehockey und Kegeln. In der Eishockeyabteilung sind die Jugendmannschaften des EV Landshut zusammengefasst, sie laufen auch unter dem Namen Young Cannibals auf. Für die Jüngsten existiert eine sogenannte Fördergruppe, außerdem gibt es eine Kleinstschüler- und eine Kleinschülermannschaft, darauf folgen ein Knaben- und ein Schülerteam. Das „Herzstück“ der Nachwuchsausbildung ist schließlich die DNL-Mannschaft, die die Jugend- und Juniorenjahrgänge in sich vereint. Jede der Nachwuchsmannschaften tritt in der jeweils höchsten Spielklasse an: Bei den Kleinstschülern ist dies die in Turnierform ausgetragene Leistungsklasse A, die Kleinschüler- und Knabenmannschaft tritt ebenfalls in der Leistungsklasse A des Bayerischen Eissportverbands an.[36] Die Schülermannschaft trägt ihre Begegnungen in der vom DEB organisierten Schüler-Bundesliga aus.[37] Der Jugend- und Juniorenbereich schließlich nimmt mit einer Mannschaft am Spielbetrieb der 2001 gegründeten Deutschen Nachwuchsliga teil.[38]
Dass die Nachwuchsausbildung der Eishockeyabteilung des EV Landshut zu den besten in Deutschland gehört, lässt sich an verschiedenen Aspekten festmachen. In der Geschichte des Vereins wurden schon zahlreiche deutsche Meistertitel im Schüler-, Jugend- und Juniorenbereich gewonnen. Größere Erfolge der letzten Jahre schließen den Gewinn der deutschen Schülermeisterschaft 2007/08 sowie den Vizemeistertitel der DNL-Saison 2008/09 ein. Ein weiteres Maß für die qualitative Bewertung der Jugendarbeit eines Vereins ist die jährliche Ausschüttung des sogenannten „Reindl-Pools“. Dieses nach DEB-Funktionär Franz Reindl benannte Instrument dient der Nachwuchsförderung innerhalb der Oberliga und der 2. Je nach Spielertransfers zahlt jeder Verein dieser Ligen einen bestimmten Geldbetrag in einen Fond ein, bevor die Summe an die bestausbildenden Vereine ausgezahlt wird. Dabei spielen zahlreiche qualitative und quantitative Faktoren eine Rolle. Der EV Landshut belegt nach dieser Berechnung jährlich vordere Plätze, bekam beispielsweise 2006/07 knapp 70.000 Euro, was Platz eins in der Rangliste vor den Eisbären Juniors Berlin bedeutete.[39] Eine weitere Bestätigung der guten Nachwuchsarbeit ist die jährliche Wahl zum Rookie des Jahres, also dem ligaweit besten Nachwuchsspieler, durch das Eishockeymagazin Eishockeynews: Hierbei setzten sich beinahe jedes Jahr die Landshuter Akteure gegen die Konkurrenz durch. 2004 wurde Alexander Feistl Rookie des Jahres, 2006 wurde Maximilian Brandl diese Ehre zuteil, während Gerrit Fauser 2007 zum besten Nachwuchstalent gekürt wurde. 2009 war Tom Kühnhackl Jugend-Talent Nummer eins der Liga, während Tobias Rieder 2010 diesen Titel verliehen bekam.[40][41][42][43][44] Jährlich wird dem vorbildlichsten Nachwuchsspieler des Vereins der Alois-Schloder-Pokal verliehen. Zur finanziellen Unterstützung der Nachwuchsarbeit des EV Landshut wurde 2010 der „Förderverein EVL Eishockeynachwuchs“ gegründet. Dieser plant, ein wirtschaftliches Netzwerk aus Förderern aufzubauen, um den Eislaufverein bei verschiedenen Projekten zu unterstützen.[45]
In der Talentschmiede des EV Landshut wurden in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Eishockeyspieler ausgebildet, die deutschlandweite, zum Teil auch internationale Bekanntheit erlangten. Unter Landshut Cannibals/Spieler sind unter anderem einige der wichtigsten Persönlichkeiten in der Landshuter Eishockeygeschichte aufgelistet. Spieler, die die Landshuter Nachwuchsausbildung durchlaufen haben und zur Saison 2009/10 in der DEL aufliefen sind zum Beispiel Thomas Wilhelm (Straubing Tigers), Thomas Brandl (Kölner Haie), Stephan Daschner (ERC Ingolstadt) und Stephan Retzer (Hamburg Freezers), in der NHL traten Marco Sturm (Boston Bruins) und Christoph Schubert (Atlanta Thrashers) an. Seit 2010 hat es Tobias Rieder als Nachwuchstalent zuerst in die Canadian Hockey League (CHL) danach schafte er es in die OHL, und am 2. November 2014 wurde er das erste Mal in den Kader der Coyotes berufen, kam zu seinem NHL-Debüt.