15/06/2026
Ein Trio vertrat den Schwimm-Sport-Verein Lahr in der vergangenen Woche in Berlin bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Schwimmen in Berlin. Es war das siebte Mal in Folge, dass die höchste Deutsche Jugendmeisterschaft mit Lahrer Beteiligung stattfand. Mit den 16-jährigen Christian Toryanik und Benjamin Graf sowie dem 17-jährigen Danil Osipenko hatten sich im Vorfeld allesamt Athleten qualifiziert, für die die Schwimmhalle im Berliner Europasportpark kein Neuland war, alle drei waren hier in den vergangenen Jahren bereits mindestens einmal am Start gewesen.
Und erneut waren es herausragende Leistungen, die in den vergangenen Monaten benötigt wurden, um an der Meisterschaft in der Hauptstadt teilnehmen zu dürfen. Während sich Brustspezialist Toryanik die Qualifikation über alle drei Distanzen erarbeitete, schaffte Graf die Norm über seine Paradedisziplin 200 Meter Schmetterling. Sprinter Osipenko gelang der Sprung nach Berlin über die 50-Meter-Distanzen Brust und Rücken.
Wie so oft in den letzten Jahren hatten die Lahrer Sportler auch dieses Mal Mühe, ihre starke Form aus dem Qualifikationszeitraum zu halten oder beim Jahreshöhepunkt gar noch einmal zu steigern. Während die Spitzenkonkurrenz der Republik ihr Training in den Wochen vor der Meisterschaft verschärft, konnte das Lahrer Topteam in der bedeutenden Phase Mitte und Ende Mai nach Schließung des Hallenbads in Lahr zunächst gar nicht und später nur unter äußerst suboptimalen Bedingungen trainieren. Der Grund hierfür ist kein neuer: Die Kombination aus absoluter Wetterabhängigkeit der Wassertemperatur im Lahrer Freibad und dem kalten Maiwetter war auf dem zuvor erarbeiteten hohen Leistungsniveau erneut ein entscheidender Schlag ins Kontor der SSVL-Sportler bei ihrer Vorbereitung auf die große Meisterschaft. Um nicht vollständig auf dem Trockenen zu sitzen, schlängelten sich die Lahrer Nachwuchsleistungssportler über zwei Wochen lang nach der Schule als Badegäste durch den dichten Publikumsverkehr im Offenburger Ganzjahres-Hallenbad.
So zeigte sich Toryanik nach seinem 100-Meter-Brust-Vorlauf am Donnerstag sichtlich enttäuscht nach dem Verpassen seines großen Ziels, dem Erreichen eines Finals bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften: "Mit meiner Bestzeit von vor ein paar Wochen hätte es locker gereicht." Hier war Toryanik bei den Süddeutschen Meisterschaften in Stuttgart im altersübergreifenden Jugendfinale in starken 1:07,85 Minuten auf Rang Vier geschwommen, eine Zeit, mit der er sich in Berlin als Fünftschnellster der Vorläufe für das Finale der schnellsten Acht seines Jahrgangs qualifiziert hätte. Insbesondere in der zweiten Hälfte des Rennens fehlte Toryanik dort jedoch die Durchschlagskraft, seine Endzeit von 1:09,09 Minuten reichte nur für Platz 13. Auch über die halbe Distanz 50 Meter in 31,32 Sekunden, sowie über die 200-Meter-Strecke in 2:32,72 Minuten blieb Toryanik hinter seinen Bestleistungen der letzten Wochen und Monate zurück. Am nähesten an seine persönliche Bestzeit heran schaffte es der gleichaltrige Benjamin Graf. Als frischgebackener Süddeutscher Jahrgangsmeister an den Start gegangen legte Graf die 200-Meter-Schmetterlingstrecke in 2:17,37 Minuten nur Sekundenbruchteile langsamer als in Stuttgart zurück, auch hier fehlten dem fleißigen Athleten die Körner auf den zweiten 100 Metern für eine Leistungssteigerung. Osipenko hatte sich über die 50-Meter-Sprintdistanz im Brustschwimmen zuletzt schrittweise der 30-Sekunden-Marke genähert und sich mit 30,08 Sekunden für Berlin qualifiziert. Dort kam er jedoch nicht über 30,31 Sekunden hinaus. Auch über die Rückensprintdistanz konnte der 17-Jährige am Freitag keine neue Bestzeit verzeichnen, blieb jedoch in 28,65 Sekunden nur 0,17 Sekunden dahinter zurück.
Sonnigeres Wetter für die nachsten Wochen erhofft sich der SSV Lahr nun nicht nur für seine Trainingsbedingungen, sondern auch für das anstehende Sportevent in zwei Wochen, der zwölften jährlichen Auflage des Lahrer Sommerschwimmfests im Terrassenbad.