29/05/2026
Ein 11:0 beschert dem FC Olympia Lampertheim den Titel
FC Olympia Lampertheim repariert den Betriebsunfall nach nur einem Jahr und kehrt in die Fußball-C-Liga zurück. Doch die Meisterschaft war kein Selbstläufer.
„Meister Kreisliga D1, Saison 2025/26. Lampertheim ist Schwarz, Weiß, Blau“ heißt es in großen Buchstaben auf dem WhatsApp-Banner, das der FC Olympia Lampertheim diese Tage auf Smartphones in alle Himmelsrichtungen verschickt hat. Damit verweist er auf einen Erfolg, der, so verpflichtend er auch war, keineswegs vom Himmel fiel.
„Nach dem schmerzlichen Abstieg aus der C-Liga gab es vor der Saison mit dem sofortigen Wiederaufstieg nur ein Ziel“, erinnert sich Olympia-Sportausschussvorsitzender Patrick Andres an das vergangene Jahr zurück, als der Hessenmeister von 1951 und 1952 so tief fiel wie noch nie. Die am Pfingstsonntag 2025 verlorene Relegation gegen den SV Schwanheim stieß den Olympianern noch übel auf. Da traf es sich gut, dass sie keine Abgänge hinnehmen mussten. „Weiterhin haben wir die Mannschaft gezielt verstärkt“, sagte Andres. Und dennoch war von Euphorie im Olympia-Lager noch keine Spur, und der Verein tat gut daran, die D-Liga als „große Unbekannte“ nicht zu unterschätzen.
Die ersten beiden Saisonspiele wurden zwar gewonnen, doch danach geriet der Olympia-Motor ins Stocken, und die 1:4-Heimniederlage gegen den VfB Lampertheim II am 17. August 2025 hätte bitterer kaum sein können. Auch die folgenden Unentschieden gegen die FSG Bensheim II und den FV Hofheim II trugen wenig bei zur Erheiterung im Lager der Blau-Weiß-Schwarzen. „Nur eine Serie konnte uns weiterhelfen“, beschreibt Andres die missliche Situation und nahm wohlwollend zur Kenntnis, dass seine Mannschaft danach 16 Spiele ungeschlagen blieb.
Seine große Tat verbrachte der FC Olympia dabei am elften Spieltag, als er bei Tabellenführer SG Reichenbach II lange einem 0:1-Rückstand hinterherlief. Doch der eingewechselte Kevin Rathgeber markierte in der 82. Minute den 1:1-Ausgleich und drehte in der Nachspielzeit mit dem 2:1 das Spiel. „Ab diesem Zeitpunkt war uns allen klar, dass unsere Aufstiegshoffnungen gar nicht einmal so unberechtigt sind“, war für Patrick Andres dieser 12. Oktober 2025 ein besonderer Meilenstein auf dem Erfolgsweg seines Vereins. Somit erwischte es die Olympia erst am 10. Mai wieder. Ausgerechnet bei Kellerkind SG Lautern/Schönberg, das im Hinspiel noch beim Lampertheimer 14:1-Sieg vom Feld gefegt wurde, gab es eine 2:3-Niederlage. Somit wurde die Chance vergeben, an diesem Spieltag bereits den Aufstieg unter Dach und Fach zu bringen. Doch beim SC Olympia Lorsch III lieferte der FC Olympia, gewann mit 11:0 und machte die Meisterschaft perfekt.
Angelo Carlone geht mit 45 noch ins Olympia -Tor
Patrick Andres tut sich schwer, einen Spieler hervorzuheben. Doch kaum sagt er das, kommt er nicht umhin, auf Torwarttrainer Angelo Carlone näher einzugehen. Als sich der etatmäßige Torhüter Timo Schröder in der Halle das Kreuzband riss, war sich Carlone nicht zu schade, sich trotz seiner 45 Jahre zwischen die Pfosten zu stellen. Aber auch seinem Trainer Thomas Düpre hat der FC Olympia allerhand zu verdanken.
Mit der Meisterschaft und den Aufstieg ist Olympia Lampertheim nun also wieder salonfähig. Ziel für den 1909 gegründeten Verein ist es nun, eine wesentlich bessere Saison zu spielen als 2024/25, als er sang- und klanglos aus der C-Liga abstieg. „Das Potenzial ist da“, sagt Andres und schätzt die Voraussetzungen viel besser ein als in der unsäglichen Abstiegssaison.
Quelle: Echo-Online / Matthias Bähr
FC Olympia Lampertheim repariert den Betriebsunfall nach nur einem Jahr und kehrt in die Fußball-C-Liga zurück. Doch die Meisterschaft war kein Selbstläufer.